Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Wed, 30.09.2026 - 00:00
Das Börsendebüt des Smart-Ring-Herstellers Oura muss warten. Das in San Francisco ansässige Unternehmen hat seinen mit Spannung erwarteten Börsengang am Dienstag unter Berufung auf die Unsicherheit am Markt auf Eis gelegt. Oura, das Anfang des Jahres einen Börsengang beantragt hatte, teilte mit, dass es profitabel sei und die Emission auf eine starke Nachfrage seitens der Investoren gestossen sei. Dennoch sei der Moment für das Startup nicht der richtige, um den Schritt zu wagen. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Anleger mit volatilen Ölpreisen zu kämpfen haben, die auf häufige Unterbrechungen des Ölflusses durch die Strasse von Hormus und den daraus resultierenden weltweiten Inflationsdruck zurückzuführen sind. Neu börsennotierte Unternehmen gelten als besonders riskante Investitionen, da sie keine Erfolgsbilanz als börsennotiertes Unternehmen vorweisen können. Bereits in den letzten Tagen haben Holtec Nuclear Corp und Bamboo Insurance ihre geplanten Börsengänge wegen der unsicheren Marktaussichten verschoben. Der nächste grosse Test für den IPO-Markt wird der Mega-Börsengang von Anthropic sein.
Wieder steigende Renditen haben am Dienstag am schweizerischen Aktienmarkt für leichte Abgaben gesorgt. Der SMI reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 13.912 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 13 Kursgewinner und 7 -verlierer gegenüber. Belastet wurde das Sentiment auch von den Abgaben bei den Index-Schwergewichten Nestle (-1,0%), Novartis (-0,4%) und Roche (-1,7%). Roche hat sich zwar optimistisch zu seiner Medikamenten-Pipeline geäussert, aber die von einigen erwartete Anhebung der Prognose am Vortag nicht geliefert, als der Konzern Investoren ein Update zu seinem Pharmageschäft gab, schrieben die Analysten von RBC Capital Markets in einer Research Note. Lindt & Sprüngli hat in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal die Prognose gesenkt. Der Schokoladenhersteller teilte mit, dass er für das Gesamtjahr nun ein organisches Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent erwartet, während zuvor mit einem Plus von 4 bis 6 Prozent gerechnet worden war. Dies schmälert den Ruf für zuverlässige Prognosen, so Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.
Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag den Handel mit kleinen Gewinnen beendet. Der DAX verbesserte sich um 0,1 Prozent auf 25.399 Punkte. Im Tageshoch hatte der Index bei 25.617 Punkten gestanden, wieder anziehende Renditen an den Anleihemärkten am Nachmittag drückten dann aber auf das Sentiment. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,3 Prozent auf 6.320 Punkte. 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten zu Börsenschluss bei 5,28 Prozent - ein Plus von 4 Basispunkten. Der Ölpreis gab zwar leicht nach, Brent bleibt mit knapp 104 Dollar das Fass aber auf einem sehr hohen Niveau. Gesucht waren Technologiewerte. Infineon gewannen 4,8 Prozent, Siemens Energy 3,5 Prozent oder Aixtron 5,1 Prozent. Für ASML ging es um 4,2 Prozent nach oben. Der Prospekt zum Börsengang von Anthropic sorgte für Zuversicht. "Das hebt die Vorsicht nach dem Zurückrudern von OpenAI wieder auf", sagte ein Händler. Laut den Strategen der Helaba treiben vor allem "exorbitante" Ausgabepläne von Anthropic für die KI-Infrastruktur von bis zu 518 Milliarden US-Dollar. Fresenius fielen um 4,9 Prozent zurück und stellten den Hauptverlierer im DAX. Im Handel wurde auf eine FDA-Warnung verwiesen. In dieser werde der Sparte Kabi die Nicht-Einhaltung von Herstellungsstandards in der Produktion vorgeworfen. Zu den Verstössen gehörten Verunreinigungen. Die FDA behalte sich vor, Anträge für neue Medikamente so lange zurückzuhalten, bis das Problem gelöst sei. Fresenius erklärte gegenüber Dow Jones, das Unternehmen ergreife die notwendigen Massnahmen, um die beanstandeten Mängel abzustellen. Hapag-Lloyd legten um 9,7 Prozent zu. Der Reedereikonzern hatte wie erhofft erneut die Prognose für 2026 erhöht. Hornbach Holding stiegen um 4,1 Prozent. Hornbach zeigt sich laut Metzler in einem schwierigen Branchenumfeld - das zuletzt durch die Insolvenz des Konkurrenten Hellweg unterstrichen wurde - weiterhin widerstandsfähig.
USA
Die US-Aktienmärkte haben leicht im Minus geschlossen. Eine besorgniserregende monatliche Umfrage zum Verbrauchervertrauen wurde durch die Äusserungen eines Vertreters der US-Notenbank ausgeglichen, der vor übereilten Zinserhöhungen warnte. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 131,6 Punkte oder 0,26 Prozent auf 51.349,92 Punkte. Der S&P 500 gab um 12,85 Punkte oder 0,17 Prozent auf 7.670,84 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq verlor 22,84 Punkte oder 0,09 Prozent auf 26.797,54 Punkte. Die Aktie von Carnival sprang um 13 Prozent auf 25,11 Dollar, nachdem der Kreuzfahrtanbieter im letzten abgeschlossenen Quartal Rekordumsätze gemeldet hatte. Die Aktie von Six Flags Entertainment rutschte um 5,9 Prozent auf 10,86 Dollar ab, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es eine beliebte Achterbahn in einem seiner Parks nach mehreren Klagen wegen Verletzungen von Fahrgästen stilllegen werde. Die Aktie von Cboe Global Markets stieg um 3,4 Prozent auf 261,75 Dollar, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es seine exklusive Lizenzvereinbarung mit S&P Dow Jones Indices um 25 Jahre verlängert hat.
Asien
An den Aktienmärkten in Ostasien geht es am Mittwoch uneinheitlich zu. Am meisten tut sich in Tokio, der Topix steigt um 1,9 Prozent und macht damit das Vortagesminus wieder wett. Für Unterstützung sorgt der schwächere Yen. Er dürfte unter einer unerwartet gesunkenen japanischen Industrieproduktion im August leiden, was tendenziell gegen weitere Zinserhöhungen spricht. In Seoul und in Hongkong liegen die Börsenindizes auf Vortagesniveau. In Shanghai steigt der Composite-Index leicht um 0,3 Prozent, nachdem neue Einkaufsmanagerdaten eine Verbesserung der konjunkturellen Lage zeigen.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen setzten unterdessen ihren Aufwärtstrend fort. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Staatsanleihe stieg um 0,015 Prozentpunkte auf 5,256 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe kletterte auf 5,594 Prozent, ebenfalls der höchste Stand seit 2002. Die zinssensible zweijährige Anleihe war ein Ausreisser und fiel nach den Äusserungen von Williams um 0,035 Prozentpunkte auf 4,887 Prozent.
Analyse
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