Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Tue, 25.08.2026 - 00:00
Beim Baustoffkonzern Amrize kommt es zu einem überraschenden Wechsel an der Finanzspitze. Finanzchef Baris Oran tritt aus persönlichen Gründen nach nur wenigen Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung zurück, wie das Unternehmen am Montagabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Sein Nachfolger wird der bisherige Strategie- und Übernahmechef Samuel J. Poletti. Orans Nachfolger Poletti gehört seit dem Börsengang von Amrize im Juni 2025 der Konzernleitung an. Er hatte die Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts von Holcim massgeblich begleitet und dabei die finanziellen und nichtfinanziellen Aspekte beim Aufbau des eigenständigen Unternehmens verantwortet. Zuvor war Poletti mehr als 20 Jahre für Holcim in den Bereichen Übernahmen, Finanzen und Strategie tätig. Unter anderem verantwortete er Zukäufe im nordamerikanischen Geschäft mit Dach- und Gebäudelösungen. Als Finanzchef wird er am operativen Hauptsitz von Amrize in Chicago arbeiten.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Montag im Verbund mit den übrigen europäischen Börsen knapp behauptet geschlossen. Der SMI verlor 0,1 Prozent auf 14.447 Punkte. Die schweizerische Technologiebranche erlebt eine moderate Erholung mit einem Anstieg bei Umsatz und Exporten, doch höhere US-Zölle drohen, den Aufschwung abzuwürgen, wie der Branchenverband Swissmem erklärt. Logitech kletterten um 1,3 Prozent. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-1,4%) und Novartis (-0,5%) zählten indes zu den Verlierern. Roche profitierten damit nicht von positiven Schlagzeilen aus den USA. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte einen von Roche und Eli Lilly entwickelten Bluttest zur Erkennung von Alzheimer-Symptomen zugelassen. Kühne+Nagel sanken um 0,1 Prozent. Der Logistikkonzern hatte den Tod seines Hauptgesellschafters Klaus-Michael Kühne mitgeteilt. Eine positive Studie der Deutschen Bank verpuffte bei Docmorris, der Kurs sank um 0,6 Prozent. Sonova (-0,6%) stellte eine neue Produktgeneration mit KI vor, was dem Kurs nach dem jüngsten Lauf aber nicht mehr half. Nach Vorlage von Halbjahreszahlen stiegen Metall Zug um 0,5 Prozent.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Montag mit leichten Verlusten geschlossen. Für den DAX ging es 0,1 Prozent auf 26.107 Punkte nach unten. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,2 Prozent - Gold gewann zu Wochenbeginn weitere 1,3 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten, nachdem die überraschende Ausweitung der Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen durch das US-Finanzministerium neue Sorgen über den Dollar ausgelöst hatte. Die Skepsis in Bezug auf die hohen Investitionen der KI-Unternehmen in die Infrastruktur in Kombination mit den hohen Anleiherenditen sorgte für Kaufzurückhaltung bei Technologietiteln. Infineon fielen um 3,2 Prozent, Siemens Energy um 3 Prozent, Aixtron um 2,5 Prozent, ASML um 1,1 Prozent, STMicroelectronics um 2 Prozent oder Suss um 6 Prozent. Titel wie Prosus fielen 1,4 Prozent, nachdem Alibaba zudem das Thema Kapitalerhöhungen für KI-Investitionen wieder in den Fokus gerückt hatte. Rheinmetall verloren 2,6 Prozent, Hensoldt 2,6 Prozent, Renk 2,9 Prozent oder Leonardo 2,6 Prozent. Verlierer waren auch Energietitel mit dem um mehr als 2 Prozent gesunkenen Ölpreis. Repsol gaben 3,2 Prozent, Totalenergies 1,9 Prozent und BP 2,9 Prozent ab.
USA
Die US-Aktienmärkte zeigten sich vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial Average legte um 140,15 Punkte bzw. 0,26 Prozent auf 53.417,16 zu. Der S&P 500 fiel um 21,51 Punkte bzw. 0,28 Prozent auf 7.652,86 und der technologielastige Nasdaq Composite verlor 200,26 Punkte bzw. 0,76 Prozent und schloss bei 25.980,19. Die Aktie von Nvidia fiel um 2,9 Prozent auf 208,48 Dollar. Der US-Chiphersteller hat kürzlich eine 6-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit dem Softwareunternehmen Poolside getroffen und strebt nun an, eines der leistungsstärksten Open-Weight-KI-Modelle der Welt zu entwickeln, um es mit chinesischen Konkurrenten wie DeepSeek und Kimi aufzunehmen. Open-Weight-KI-Modelle ähneln Open-Source-Software und ermöglichen es den Nutzern, die Quelltechnologie einzusehen und anzupassen, anstatt nur die Ergebnisse von "Black-Box"-Modellen wie ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic zu sehen. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta sagte ein geplantes Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden von Paramount, David Ellison, ab. Es wurde erwartet, dass die Parteien dort die Beilegung einer vom Bundesstaat geführten Klage erörtern würden, mit der die 81-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch das Unternehmen blockiert werden soll. Die Aktie von Paramount notierte unverändert bei 10,35 Dollar. Die Aktie von Warner stieg um 0,5 Prozent auf 28,70 Dollar.
Asien
Am Dienstag lässt sich an den Börsen in Ostasien keine einheitliche Tendenz ausmachen. In Tokio gewinnt der Nikkei-225-Index 0,3 Prozent, der breiter gefasste Topix rückt um 0,5 Prozent vor. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt um 0,3 Prozent nach, während der Composite-Index in Shanghai knapp behauptet tendiert. Im südkoreanischen Seoul sinkt der Kospi um 0,2 Prozent, erneut belastet von den Chip-Schwergewichten SK Hynix (-3,6%) und Samsung Electronics (-1,8%).
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 0,034 Prozentpunkte auf 4,703 Prozent, während die Rendite der zinssensiblen 2-jährigen US-Staatsanleihen um 0,002 Prozentpunkte auf 4,234 Prozent stieg. Der mögliche Einsatz seiner Barmittel durch das US-Finanzministerium könne "Zeit kaufen, aber keine fiskalische Glaubwürdigkeit", meint Masahiko Loo von State Street Investment Management. Er verweist dabei auf einen CNBC-Bericht, der sich auf zwei hochrangige Vertreter beruft. Diesem zufolge könnte das Finanzministerium sein allgemeines Konto (General Account) zur Finanzierung der in der vergangenen Woche angekündigten erhöhten Rückkäufe nutzen.
Analyse
Citi erhöht Geberit-Ziel auf 575 (520) CHF - Neutral
Kursziel Sika: UBS erhöht auf 230 (220) CHF - Buy
Rating SPS: Barclays senkt auf Equal Weight (Overweight) - Ziel 125 (160) CHF
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