Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Thu, 01.10.2026 - 00:00
Gewinn und Umsatz von Micron Technology sind im vierten Geschäftsquartal stark in die Höhe geschossen. Die Knappheit an Speicherchips, die das explosive Wachstum des Unternehmens im vergangenen Jahr angetrieben hat, zeigt nach Aussage des Unternehmens keine Anzeichen einer Verlangsamung. "Die Branchennachfrage hat sich seit unserer letzten Telefonkonferenz verstärkt, und wir erwarten, dass die Angebots- und Nachfragebedingungen für Speicherchips in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 deutlich angespannter sein werden als 2026", sagte CEO Sanjay Mehrotra am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Trotzdem legte die Aktie nach Börsenschluss kaum zu. Mehrotras Äusserungen kommen zu einer Zeit, in der Investoren über die Dauerhaftigkeit der Speicherknappheit diskutieren, die die Rekordgewinne von Micron beflügelt hat. Im Juni hatte er Analysten mitgeteilt, dass die Speicherknappheit über das Jahr 2027 hinaus andauern werde, schlug dabei aber einen etwas sanfteren Ton an als am Mittwoch.
Der schweizerische Aktienmarkt hat auch zur Wochenmitte den Handel mit Abgaben beendet. Der SMI reduzierte sich um 0,6 Prozent auf 13.830 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursverlierer und 4 -gewinner gegenüber. Unternehmensnachrichten waren zur Wochenmitte Mangelware. Die defensiven Index-Schwergewichte verzeichneten leichte Abgaben. Die Nestle-Aktie verlor 0,3 Prozent, die Papiere von Novartis und Roche fielen um 0,8 bzw. 0,1 Prozent. Die Aktien von Lindt & Sprüngli erholten sich nur moderat von dem Kursabsturz um 8,4 Prozent am Vortag. Hier ging es um 0,1 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal die Prognose gesenkt. Der Schokoladenhersteller teilte am Dienstag mit, dass er für das Gesamtjahr nun ein organisches Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent erwartet, während zuvor mit einem Plus von 4 bis 6 Prozent gerechnet worden war. Barry Callebaut erholten sich um 0,6 Prozent.
Europa
Mit leichten Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch den Handel beendet. Nach einer Fülle starker US-Wirtschaftsdaten und hoher Inflationszahlen aus den USA und Europa verflog die anfänglich gute Laune schnell. Der DAX fiel um 0,8 Prozent auf 25.199 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büsste 0,8 Prozent auf 6.269 Punkte ein. Auf Unternehmensseite standen vor allem Autowerte im Blick, so wie BMW (+1,5%) mit ihrem Kapitalmarkttag. JP Morgan erwartet zwar, dass das Unternehmen an seinem langfristigen Margenziel von 8 bis 10 Prozent im Automobilbereich festhalten wird, auch wenn es für die kommenden drei Jahre kein realistisches Ziel sei. Porsche Automobil Holding legten um 1,2 Prozent zu. Sie hatten im jahrelangen Rechtsstreit um die versuchte VW-Übernahme einen endgültigen Sieg errungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies Schadensersatzforderungen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro zurück. VW reduzierten sich um 0,9 Prozent. Hier stand die Kündigung einiger Tarifverträge durch das Unternehmen im Fokus. Bislang betrifft dies aber nur einige Detailregelungen, nicht den Manteltarif mit den Arbeitszeiten. Bei Autozulieferer Continental ging es 1,7 Prozent nach unten. Hier wartet der Markt auf Aussagen von ihrem Pre-Close-Call am Abend. Nach einer Herabstufung durch die Deutsche Bank auf "Hold" gaben Commerzbank um 4,0 Prozent nach. Bei Ionos führte die Ersteinschätzung mit "Sell" durch Metzler sogar zu 5,8 Prozent Minus. Die Analysten sehen keinen Grund, dem Anbieter von Web-Hosting die hohen Aktienbewertungen von KI-Unternehmen zuzubilligen.
USA
US-Aktien haben leicht im Minus geschlossen, während eine Flut von Wirtschaftsdaten die Sorgen vor bevorstehenden Zinserhöhungen linderte und Technologieaktien in die Höhe trieb. Der technologielastige Nasdaq stieg um 63,52 Punkte oder 0,24 Prozent auf 26.861,06 und machte damit die Verluste vom Anfang der Woche wieder wett. Der S&P 500 fiel unterdessen um 19,3 Punkte oder 0,25 Prozent auf 7.651,54 und der Dow Jones Industrial Average gab um 443,87 Punkte oder 0,86 Prozent auf 50.906,05 nach. Der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average schlossen beide den September im Minus. Der S&P 500 stieg im Quartal um 2 Prozent, während der Dow Industrials um 2,7 Prozent fiel. Der Nasdaq legte im Monat um 1,9 Prozent und im Quartal um 2,5 Prozent zu. United Therapeutics errang einen Sieg in seinem Patentstreit gegen den Konkurrenten Liquidia, als ein Bundesrichter entschied, dass zwei der Ansprüche von United Therapeutics gültig und verletzt seien. Die Aktie kletterte um 13 Prozent auf 541,89 Dollar und verzeichnete damit den grössten Tagesgewinn seit über einem Jahr. Die Aktie von Liquidia stürzte unterdessen um 57 Prozent auf 30,26 Dollar ab. Die Aktie von MongoDB stieg um 3,4 Prozent auf 348,61 Dollar und erholte sich damit von zweitägigen Verlusten, die durch den Wechsel des CEO zur Leitung einer neuen Abteilung von Meta Platforms ausgelöst worden waren. Der Lebensmittelhersteller Conagra Brands erhöhte seine Inflationsprognose für dieses Jahr und begründete dies mit steigenden Logistik- und Treibstoffkosten. Die Aktie fiel um 4,9 Prozent auf 13,44 Dollar.
Asien
Die asiatischen Aktienmärkte liegen am Donnerstag überwiegend im Plus. In Tokio verbessert sich der breite Topix um 0,3 Prozent, der technologielastigere Nikkei-225 macht aber einen Satz um 2,7 Prozent nach oben.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen setzten ihren jüngsten Anstieg zur Wochenmitte fort. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Staatsanleihe stieg um 0,036 Prozentpunkte auf 5,292 Prozent, den höchsten Schlussstand seit Mai 2002. Die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe legte um 0,045 Prozentpunkte auf 5,638 Prozent zu, den höchsten Stand seit Juni 2002. Die zweijährige Rendite gab um 0,002 Prozentpunkte auf 4,885 Prozent nach, was den zweiten Tag mit leichten Rückgängen markiert.
Analyse
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