Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Mon, 07.09.2026 - 00:00
Ein mit Spannung erwartetes Cholesterin-Medikament von Novartis hat in einer Phase-3-Studie das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse nicht senken können. Dies bedeutet einen Rückschlag für das Unternehmen und andere Akteure, die einen neuen Ansatz zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforschen. Novartis teilte mit, dass das Medikament das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse - einschliesslich Todesfällen, Herzinfarkten und Schlaganfällen - im Vergleich zu einem Placebo nicht verringert habe. Es sei jedoch gelungen, die Konzentration von Lipoprotein(a) im Blut, einem als Lp(a) bekannten Fettpartikel, zu senken, so Novartis. Die Aktien von Novartis fielen am Freitag im nachbörslichen Handel um mehr als 4 Prozent.
Am Freitag schloss der SMI kaum verändert bei 14.396 Punkten. Gesucht waren Aktien des Baustoffsektors. Holcim, Amrize und Sika verbesserten sich um bis zu 2,4 Prozent. Auch Technologiewerte gehörten zu den Gewinnern; sie von der Erholung des US-Sektors profitierten. Im SMI gewannen Logitech 0,7 Prozent, unter den Nebenwerten sprangen Ams-Osram um 6,3 Prozent nach oben. Gestützt wurde der SMI auch von Schwergewicht Nestlé, dessen Kurs um 0,6 Prozent zulegte. Die Pharmaschwergewichte Novartis (-1,3%) und Roche (+0,1%) profitierten nicht davon, dass die Bank of America die jeweiligen Kursziele erhöht und ihre Kaufempfehlung für beide Aktien erhöht hatte. Das Kursziel für Lonza (-2,5%) wurde ebenfalls erhöht, hier blieben die Analysten bei der Empfehlung "Neutral". Pharmawerte tendierten allerdings europaweit schwächer. Richemont erholten sich um 1 Prozent, nachdem sie am Vortag im Einklang mit dem Luxusgütersektor deutlich unter Druck gestanden hatten. Beobachter hatten dies damit erklärt, dass die Kunden immer weniger bereit seien, die hohen Preise für Luxusgüter zu zahlen. Auch die nicht in allen Punkten überzeugenden Zahlen des US-Dessousherstellers Victoria's Secret waren als Erklärung für den Ausverkauf im Sektor herangezogen worden.
Europa
Mit kleinen Kursgewinnen haben sich Europas Börsen am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Der DAX stieg um 0,2 Prozent auf 26.046 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 rückte um 0,2 Prozent auf 6.393 Punkte vor. Konjunkturaktien in Deutschland wurden von überraschend gute Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Juli gestützt. Zusammen mit Hoffnungen auf einen Wendepunkt bei VW strahlte dies auf den gesamten Auto- und auch Stahlsektor aus. VW sprangen mit der angekündigten Restrukturierung um 6,5 Prozent nach oben, BMW, Mercedes, Stellantis und Renault um bis zu 1,8 Prozent. Der Automobilsektor stieg um 1,2 Prozent. Nachrichtlich standen VW im Fokus: Hier hatte überraschend der Aufsichtsrat bereits am Donnerstag dem Sanierungsplan des Vorstands zugestimmt - und zwar einstimmig auch mit den Gewerkschaften. Der Plan sieht den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 vor, massive Investitionen und eine höhere Effizienz. Profiteur des Konjunkturoptimismus war auch die zuliefernde Stahlindustrie, wo Arcelormittal um 2,4 Prozent, Salzgitter um 5,8 Prozent und Thyssenkrupp um 6,5 Prozent stiegen. Stahlwerte waren wegen stärkerer Konjunkturdaten aus Europa schon die ganze Woche über gesucht. Die Aktien von AT&S waren mit 11,2 Prozent stärkster Wert im Stoxx-600-Index. Das österreichische Tech-Unternehmen ist durch bullishe Kommentare von Oddo wieder in den Fokus gerückt.
USA
Der Dow Jones Industrial Average fiel am Freitag um 271,86 Punkte bzw. 0,51 Prozent auf 53.414,25. Der S&P 500 sank um 29,11 Punkte bzw. 0,38 Prozent auf 7.718,60 und der technologielastige Nasdaq Composite gab um 77,07 Punkte bzw. 0,29 Prozent auf 26.506,99 nach. Die schwedische Investmentgesellschaft EQT hat sich bereit erklärt, für 2 Milliarden Dollar eine Mehrheitsbeteiligung am Londoner Versicherungsmakler McGill and Partners vom Konkurrenten Warburg Pincus zu erwerben. Die Transaktion folgt auf eine weitere milliardenschwere Fusion von Versicherungsmaklern, die geplante Übernahme von USI Insurance durch Aon für 17 Milliarden Dollar. Die Aktie von Tesla fiel um 5,9 Prozent auf 354,08 Dollar, nachdem die Bundesaufsichtsbehörden eine Untersuchung des lenkradlosen Cybercab des Elektroautoherstellers eingeleitet hatten, um festzustellen, ob es den Sicherheitsstandards entspricht. Die Aktie von Lululemon brach um 17 Prozent auf 100,61 Dollar ein, nachdem der Yogabekleidungshändler seine Umsatzprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt hatte. Die Aktie des Kredit-Scoring-Unternehmens Fair Isaac rutschte um 17 Prozent auf 932,26 Dollar ab und die der Kreditauskunftei Equifax gab um 6,4 Prozent auf 177,05 Dollar nach.
Asien
Die Börsen in Ostasien tendieren am Montag uneinheitlich. Klare Tagesfavoriten sind in der Region Chipaktien mit wieder auflebender KI-Fantasie. Der Kospi in Seoul macht einen Satz um 3,9 Prozent, die Aktien der beiden Chip-Giganten SK Hynix und Samsung Electronics verteuern sich um 6,3 bzw. 4,5 Prozent, Hanmi Semicondutor gewinnen 3,7 Prozent. In Tokio legen die Chiptitel Advantest und Renesas um 4,0 bzw. 3,0 Prozent zu. Murata Manufacturing ziehen um über 5 Prozent an. Der dortige breite Börsenindex Topix liegt 0,4 Prozent höher. In Hongkong verliert der HSI dagegen 1,0 Prozent, während es in Shanghai um 0,2 Prozent nur ganz leicht nach unten geht. Trotz des Indexminus sind auch in Hongkong Halbeiteraktien gesucht. SMIC gewinnen 1,6 und Hua Hong Grace 5,2 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 0,022 Prozentpunkte auf 4,783 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe legte 0,003 Prozentpunkte auf 5,246 Prozent zu. Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen Staatsanleihe kletterte 0,047 Prozentpunkte auf 4,379 Prozent und schloss damit nur 2 Basispunkte unter einem 52-Wochen-Hoch. Die unerwartete Erholung am Arbeitsmarkt hellte die Aussichten für das Wirtschaftswachstum auf, erhöhte aber auch den Druck auf die US-Notenbank, gegen die Inflation vorzugehen. An den Märkten für Fed-Funds-Futures stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung anlässlich der bevorstehenden Zentralbank Sitzung auf rund 60 Prozent.
Analyse
Kursziel Swiss Life: Barclays erhöht auf 936 (890) CHF - Overweight
Rating Kühne+Nagel: MS senkt auf Underweight (Equal Weight) - Ziel 200 (194) CHF
Kursziel Swiss Re: Barclays erhöht auf 123 (116) CHF - Underweight
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