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Glencore beendet Geschäfte mit Radiant – mutmassliche Fälschungen

Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Wed, 16.09.2026 - 00:00

Thema des Tages

Glencore hat die Geschäftsbeziehungen mit dem Händler Radiant World, Sapphire Minmetals und verbundenen Unternehmen beendet. Der Rohstoffkonzern hat nach eigenen Angaben Belege dafür gefunden, dass die Firmen gefälschte Rechnungen und Verträge sowie fingierte E-Mails an mehrere Finanzinstitute übermittelt haben. Dabei hätten die Unternehmen fälschlicherweise behauptet, die E-Mails stammten von Glencore-Mitarbeitern, teilte der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss mit. Glencore überprüft nun seine historischen Geschäftsaktivitäten mit der insolvenzbedrohten Eisenerz-Handelsfirma. Sämtliche Verpflichtungen gegenüber den Firmen seien beendet worden. Radiant World und Sapphire Minmetals haben laut Glencore Forderungen in erheblicher Höhe gegen den Rohstoffkonzern geltend gemacht. Glencore bezeichnet diese Forderungen als unbegründet und will deshalb geeignete Schritte einleiten.

Schweizer Aktien

Der schweizerische Aktienmarkt beendet den gestrigen Handel etwas leichter. Der SMI verlor 0,5 Prozent auf 13.809 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich zehn Kursverlierer und zehn -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 26,34 (zuvor: 21,63) Millionen Aktien. Kräftig unter Druck standen die Aktien der UBS, die 3,4 Prozent abgaben. Marktteilnehmer verwiesen auf eine Abstimmung über einen abgeschwächten Regulierungsvorschlag mit Blick auf Eigenkapitalanforderungen und auf Aussagen des Bank-of-America-Chefs zu weitgehend stagnierenden Handelserträgen und Investmentbanking-Gebühren. Anleger trennten sich auch von den SMI-Schwergewichten: Nestlé verbilligten sich um 1,7 Prozent, Novartis um 0,1 und Roche um 0,2 Prozent. Schwache chinesische Einzelhandelsdaten belasteten die Aktien von Richemont (-1,9%) und Swatch (-1,1%). Für die beiden Luxusgüterhersteller ist China ein wichtiger Absatzmarkt.

Internationale Märkte

Europa
Für etwas Entspannung sorgten gestern an den europäischen Börsen zurückkommende Anleiherenditen. Die deutsche Zehnjahresrendite stand bei 3,53 Prozent, 4 Basispunkte unter dem Tageshoch. Sie bewegte sich damit dennoch auf dem höchsten Niveau seit 2009. Die von den Marktteilnehmern besonders stark beachtete US-Zehnjahresrendite, die am Montag die 5-Prozent-Marke geknackt hatte, stand bei 4,99 Prozent. Im Tageshoch waren es schon 5,04 Prozent gewesen. Der DAX gab 0,2 Prozent nach auf 25.402 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büsste 0,4 Prozent ein. Der Dollar zeigte mit der Erwartung einer US-Leitzinserhöhung am heutigen Abend weiter Stärke. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die Fed zum ersten Mal seit drei Jahren die Leitzinsen erhöhen wird. Die schwierigere Frage ist jedoch, was danach kommt. Seitdem die Fed den Leitzins in den 1990er-Jahren als Hauptinstrument zur Steuerung der Fremdkapitalkosten etabliert hat, hat die US-Notenbank nur ein einziges Mal die Zinsen in einem einmaligen Schritt angehoben - im Jahr 1997.

USA
Die US-Aktienmärkte haben vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank nachgegeben. Gleichzeitig erreichten die Renditen von US-Staatsanleihen angesichts der Anzeichen für einen länger anhaltenden Ölschock weitere mehrjährige Höchststände. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 328,09 Punkte oder 0,63 Prozent auf 52.093,11 Zähler. Der S&P 500 verlor 34,25 Punkte oder 0,45 Prozent auf 7.585,73 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite gab um 204,84 Punkte oder 0,78 Prozent auf 25.981,57 Zähler nach. Eine Erholung bei KI-Aktien fiel verhalten aus, da die Händler Aussagen von KI-Firmen über eine Verlangsamung der Entwicklung abwägten. Der PHLX "SOX" Semiconductor Sector Index stieg um 0,4 Prozent, hat aber laut Dow Jones Market Data in den letzten drei Monaten immer noch mehr als 20 Prozent verloren. Globale Halbleiteraktien wurden in der Fondsmanager-Umfrage der BofA als der "am stärksten überlaufene Handel" ("most crowded trade") identifiziert. Truist Financial hat eine Vereinbarung über den Verkauf von Autokrediten im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar getroffen. Dies ist Teil der Entscheidung des Finanzdienstleisters aus Charlotte, North Carolina, sich aus dem Near-Prime-Autokreditgeschäft zurückzuziehen. Die US-Aufsichtsbehörden befragten Tesla eingehend, ob sein lenkradloses Cybercab eine Möglichkeit für Menschen haben könnte, es zu fahren.

Asien
Zur Wochenmitte dominieren an den Börsen in Ostasien und Australien positive Vorzeichen. An der Börse in Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 0,5 Prozent, der breiter gefasste Topix legt um ebenfalls 0,5 Prozent zu.

Obligationen
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg um 0,035 Prozentpunkte auf 4,995 Prozent, den höchsten Schlussstand seit dem 20. Juli 2007. Die Rendite der zinssensitiven zweijährigen Anleihe erhöhte sich um 0,028 Prozentpunkte auf 4,661 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe stieg um 0,036 Prozentpunkte auf 5,362 Prozent.

Analyse
JPM senkt Lanxess-Ziel auf 15 (18) EUR – Neutral
Berenberg erhöht GSK auf Buy (Hold) – Ziel 2.200 (2.000) p


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