Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Wed, 26.08.2026 - 00:00
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk will im US-Bundesstaat Louisiana einen riesigen neuen Weltraumbahnhof bauen. Das Unternehmen werde rund 100 Milliarden US-Dollar in den Standort im Vermilion Parish an der Golfküste investieren, teilten SpaceX und die Wirtschaftsförderung des US-Bundesstaates mit. Es soll die grösste Startanlage des Unternehmens und "der Welt" werden, hiess es von dem Bundesstaat. Der Standort soll demnach fünf Startkomplexe umfassen, von denen jeder über zwei Startrampen verfügt. SpaceX schrieb, der Weltraumbahnhof werde das Ziel von "Tausenden Flügen" pro Jahr unterstützen und die kommerzielle Raumfahrt vorantreiben. Der Bau soll demnach 2027 beginnen, erste Starship-Raketen könnten 2029 von dort starten. Die Riesen-Rakete Starship absolviert aktuell noch Testflüge. SpaceX betreibt bereits seinen zentralen Starship-Standort im US-Bundesstaat Texas. SpaceX verfolgt eigenen Angaben zufolge langfristig das Ziel, mit vollständig wiederverwendbaren Raketen regelmässige Flüge zum Mond und zum Mars zu ermöglichen und eine dauerhafte menschliche Präsenz auf anderen Himmelskörpern aufzubauen.
Am schweizerischen Aktienmarkt ist es am Dienstag nach oben gegangen. Der SMI gewann 0,5 Prozent auf 14.525 Punkte. Favorisiert wurden Zykliker, auch nachdem aus Deutschland positive Konjunktursignale kamen. An der SMI-Spitze lagen ABB mit einem Plus von 1,8 Prozent. Sika kamen um 1,5 Prozent voran, Lonza um 1,0 Prozent. Klar Tagesletzter im Leitindex waren Amrize mit einem Rückgang um 2,6 Prozent. Gesucht waren Technologieaktien, die im SMI lediglich durch Logitech vertreten sind. Zum Teil verwiesen Marktteilnehmer dazu auf Spekulationen über gut ausfallende Quartalszahlen des KI-Dickschiffs Nvidia am Mittwochabend. Logitech stiegen um 0,9 Prozent. Die Halbleiteraktien VAT und Inficon gewannen 1,1 bzw. 1,9 Prozent, Comet legten um 3,7 Prozent zu, ams Osram sogar um 8,3 Prozent, Verkauft wurden Aktien, die als weniger zyklisch gelten, wobei europaweit Papiere von Konsumgüterherstellern nachgaben. Nestlé verbilligten sich um 0,8 Prozent, in der zweiten Reihe gaben Barry Callebaut um 0,7 und Lindt um 1,6 Prozent nach. Für DKSH ging es um 2,3 Prozent nach unten. Berenberg hatte die Aktie des Dienstleisters auf Halten von Kaufen abgestuft.
Europa
Mit moderaten Aufschlägen haben Europas Börsen am Dienstag geschlossen. Der DAX gewann 0,6 Prozent auf 26.266 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es lediglich um 0,1 Prozent nach oben. Gesucht waren Aktien aus dem Technologiebereich und mit KI-Fantasie im Vorgriff auf die am Mittwochabend in den USA anstehenden Geschäftszahlen des KI-Chip-Riesen Nvidia. Interessant dürfte insbesondere der Ausblick werden. Der Markt versuche weiter herauszufinden, wie nachhaltig und dauerhaft die massiven Investitionen in KI seien, hiess es dazu. Im Chipsektor trieben auch zuversichtliche Analystenstimmen von JP Morgan und der UBS hinsichtlich zukünftiger KI-Investitionen. Infineon gewannen 1,3, Aixtron 1,3 oder Suss Microtec 1,5 Prozent. In Amsterdam legten ASML ebenso um 0,8 Prozent zu wie in Paris STMicro. Siemens Energy, die ebenfalls als KI-Profiteur gelten, schlossen 2,7 Prozent fester. Zusätzlich stützend wirkte hier ein Bericht von Bloomberg über Interesse von Finanzinvestoren am Turbinengeschäft. Die Bewertung der Sparte Sparte Transformation of Industry (TI) könne demnach mehr als 10 Milliarden Euro erreichen. Der Siemens-Kurs legte um 1,8 Prozent zu. Die ehemalige Mutter hält noch eine Minderheitsbeteiligung an Siemens Energy. In London gewannen Melrose Industries 10,4 Prozent. Hier sorgte für Käufe, dass das Luft- und Raumfahrtunternehmen für einen Unfall in Kalifornien weniger Schadenersatz zahlen muss als befürchtet.
