Von Igor Jovicic
Veröffentlicht am Mon, 24.08.2026 - 00:00
Der Fast-Fashion-Konzern Shein will bei einem lang erwarteten Börsengang in Hongkong Milliarden einnehmen. Das in China gegründete Unternehmen, das für ultrabillige, trendige Kleidung bekannt ist, bietet 280 Millionen B-Aktien zu einem Preis von 47,60 bis 49,50 Hongkong-Dollar pro Aktie an. Beim Mittelwert würde der Nettoerlös etwa 13,12 Milliarden Hongkong-Dollar betragen, was rund 1,34 Milliarden Schweizer Franken entspräche. Der Weg zum Börsengang war für eine der weltweit beliebtesten Fast-Fashion-Marken langwierig. Shein bekam die geopolitischen Spannungen zwischen China und dem Westen zu spüren. Nachdem anfänglich die USA und London als mögliche Börsenplätze in Erwägung gezogen wurden, entschied sich das Unternehmen letztlich aber für Hongkong. In einer am Montag veröffentlichten Mitteilung erklärte Shein, die Erlöse aus dem Börsengang würden zur Stärkung der technologischen Infrastruktur sowie für Investitionen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse verwendet. Zudem sollen die Mittel genutzt werden, um die Markenbekanntheit zu steigern und die globale Präsenz des Unternehmens auszubauen. Shein erwartet, dass die Aktien am 1. September an der Börse in Hongkong gehandelt werden.
Am Freitag gewann der SMI 0,6 Prozent auf 14.457 Punkte. Gestützt wurde das Sentiment auch von den leichten Gewinnen bei den drei Index-Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche, für die es um bis zu 1,0 Prozent aufwärts ging. Die Aktien der Graubündner Kantonalbank gewannen nach Zahlen für das erste Halbjahr 0,4 Prozent. Daneben sorgten Analysten-Kommentare für Kursbewegungen. So gaben Straumann um 3,3 Prozent auf 92,82 Franken nach. Die Deutsche Bank hat die Einstufung auf "Hold" von "Buy" und das Kursziel auf 99 von 119 Franken gesenkt. Straumann sei mit mehreren Risiken konfrontiert, die die Marktstimmung belasten und zu einer Phase der Aktienkurskonsolidierung führen könnten, so die Analysten. Dazu zählten die anhaltend hohe Inflation und die hohen Zinsen - beides könnte die Kundennachfrage belasten sowie eine mögliche Verlangsamung in China. Zudem könnte auch der unerwartete CEO-Wechsel, der kurz nach der Vorlage der neuen mittelfristigen Strategie des Schweizer Zahnimplantateherstellers erfolgte, auf die Stimmung drücken.
Europa
Mit leichten Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag den Handel beendet. Der DAX legte um 0,6 Prozent auf 26.137 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 schloss ebenfalls 0,6 Prozent im Plus bei 6.462 Punkten. Mit Blick auf die Sektoren waren die Minenwerte europaweit gesucht, der Index erhöhte sich um 2,6 Prozent. Antofagasta gewannen 5,4 Prozent, BHP legten um 2,3 Prozent zu. Beobachter verwiesen auf die Erholung der Edelmetallpreise. Im MDAX ging es für Thyssenkrupp nach einem positiven Analystenkommentar um 5,6 Prozent nach oben. Bei den Einzelwerten schlossen die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) 1,8 Prozent tiefer. Hier belastete leicht, dass Fresenius die Beteiligung an dem Dialyseanbieter weiter reduziert hat. Das hohe Umsetzungsrisiko ist die Hauptsorge bei den reinen Aktienangeboten der Banca Monte dei Paschi di Siena zur Übernahme der Rivalen Banco BPM und Banca Generali, meint Equita. Monte dei Paschi müsse gleichzeitig die Integration von Mediobanca, den Zusammenschluss mit Banco BPM und die Übernahme der Banca Generali bewältigen, was komplexer sei als das konkurrierende Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo. "Letzteres wird in der Tat von einer starken industriellen Logik untermauert und birgt ein begrenzteres Umsetzungsrisiko", hiess es. Banca Monte dei Paschi di Siena verloren 1,3 Prozent.
USA
Am Ende einer schwachen Woche hat sich der Dow-Jones-Index am Freitag von seinem Vortages-Rücksetzer ein Stück weit erholt. Der Leitindex legte zum Handelsschluss an der Wall Street um 0,98 Prozent auf 53.277,01 Punkte zu. Am Donnerstag war er auf den tiefsten Stand seit Anfang des Monats gesunken. Der Nasdaq 100 zog um 0,33 Prozent auf 29.308,86 Punkte an. Bei den Einzelwerten legten die Aktien von Ross Stores um 4,4 Prozent zu. Das Unternehmen hat die Prognose für das Gesamtjahr aufgrund einer höheren Nachfrage von neuen und bestehenden Kunden angehoben. Auch die Ergebnisse für das zweite Quartal fielen besser als von den Analysten erwartet aus. Für die Aktien von Krypto-Handelsplattformen ging es zum Wochenausklang weiter nach oben. US-Präsident Trump hatte den Kongress zuletzt aufgefordert, ein Kryptowährungsgesetz zu verabschieden. Am Aktienmarkt stiegen Coinbase um 8,4 Prozent, Robinhood um 12,2 Prozent und Strategy um 6,6 Prozent. Tesla (+5 %) plant, in Kürze sein „Cybercab“ in Austin, Texas, auf den Markt zu bringen, und hat die Genehmigung erhalten, Tausende autonomer Fahrzeuge in Nevada einzusetzen.
Asien
Zum Start in die neue Woche dominieren an den Börsen in Ostasien negative Vorzeichen. In Hongkong fällt der Hang-Seng-Index um 2,1 Prozent. Unter den Einzelwerten stürzen Alibaba um 9,7 Prozent ab, nachdem das Unternehmen eine Kapitalerhöhung im Volumen von 10,2 Milliarden Dollar angekündigt hat. Der Erlös soll in KI-Investitionen fliessen. Der Kurs des KI-Unternehmens Minimax sackt um 9,3 Prozent ab. Im übrigen Technologiesektor fallen Tencent um 3,8 und Meituan um 3 Prozent. Der Composite-Index in Shanghai verliert 0,7 Prozent. In Seoul fällt der Kospi um 3,1 Prozent. Die beiden Chipschwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics belasten den Index mit Verlusten von 3,1 und 9,2 Prozent. Uneinheitlich zeigt sich der japanische Aktienmarkt. Während der Nikkei-225-Index um 0,5 Prozent nachgibt, tendiert der breiter gefasste Topix gut behauptet. Auch hier stossen Anleger Technologiewerte ab. Kioxia büssen 5,7 Prozent ein und Advantest 2 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zum Wochenschluss um 3 Basispunkte auf 4,73 %. Somit hat die Ankündigung des US-Finanzministeriums, künftig mehr langlaufende Anleihen zurückzukaufen, nur kurzfristig für einen Rückgang der Renditen gesorgt, die zuvor bei den Langläufern auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen waren.
Analyse
UBS erhöht Komax-Ziel auf 77 (68) CHF - Neutral
UBS senkt BKW-Ziel auf 135 (145) CHF – Neutral
Deutsche Bank senkt Straumann auf Hold (Buy) - Ziel 99 (119) CHF
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