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Moderna-Aktie geht nach Impfstofferfolg bei Hautkrebs durch die Decke

Von Igor JOVOVIC
Veröffentlicht am Thu, 20.08.2026 - 00:00

Thema des Tages

Der US-Pharmakonzern Moderna und sein Partner Merck & Co haben mit einem experimentellen Impfstoff einen klinischen Studienerfolg bei schwarzem Hautkrebs erzielt. Der auf mRNA-Basis entwickelte Impfstoff Intismeran hat in einer Studie mit Hochrisiko-Melanom-Patienten erfolgreich das Wiederkehren oder Streuen von Krebs verhindert, teilten die beiden Konzerne am Mittwoch mit. Dies ebne den Weg für eine potenziell neue, lebensverlängernde Behandlung für die Tausenden von Menschen, bei denen jedes Jahr die tödliche Krankheit diagnostiziert wird. Die Moderna-Aktie machte einen Satz um rund 180 Prozent nach oben. Für Merck ging es um rund 13 Prozent aufwärts. Im Sog sprang der Kurs des Moderna-Wettbewerbers Biontech um 22 Prozent an, Novavax zogen um fast 11 Prozent an. Pfizer verteuerten sich um 3,6 Prozent. An der Studie hatten Patienten teilgenommen, bei denen ein Melanom chirurgisch entfernt worden war. Das Ziel der Behandlung war es, das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Die Konzerne gaben bekannt, dass die Studie in der klinischen Spätphase, in der der personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran in Kombination mit dem erfolgreichen Krebs-Immuntherapeutikum Keytruda von Merck getestet wurde, ihr Hauptziel erreicht hat: Der Zeitraum bis zum Wiederauftreten der Krebserkrankung wurde bei Hochrisikopatienten verlängert. Zudem wurde ein sekundäres Ziel erreicht, nämlich die Ausbreitung der Erkrankung auf andere Organe zu verhindern.

Schweizer Aktien

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch in freundlicher Verfassung gezeigt und im europäischen Kontext den Spitzenplatz belegt. Dazu trugen die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis bei, die um 1,6 bzw. 1,1 Prozent zulegten. Der SMI gewann 0,5 Prozent auf 14.387 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 10 Kursgewinner und 9 -verlierer gegenüber, unverändert schlossen Swisscom. Umgesetzt wurden 19,31 (Dienstag: 16,56) Millionen Aktien. Klarer Tagessieger im SMI war die Geberit-Aktie mit einem Plus von 7,4 Prozent. Der Sanitärkonzern hatte überzeugende Halbjahreszahlen präsentiert. Auf dem zweiten Rang lagen Lonza mit einem Zugewinn von 2,4 Prozent, laut Händlern angetrieben vom Moderna-Studienerfolg. Weit hinten im SMI rangierten einträchtig Aktien aus dem Versicherungssektor. Swiss Re, Zurich Insurance und Swiss Life verloren zwischen 0,9 und 1,4 Prozent. Europaweit standen Versicherer auf den Verkaufszetteln. Zum einen wurde auf Belastungen der Versicherer durch die Hitzewelle verwiesen. Marktbeobachter verwiesen aber auch auf den jüngsten fortgesetzten Rückgang der Anleihekurse. Dies habe Sorgen vor Bewertungsverlusten der Anleihen in den Anlageportfolios der Versicherer hervorgerufen.

