Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Thu, 27.08.2026 - 00:00
Nvidia lieferte eine positive Überraschung für Investoren, die davon ausgingen, dass der KI-Boom kurz vor einer Abflachung stehen müsse. Die Aktie des Chipherstellers legte im nachbörslichen US-Handel um 5,5 Prozent zu. Finanzvorständin Colette Kress erwartet für das Geschäftsjahr 2028 ein Umsatzwachstum von 70 Prozent. Das ist deutlich besser als das von Analysten prognostizierte Wachstum von 45 Prozent. Zusammen mit dem Rekordquartal des Konzerns, dessen Ergebnisse ebenfalls weit über den Schätzungen lagen, trug die Prognose dazu bei, die zunehmenden Sorgen am Markt zu beruhigen. Diese betrafen die schwindelerregenden Ausgaben für die KI-Infrastruktur und das Ausmass, in dem Nvidia sich engagiert, um Kunden beim weiteren Ausbau von Rechenzentren zu unterstützen. Für das im Juli beendete Quartal meldete Nvidia einen Rekordumsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar, Analysten hatten mit 92,3 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn von 59,7 Milliarden Dollar und der Gewinn je Aktie von 2,46 Dollar übertrafen die Analystenerwartungen ebenfalls bei Weitem.
Am schweizerischen Aktienmarkt ist es am Mittwoch weiter aufwärts gegangen, wenn auch nur sehr moderat. Der SMI gewann 0,1 Prozent auf 14.543 Punkte. Tagessieger im SMI waren Holcim mit einem Plus von 3,7 Prozent. Auf Platz zwei fand sich die Aktie der Tochter Amrize. Sie hatte am Vortag noch stark nachgegeben mit der Nachricht, dass der Finanzchef geht. Nun erholte sie sich wieder um 3,3 Prozent. Am Ende im Index rangierten defensive Aktien. Die beiden Pharmawerte Roche und Novartis verloren 1,5 bzw. 0,9 Prozent. Swisscom büssten 0,7 Prozent ein. In der zweiten Reihe schossen Softwareone um fast 10 Prozent nach oben. Das Unternehmen wuchs im ersten Halbjahr kräftig und konnte zugleich die Profitabilität steigern. Der Nettogewinn stieg auf 70,6 Millionen von 29,6 Millionen Franken. Ebenfalls nach der Vorlage von Geschäftszahlen machten Gurit einen Satz um knapp 21 Prozent. Der Spezialkunststoffhersteller erhöhte zudem die Jahresziele und machte den bisherigen Interimschef nun zum regulären Konzernchef. Der Bahnausrüster Stadler Rail übertraf mit seinen Halbjahreszahlen die Erwartungen, wobei der Umsatz um 40 Prozent nach oben schoss und sich das operative Ergebnis sogar verdoppelte. Die Aktie machte darauf einen Satz um 22,4 Prozent.
Europa
Mit kleinen Gewinnen haben sich die europäischen Aktienmärkte aus dem Mittwochhandel verabschiedet. Der DAX ging mit einem Miniplus von 0,1 Prozent auf 26.286 Punkte aus dem Tag, der Euro-Stoxx-50 schloss 0,2 Prozent höher. Unternehmensnachrichten waren weiter rar. SAP führten mit einem Minus von 2,9 Prozent die Verliererliste im DAX an. Die UBS hatte die Aktie auf "Neutral" nach "Kaufen" abgestuft, unter anderem mit dem Verweis auf fehlende kurzfristige KI-Kurstreiber. Im Sektor standen aber auch andere Werte unter Druck: Nemetschek fielen um 1,4 und Atoss Software um 1,6 Prozent. In London ging es für Sage um 3,8 Prozent nach unten, in Paris für Capgemini um 2,7 Prozent. Aufwärts ging es mit den Kursen der Stahlaktien nach zuletzt wieder besseren Konjunkturdaten, wie dem deutschen Ifo-Index. Thyssenkrupp legten um 5,5 Prozent zu, Salzgitter sogar um 9,1 Prozent. Arcelormittal stiegen um 3,2 Prozent und in Wien Voestalpine um 4,1 Prozent, Auch Werte rund um Bau und Dienstleistungen zogen kräftig an. Heidelberg Materials stiegen um 5,2 Prozent oder Bilfinger um 4,2 Prozent. In Zürich legten Holcim um 3,7 Prozent zu, in Mailand Buzzi um 3,2 Prozent.
