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Der neue KI-Agent von Meta ist ein voller Erfolg – und die Kritik hat bereits eingesetzt

Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Wed, 23.09.2026 - 00:00

Thema des Tages

Meta Platforms (-0,6%) scheint ein erfolgreiches KI-Produkt in der Hand zu haben, doch der Weg des Unternehmens zur endgültigen Vorherrschaft in diesem nächsten Kapitel der KI-Nutzung durch Verbraucher ist alles andere als gesichert. Vor zwei Wochen brachte Meta einen neuen, benutzerfreundlichen persönlichen KI-Assistenten namens „Muse“ auf den Markt. Die App, über die Nutzer auf den Assistenten zugreifen, steht seit Freitag auf Platz 1 im US-App-Store von Apple, was die Meta-Aktie am Montag um 11 % steigen liess. Doch bereits jetzt gerät das Unternehmen aufgrund von Datenschutzbedenken unter die Lupe. Amazon.com hat in den letzten Tagen den KI-Assistenten von Meta für Einkäufe auf seiner Website gesperrt, und Analysten gehen davon aus, dass Wettbewerber in naher Zukunft eigene Versionen von „Muse“ auf den Markt bringen werden. Sollte Meta seine anfängliche Dynamik aufrechterhalten können, dürfte das Unternehmen massiv von einem Produkt profitieren, das auf grosse Teile der Nutzerdaten – von Textnachrichten über E-Mails bis hin zu Kalendern – zugreifen könnte, und zwar zu einer Zeit, in der Investoren höhere Renditen aus den milliardenschweren Ausgaben des Unternehmens erwarten. Eine Schätzung von Truist Securities geht davon aus, dass „Muse“ dem Unternehmen bis 2030 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 28,5 Milliarden US-Dollar bescheren könnte.

Schweizer Aktien

Am Dienstag schloss der SMI kaum verändert bei 13.953 Punkten. Gesucht waren Aktien des Bausektors, die auch europaweit zu den führenden Kursgewinnern gehörten. Amrize, Holcim, Geberit und Sika rückten um 1,1 bis 3,2 Prozent vor. Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont zogen mit der breiten Erholung des Luxusgütersektors leicht an und gewannen 0,4 Prozent. Sie profitierten zusätzlich von einem positiven Analystenkommentar. RBC zählt Richemont zu ihren Favoriten im Sektor. Auf der Verliererseite fanden sich UBS mit einem Minus von 3,4 Prozent. Hier belastete weiter die Debatte um die Bankenregulierung in der Schweiz. In der zweiten Reihe legten Kühne + Nagel um 2,9 Prozent zu. Die Titel profitierten einerseits erneut von der Zusammenarbeit mit Amazon, andererseits aber auch vom weiter gesunkenen Ölpreis.

Internationale Märkte

Europa
Der DAX schloss am Dienstag kaum verändert bei 25.579 Punkten, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,1 Prozent auf 6.325 Punkte nach oben. Den stärksten Sektor in Europa stellten die Einzelhandelswerte mit einem Plus von durchschnittlich 3,1 Prozent. Die Aktien der britischen Baumarktkette Kingfisher verteuerten sich um 12,4 Prozent, nachdem das Unternehmen überzeugende Zahlen vorgelegt und seinen Ausblick angehoben hatte. Kein Licht am Ende des Tunnels machte man im Handel für Immobilienaktien aus. Vonovia verloren 0,6 Prozent, LEG Immobilien 1,2 Prozent und Aroundtown 0,4 Prozent. Für Evonik ging es 4,3 Prozent nach oben. Im Handel wurde auf Medienberichte verwiesen, denen zufolge BASF Interesse an dem Spezialchemiekonzern haben soll. Gespräche über eine mögliche Transaktion sollen Anfang des Jahres geführt worden sein. Im Handel gab man sich skeptisch. BASF kletterten um 0,8 Prozent. Tui hat die Prognosespanne für das laufende Jahr eingeengt. Für das Geschäftsjahr per Ende September erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBIT zu konstanten Wechselkursen von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Der Mittelwert der neuen EBIT-Spanne entspricht mit 1,25 Milliarden Euro praktisch exakt dem Konsens. Das Tui-Papier rückte um 0,1 Prozent vor.

USA
Die US-Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich am Dienstag. Der Dow Jones Industrial Average gab um 185,14 Punkte oder 0,36 Prozent auf 51.863,69 Zähler nach. Der S&P 500 war nahezu unverändert und fiel um 0,06 Punkte auf 7.764,64 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Composite stieg unterdessen um 122,18 Punkte oder 0,45 Prozent auf 27.244,28 Punkte, ein weiteres Rekordhoch. Die Aktie des Anbieters von Online-Shop-Technologie Shopify stieg um 7,1 Prozent auf 147,74 Dollar, nachdem das Unternehmen eine Vereinbarung getroffen hatte, Muse in seine Angebote für Einzelhändler zu integrieren. Die Aktie von Viking Therapeutics schoss um 36 Prozent auf 40,85 Dollar in die Höhe und verzeichnete damit den grössten Zuwachs seit 2024. Eine Studie zeigte, dass Patienten, die die Abnehmspritze des Unternehmens einnehmen, ihr Gewicht halten konnten, trotz des Wechsels zu selteneren Dosen. Die Aktie des konkurrierenden Herstellers von Adipositas-Medikamenten, Novo Nordisk, gab nach, da sich der Wettbewerb in der beliebten GLP-1-Kategorie verschärfte. Die Aktie von AutoZone stieg um 3,2 Prozent auf 2.894,73 Dollar. Der Einzelhändler für Autoersatzteile verzeichnete ein vierteljährliches Umsatzwachstum, das durch Neueröffnungen von Filialen und das Wachstum an bestehenden Standorten begünstigt wurde. Die Aktie des Wohnmobilherstellers Thor Industries stieg um 5,5 Prozent auf 73,80 Dollar, der stärkste Anstieg seit fast drei Monaten, nachdem die Verlangsamung des vierteljährlichen Umsatzes nicht so stark ausfiel, wie einige Investoren erwartet hatten.

Asien
Die Börsen in Ostasien zeigen am Mittwoch eine uneinheitliche Tendenz. In Tokio wird im Zuge einer Feiertagsstrecke letztmals nicht gehandelt. Der Kospi in Seoul zieht um ein halbes Prozent an. An den chinesischen Börsen überwiegen Abgaben. In Shanghai geht es um 0,4 Prozent nach unten, in Hongkong fällt der HSI um 0,8 Prozent. Tendenziell Rückenwind kommt von den Ölpreisen. Brent-Öl verbilligt sich im asiatischen Geschäft um rund 1 Prozent auf knapp über 98 Dollar, was Inflationssorgen dämpfte. In Hongkong legen China Vanke um 4,8 Prozent zu. Treiber ist eine Reuters-Meldung, wonach die Finanzaufsicht in Teile der enormen Schuldenlast des Immobilienentwicklers eingreifen will.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 0,004 Prozentpunkte auf 4,966 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe kletterte 0,006 Prozentpunkte auf 5,302 Prozent und schloss damit sechs Basispunkte unter den Mehrjahreshochs. Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen sank hingegen um 0,001 Prozentpunkte auf 4,749 Prozent.

Analyse
Kursziel ABB: Deutsche Bank erhöht auf 76 (74) CHF - Hold
Kursziel Sandoz: Octavian erhöht auf 73 (66) CHF - Hold
Kursziel Kühne+Nagel: Kepler Cheuvreux erhöht auf 250 (215) CHF - Buy


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