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UBS-Chef Ermotti hält Kapital-Kompromiss für "verkraftbar"

Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Mon, 21.09.2026 - 00:00

Thema des Tages

UBS-Chef Sergio Ermotti hat vor dem Entscheid des Ständerats zur UBS-Regulierung die Behörden scharf kritisiert. Die Finma und die Schweizerische Nationalbank (SNB) seien mitverantwortlich für das, was mit der Credit Suisse (CS) passiert ist, sagte er in einem am Sonntagabend veröffentlichten Interview mit der „NZZ". Den Vorschlag der Ständeratskommission bezeichnete er als "verkraftbar". Mit dem Kommissionsvorschlag müsste die UBS laut Ermotti rund 13 Milliarden Dollar zusätzliches Tier-1-Kapital aufbauen. Die jährlichen Zusatzkosten durch die CS-Akquisition würden sich damit auf 2 Milliarden Dollar belaufen. Als schlimmstmöglichen Ausgang nannte Ermotti eine Unterlegung mit 90 oder 100 Prozent hartem Kernkapital. Der Bundesratsvorschlag würde die UBS laut ihm jährlich rund 3 Milliarden Dollar kosten; der 90-Prozent-Vorschlag sei ähnlich teuer. "Mit einem blauen Auge können wir leben, aber zwei blaue Augen und eine gebrochene Nase sind zu viel", sagte Ermotti. Es sei der UBS klar, dass sie einen "politischen Preis" zahlen müsse. Die CS habe nur so lange überleben können, weil ihr die Finma weitgehende Zugeständnisse gemacht habe. Und die SNB habe die Probleme ignoriert: In ihrem Bericht zur Finanzstabilität finde sich kein Wort dazu, dass sich die CS seit mindestens 2019 in einer sehr schwierigen Lage befunden habe.

Schweizer Aktien

Am schweizerischen Aktienmarkt ist es zum Wochenausklang kräftig nach unten gegangen. Der SMI reduzierte sich um 1,2 Prozent auf 13.787 Punkte und schloss damit auf seinem Tagestief. Belastet wurde das Sentiment auch vom deutlichen Minus der Nestlé-Aktie, die um 2,6 Prozent nachgab. Auch die anderen Index-Schwergewichte Novartis (-0,8%) und Roche (-1,2%) zeigten sich mit Abgaben.Die Aktien aus dem Luxusgüter-Sektor gaben ihre Vortagesgewinne wieder ab. Für die Papiere von Richemont ging es um 1,6 Prozent nach unten und Swatch reduzierten sich um 0,5 Prozent. Luxusgüter-Konzerne sollten sich auf eine anhaltend schwache Nachfrage in China einstellen, so Berenberg. Sandoz gewannen dagegen 1,1 Prozent. Die Zulassung für eine generische Version von Novos Ozempic in Kanada ist für die Sandoz Group zwar positiv, es sei jedoch schwierig einzuschätzen, wie gross der Schub für den Schweizer Generikahersteller sein wird, meinte Harry Sephton von RBC Capital Markets.

Internationale Märkte

Europa
Mit kräftigen Verlusten haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag den Handel beendet. Der DAX fiel um 1,6 Prozent auf 25.304 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 gab um 1,4 Prozent auf 6.236 Punkte nach, belastet durch einen schwachen Telekom-Sektor. Infineon kletterten um 2,7 Prozent; Oddo BHF hat die Aktie auf "Outperform" erhöht. Allerdings zogen Chip- und KI-Aktien auf breiter Front an. ASML verteuerten sich um 2,0 Prozent, STMicro um 2,4 Prozent und Aixtron um 2,0 oder BE Semiconductor um 2,8 Prozent. Im Rüstungssektor legten Renk und TKMS mit positiven Analysten-Kommentaren um 5,6 bzw. 1,3 Prozent zu. Siltronic machten einen Satz um 10,5 Prozent auf 76,95 Euro, nachdem die UBS das Kursziel auf 120 nach 105 Euro erhöht hatte. Europaweit schwach zeigten sich die Telekomaktien, deren Sektor-Index um 3,2 Prozent fiel. Einer der grössten Verlierer waren hier Orange mit einem Minus von 5,8 Prozent. Morgan Stanley hat die Aktie auf "Underweight" herabgestuft. Engie gaben um 0,9 Prozent nach, Nokia stiegen dagegen um 1,2 Prozent - beide Aktien werden in den Euro-Stoxx-50 aufgenommen. Absteiger sind VW (-5,6%) und Wolters Kluwer (-2,7%). Barclays, die in den Stoxx-50 kommen, gaben um 3,5 Prozent nach, Prosus, die dafür Platz machen müssen, stiegen um 0,2 Prozent.