USA
Die US-Aktienmärkte gaben am Mittwoch leicht nach. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 113,52 Punkte oder 0,21 Prozent auf 53463,88. Der S&P 500 gab um 1,58 Punkte oder 0,02 Prozent auf 7675,70 nach, und der technologielastige Nasdaq Composite verlor 21,10 Punkte oder 0,08 Prozent auf 26130,20. Die Meta-Aktie stieg um 1,1 Prozent auf 576,14 Dollar, nachdem der Eigentümer von Facebook und Instagram einem Vergleich in Höhe von 18 Milliarden Dollar mit 48 Generalstaatsanwälten zugestimmt hatte. Die Aktie von Abercrombie & Fitch legte um 36 Prozent auf 147,75 Dollar zu, nachdem der Modehändler für junge Leute mitgeteilt hatte, dass seine Gewinne durch eine Zollrückerstattung und eine robuste Nachfrage gestützt würden. Die Aktie erreichte während der Handelssitzung ein neues 52-Wochen-Hoch von 154,48 Dollar. Die Aktie von Revolution Medicines stieg um 1,9 Prozent auf 215,44 Dollar, nachdem die US-Arzneimittelbehörde die kommerzielle Zulassung für die Pille des Biotech-Unternehmens gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs erteilt hatte. Dies ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen eine besonders tödliche Form der Krankheit. Die Aktie von Revolution hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Im Bereich der Übernahmen schloss die Fondsverwaltungsgesellschaft Vanguard Group eine Vereinbarung über 4 Milliarden Dollar zum Erwerb der Finanztechnologie-Plattform Altruist ab, um ihr Angebot für Finanzberater zu erweitern.
Asien
Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich am Donnerstag trotz gut ausgefallener Nvidia-Zahlen lediglich uneinheitlich. In Tokio geht es nach oben, der Topix gewinnt 0,3 Prozent. Der technologielastige Kospi in Seoul verbessert sich deutlich um 1,8 Prozent. Shanghai liegt 0,6 Prozent höher. Dagegen geht es in Hongkong um ein halbes Prozent nach unten. Asiatische Chip-Aktien zeigen sich uneinheitlich. In Seoul steigen SK Hynix und Samsung Electronics um 3,0 bzw. 2,1 Prozent. In Tokio ziehen Kioxia um 5,0 Prozent an, Murata Manufacturing um 2,2 Prozent. In Taipeh in Taiwan springen Largan um fast 10 Prozent an, Taiwan Semiconductor kommen aber nur um 0,4 Prozent voran. In Hongkong verteuern sich Hua Hong um über 4 und SMIC um gut 2 Prozent. In Tokio verlieren Advantest dagegen 1,8 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 0,026 Prozentpunkte auf 4,663 Prozent. Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen Staatsanleihe legte um 0,021 Prozentpunkte auf 4,222 Prozent zu. Angetrieben von den Inflationsdaten zog die Rendite der 30-jährigen Anleihe um 0,11 Prozentpunkte auf 5,185 Prozent an. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben stieg im Juli auf Jahresbasis um 3,7 Prozent und blieb damit weit über dem Inflationsziel der US-Notenbank.
Analyse
Kursziel Georg Fischer: Jefferies erhöht auf 68 (64) CHF - Buy
Kursziel Kardex: UBS erhöht auf 350 (346) CHF - Neutral
Kursziel Inficon: Jefferies erhöht auf 200 (156) CHF - Buy
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