USA
Der Dow Jones Industrial Average stieg am Dienstag um 160,24 Punkte oder 0,30 Prozent auf 53.577,40. Der S&P 500 gewann 24,42 Punkte oder 0,32 Prozent auf 7.677,28 und der technologielastige Nasdaq Composite legte um 171,11 Punkte oder 0,66 Prozent auf 26.151,30 zu. Die Aktie von Dick's Sporting Goods fiel um 31 Prozent auf 124,31 Dollar, nachdem die Sportartikelkette ihre Prognose für das Betriebsergebnis gesenkt hatte. Als Grund wurden die zunehmend schwierigen Bedingungen auf den Märkten für Sportschuhe und -bekleidung genannt. Dick's hatte mit dem Kauf des Konkurrenten Foot Locker im Jahr 2025 eine grosse Wette auf Turnschuhe abgeschlossen, war aber gezwungen, die Preise für Schuhe zu senken. Die Aktien der Dick's-Zulieferer Nike und Adidas fielen im Sog dessen ebenfalls. Finanzaktien setzten ihren starken Lauf fort, da die Anleger eine Reihe von Deals erwarten, die die Einnahmen der Wall-Street-Banken steigern könnten. Im Vorfeld des für später in diesem Jahr erwarteten Börsengangs wird Anthropic, der Hersteller von Claude-KI-Modellen, den Investoren wahrscheinlich mitteilen, dass die potenziellen Umsatzchancen bei über 30 Billionen Dollar liegen und damit die Schätzung von SpaceX von 28,5 Billionen Dollar übertreffen. SpaceX hatte im Juni mit dem Verkauf von Aktien im Wert von 75 Milliarden Dollar den grössten Börsengang der Geschichte vollzogen. Inspire Brands, zu dem unter anderem der Donut-Anbieter Dunkin' aus Massachusetts und das Restaurant Arby's gehören, ist ein weiteres Unternehmen, das einen Börsengang prüft.
Asien
An den Börsen in Ostasien überwiegen am Mittwoch positive Vorzeichen. Im asiatisch dominierten Handel fällt der Preis für 1 Barrel Brentöl um 2,6 Prozent auf 86,30 US-Dollar, nachdem er am Vortag schon um rund 4 Prozent nachgegeben hatte. Der Nikkei-225-Index gewinnt 0,6 Prozent, der breiter gefasste Topix rückt um 0,5 Prozent vor. In Shanghai steigt der Composite-Index um 0,7 Prozent, der Hang-Seng-Index in Hongkong legt um ebenfalls 0,7 Prozent zu. Mit dem Kospi geht es in Seoul um 1,9 Prozent aufwärts. Unter den Einzelwerten verteuern sich in Tokio Terra Drone um gut 21 Prozent. Der japanische Drohnenhersteller hat gute Aussichten auf einen Grossauftrag aus dem japanischen Verteidigungsministerium. Aktien der Ölbranche werden im Zuge des Ölpreisrückgangs in der ganzen Region verkauft. Der Kurs der südkoreanischen S-Oil fällt um 3,3 Prozent. Japan Petroleum Exploration und Inpex verbilligen sich in Tokio um 2,7 und 1 Prozent und CNOOC in Hongkong um 1,4 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt fiel die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen am Dienstag um 0,065 Prozentpunkte auf 4,638 Prozent. Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen Staatsanleihe sank um 0,038 Prozentpunkte auf 4,195 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe ging um 0,056 Prozentpunkte auf 5,174 Prozent zurück, die niedrigste Rendite seit dem 5. August. Die Renditen von US-Staatsanleihen haben weiter nachgegeben, da die Nachfrage nach dem Ausverkauf der vergangenen Woche zurückkehrt. Die Auktionen von Staatsanleihen zeigen eine stabile Nachfrage.
Analyse
Berenberg senkt DKSH Holding auf Hold (Buy) - Ziel 68 (75) CHF
Kursziel EFG International: UBS senkt auf 17,20 (20,70) CHF - Neutral
Berenberg erhöht Emmi-Ziel auf 950 (900) CHF - Buy
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