USA
Die US-Aktienmärkte haben sich am Freitag uneinheitlich entwickelt. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 95,40 Punkte oder 0,18 Prozent auf 51.682,64 Zähler. Der S&P 500 stieg unterdessen um 12,74 Punkte oder 0,17 Prozent auf 7.650,50 Zähler und der technologielastige Nasdaq Composite gewann 104,25 Punkte oder 0,39 Prozent auf 26.522,55 Zähler hinzu. Die Aktie des Speicherchip-Herstellers SanDisk, einem Hauptprofiteur der Nachfrage nach Rechenzentren, stieg um 11 Prozent auf 1.791,82 Dollar. Konkurrenten wie Micron legten ebenfalls zu. Die Aktie von Netflix gab um 4,7 Prozent auf 71,79 Dollar nach, nachdem Analysten von Wells Fargo ihre Einstufung für den Streaming-Dienst gesenkt hatten. Sie begründeten dies mit einem glanzlosen Programmangebot für die zweite Jahreshälfte. Die Analysten senkten Netflix von "Equal Weight" auf "Underweight" und reduzierten ihr Kursziel für die Aktie von 80 auf 57 Dollar. Der Rivale des Streaming-Konzerns, Disney, hat Karandeep Anand, den Leiter des KI-Unternehmens Character.AI, zu seinem ersten Chief Technology Officer ernannt. Damit treibt CEO Josh D'Amaro den Unterhaltungskonzern weiter in den digitalen Bereich voran. Warren Buffett ist als Vorsitzender von Berkshire Hathaway zurückgetreten. Er hatte den 1-Billion-Dollar-Mischkonzern mehr als sechs Jahrzehnte lang geleitet. Sein Sohn Howard wird sein Nachfolger.

Asien
Vor dem Hintergrund weiter fallender Ölpreise überwiegen am Montag im Handelsverlauf an den Börsen in Ostasien moderate Aufschläge. Während in Japan das Börsengeschäft wegen Feiertagen bis einschliesslich Mittwoch ruht, legt der technologielastige Kospi in Seoul um 1,8 Prozent zu. Nach oben geht es auch in Shanghai und in Hongkong, und zwar um je 0,6 Prozent. Für zuversichtliche Stimmung insbesondere an den chinesischen Börsen sorgt das Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am Donnerstag in Washington.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zum Wochenschluss um 0,049 Prozentpunkte auf 4,995 % und lag damit nur einen Hauch von ihrem 19-Jahres-Hoch entfernt. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe kletterte um 0,031 Prozentpunkte auf 5,327 % und lag damit nur vier Basispunkte unter einem Mehrjahreshoch. Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe legte um 0,054 Prozentpunkte auf 4,741 % zu und erreichte damit den höchsten Schlussstand seit Juli 2024.

Analyse
Kursziel Straumann: Berenberg nimmt mit Buy wieder auf - Ziel 118 CHF
Kursziel Amrize: Jefferies senkt auf 30,60 (41,40) CHF - Hold
Kursziel Stadler Rail: UBS erhöht auf 30 (20) CHF - Neutral

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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