Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Tue, 01.09.2026 - 00:00
Das Börsendebüt des Fast-Fashion-Riesen Shein ist von einem deutlichen Kursrutsch begleitet worden. Gegenwind von regulatorischer Seite und nachlassende Umsätze fordern das einst mit 100 Milliarden US-Dollar bewertete Handelsunternehmen zunehmend heraus. Die Shein-Aktie fiel im frühen Handel in Hongkong um bis zu 10 Prozent. Das Papier sank am Dienstag auf bis zu 43,72 Hongkong-Dollar, bevor es sich etwas erholen konnte und dann bei 44,50 Hongkong-Dollar gehandelt wurde. Das entspricht einer Marktkapitalisierung des gesamten Unternehmens von rund 24 Milliarden US-Dollar. Der Börsengang des Unternehmens, das für ultrabillige, trendige Kleidung bekannt ist, war jahrelang vorbereitet worden. Eine Reihe regulatorischer Hürden, verschärft durch geopolitische Spannungen, haben dem Geschäft von Shein geschadet und Bemühungen um eine Börsennotiz erschwert. Versuche, in New York und London an die Börse zu gehen, scheiterten jeweils. Doch selbst mit der reduzierten Bewertung ist die Erstnotiz immer noch eine der grössten in Hongkong in diesem Jahr, hinter Technologiewerten wie dem Nvidia-Zulieferer Zhongji Innolight und dem Apple-Lieferanten Luxshare Precision Industry.
Etwas leichter haben sich die Aktienkurse in der Schweiz am Montag gezeigt. Der SMI verlor 0,8 Prozent auf 14.286 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 18 Kursverlierer und zwei -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 23,09 (zuvor: 15,24) Millionen Aktien. Auf der Stimmung lasteten Inflationssorgen, wie Händler sagten. Ansonsten war es nachrichtlich zu Wochenbeginn eher ruhig. Da die wichtige Londoner Börse wegen eines Feiertags am Montag geschlossen blieb, fehlten die Impulse von dort. Auch die Bilanzsaison läuft aus. Am Dienstag werden noch Partners Group (-2,2%) und Swiss Life (-0,3%) Geschäftszahlen vorlegen. Am übrigen Markt war keine einheitliche Tendenz festzustellen. Unter den Schwergewichten im SMI sanken Novartis und Roche um 0,4 und 1,6 Prozent. Nestle schlossen etwas fester. Im Einklang mit der europaweiten Schwäche von Aktien des Baustoffsektors verloren Holcim 2,7 Prozent. Die Titel führten die Verlierer im SMI an.
Europa
Der europäische Aktienmarkt ist mit deutlichen Abschlägen in die neue Woche gestartet. Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 26.258 Punkte, bei 26.618 hatte der Index am Freitag noch ein neues Rekordhoch markiert. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 1 Prozent nach unten. Hier stützten die Aufschläge bei Energiewerten leicht: Eni gewannen 2,3 Prozent oder Totalenergies 1,2 Prozent. Wegen des Feiertages in Grossbritannien fehlten allerdings die wichtigen Marktteilnehmer aus London. Die gesamtdeutschen Inflationszahlen setzten dagegen keine Akzente an den Märkten. Die Preise sind im August wie erwartet um 2,9 Prozent gestiegen, harmonisiert fiel der Preisanstieg mit ebenfalls 2,9 Prozent sogar unter der Prognose von 3,2 Prozent aus. Tagesverlierer und im DAX waren Siemens Energy. Die inzwischen mit knapp 6 Prozent im DAX gewichtete Aktie büsste 5 Prozent ein. Ein Händler verwies auf Aussagen von Elon Musk, wonach SpaceX Turbinenblätter herstellen will wegen der extrem langen Wartezeiten bedingt durch die hohe Nachfrage nach Gasturbinen. Dies verzögere den Ausbau seiner Datencenter. Nordex gaben um 2 Prozent nach. Chemieaktien legten dagegen weiter zu, nachdem der Ifo-Geschäftsklimaindex für die Branche am Freitag positive Signale gesendet hatte. BASF stiegen um 0,9 und Brenntag um 1,8 Prozent. Im MDAX kamen Lanxess um 3,2 Prozent voran und Wacker Chemie um 0,8 Prozent. Aroundtown rutschten um 3,1 Prozent ab, nachdem Goldman Sachs das Kursziel deutlich gesenkt hatte. Aber auch andere Immobilienaktien gaben mit der Aussicht auf höhere Zinsen nach; Vonovia um 3, TAG Immobilien um 3,6 und LEG Immobilien um 2 Prozent.
USA
Die US-Aktienmärkte haben nachgegeben, da erneute Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran in der Nähe der Strasse von Hormus die Ölpreise und die Renditen langfristiger Staatsanleihen in die Höhe getrieben haben. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 374,09 Punkte oder 0,70 Prozent auf 53.185,90 Punkte. Der S&P 500 verlor 25,62 Punkte oder 0,33 Prozent auf 7.686,14 Punkte, und der technologielastige Nasdaq Composite gab um 31,53 Punkte oder 0,12 Prozent auf 26.370,89 Punkte nach. Die Nvidia-Aktie stieg um 1,4 Prozent auf 220,50 Dollar, nachdem der KI-Chiphersteller mitteilte, dass er plant, 3,5 Milliarden Dollar in den Chipdesigner MediaTek zu investieren. Damit vertiefen die Unternehmen ihre Zusammenarbeit beim Aufbau von KI-Rechenplattformen der nächsten Generation. Die Amazon-Aktie fiel um 2,5 Prozent auf 259,77 Dollar, der stärkste Rückgang seit mehr als einem Monat. Zuvor war berichtet worden, dass die Federal Trade Commission eine Klage vorbereitet. Die Deal-Aktivität nahm zu, da Investmentbanker vor einem weiteren "Merger Monday" am Wochenende arbeiteten. Aon hat zugestimmt, den konkurrierenden Versicherungsmakler USI Insurance von der Investmentfirma KKR für rund 17 Milliarden Dollar, einschliesslich Schulden, zu kaufen.
Asien
Uneinheitlich geht es am Dienstag an den Börsen in Ostasien und Australien zu. In Tokio legt der Topix um 0,7 Prozent zu, der Kospi im südkoreanischen Seoul bewegt sich um seinen Vortagesschlussstand. Die südkoreanischen Exporte sind im August im Vergleich zum Vorjahr um 68,7 Prozent gestiegen, was die Erwartungen von Ökonomen übertrifft.
Obligationen
Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen US-Staatsanleihe blieb zu Wochenbeginn unverändert. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe stieg um 0,036 Prozentpunkte auf 4,757 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe legte am Montag um 0,041 Prozentpunkte auf 5,248 Prozent zu.
Analyse
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