Internationale Märkte

Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Mittwoch knapp behauptet tendiert. Für den DAX ging es 0,1 Prozent auf 26.091 Punkte nach unten, der Euro-Stoxx büsste 0,4 Prozent ein. Für Kaufzurückhaltung sorgte, dass die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ausgelaufen ist und bislang keine weitere vereinbart wurde. Dazu bleibt die Lage in der Meerenge von Hormus fragil. Die Ölpreise zogen um rund 1,5 Prozent an. Tagesfavoriten waren Pharmawerte. Die Stimmung für den Sektor wurde gestützt durch die Nachricht, dass ein personalisierter Impfstoff von Moderna und Merck & Co das Wiederauftreten von Melanomen verringert. Auch Aktien anderer Unternehmen aus dem Sektor, die nicht unmittelbar im Bereich mRNA-Impfstoffe arbeiten, legten zu. Im DAX kamen Qiagen auf ein Plus von 2,1 Prozent und Merck KGaA auf 1,2 Prozent. Im MDAX stiegen Sartorius um 2,3 Prozent. Chipaktien hatten es angesichts der zuletzt erhöhten Marktzinsen weiter schwer. Infineon fielen um 4,0 Prozent zurück, Aixtron um 3,1 oder Suss Microtec um 6,3 Prozent. Daneben verloren ASML 2,2 Prozent und STMicroelectronics 3,1 Prozent. Zum einen schlage sich das höhere Zinsniveau ungünstig auf die Bewertungen nieder, zum anderen könnten die höheren Zinsen die massiven Investitionen in KI-Technologie bremsen, hiess es.

USA
Die US-Aktienmärkte haben am Mittwoch leichte Gewinne verzeichnet, und die Renditen langfristiger Staatsanleihen gaben stark nach. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 119,65 Punkte oder 0,22 Prozent auf 53.463,05. Der S&P 500 legte um 16,22 Punkte oder 0,21 Prozent auf 7.707,98 zu, während der Nasdaq Composite um 41,38 Punkte oder 0,16 Prozent auf 26.331,09 stieg. Nach vorläufigen Daten gab es an der NYSE 1.755 Gewinner und 996 Verlierer. Die Aktie von Target stieg um 4,3 Prozent auf ein 52-Wochen-Hoch, nachdem der Einzelhändler seine Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr angehoben hatte, da die Trendwende des Unternehmens weiter an Fahrt gewann. Die Aktie von Lowe's legte um 2 Prozent zu, obwohl das Unternehmen seinen Ausblick für das Gesamtjahr dämpfte und dies mit einer nachlassenden Nachfrage nach grossen Hausrenovierungsprojekten begründete. Die Aktie von Estee Lauder zog um 16 Prozent an, nachdem das Kosmetikunternehmen seine Verluste verringert und den Umsatz gesteigert hatte. Die Aktie von TJX gab um 4,2 Prozent nach, obwohl das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr anhob, nachdem die Quartalsergebnisse die Erwartungen verfehlt hatten. Die Aktie von La-Z-Boy stürzte um 17 Prozent ab, nachdem der Möbelhersteller unerwartet in die Verlustzone gerutscht war.

Asien
Die Entspannung am US-Anleihemarkt, ausgelöst von der Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkaufoperationen von langlaufenden Anleihen zu verdoppeln, hellt am Donnerstag die Stimmung an den ostasiatischen Börsen auf. Der Schritt zielt darauf ab, den Druck auf einen Markt zu verringern, der die Kreditkosten zuletzt auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten getrieben hatte. In Tokio steigt der Topix um 0,9 Prozent, In Seoul bleibt der technologielastige Kospi seiner seit einigen Wochen zu beobachtende extreme Volatilität treu, er macht einen Hausseschub um 6,1 Prozent nach oben und damit das Minus vom Vortag wieder wett.

Obligationen
Die Renditen der US-Staatsanleihen entwickelten sich zur Wochenmitte angesichts der Rückkaufpläne des Finanzministeriums uneinheitlich. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe fiel um 0,054 Prozentpunkte auf 4,651 Prozent, während die Rendite der zweijährigen Anleihe um 0,004 Prozentpunkte auf 4,178 Prozent stieg.

Analyse
UBS erhöht Medartis-Ziel auf 105 (97) CHF – Buy
Jefferies erhöht VAT auf Hold (Underperform) – Ziel 646 (560) CHF
Citi erhöht Moncler-Ziel auf 63 (62) EUR – Buy


Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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