Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Fri, 02.10.2026 - 00:00
Nike plant, sich zu verkleinern. Nach zwei Quartalen mit sinkenden Einnahmen in Folge rechnet Nike im laufenden Geschäftsjahr mit einem weiteren Umsatzrückgang. Das Unternehmen werde seine Betriebsabläufe schrumpfen, Stellen abbauen und regionale Geschäfte zusammenlegen, um sich anzupassen. "Diese Arbeit wird zu weniger Stellen bei Nike führen", schrieb Chief Executive Elliott Hill in einem Memo an die Mitarbeiter. Er sagte, die Entscheidungen darüber, welche Stellen wegfallen, würden im Kalenderjahr 2027 beginnen. "Wir wissen noch nicht, wie viele Stellen betroffen sein werden oder wo sich diese Positionen genau befinden." Die Nike-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 3,7 Prozent. Auf dieser Basis steuert die Aktie von Nike auf ihr schlechtestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu, mit einem Minus von bisher 47 Prozent in diesem Jahr. Hill, der 1988 als Vertriebspraktikant bei Nike begann und aus dem Ruhestand zurückkehrte, um im Oktober 2024 Chief Executive zu werden, hat seine Amtszeit damit verbracht, die Einzelhändler zurückzugewinnen, von denen sich Nike im Zuge des Direktverkaufs an Kunden abgewandt hatte. Das Unternehmen hatte jedoch mit seinem China-Geschäft - seinem zweitgrössten Markt nach den USA - zu kämpfen, da es ihm nicht gelang, von einem Sportboom zu profitieren, der Konkurrenten wie On und Hoka Auftrieb gab.
Der Schweizer Aktienmarkt hat seinen seit Anfang Woche anhaltenden Abwärtstrend fortgesetzt und nach einem erneut volatilen Kursverlauf deutlich im Minus geschlossen. Gedrückt wurde die Stimmung an den Märkten von den erneut ansteigenden Ölpreisen und den hohen Anleihenrenditen. Der SMI schloss um 1,50 Prozent im Minus auf 13'622,85 Punkten. Von den 20 SMI-Einzeltiteln gingen 17 im Minus und nur 3 im Plus aus dem Handel. Der Mid-Cap-Index SMIM verlor 1,24 Prozent auf 3037,98 Punkte und der breite SPI gab 1,44 Prozent auf 19'329,77 Punkte nach. Am Schweizer Markt wie auch an den anderen europäischen Märkten standen unter anderem die Bankentitel stark unter Druck. Marktbeobachter verwiesen dabei auf das derzeit unsichere Makroumfeld. Julius Bär (-4,1%) gaben erneut klar nach, womit die Titel die deutlichen Kursgewinne vom Mittwoch dank dem Abschluss des Finma-Verfahrens zur Signa-Pleite nun wieder vollständig abgegeben haben. Tiefer schlossen auch UBS (-3,1%), die damit auch wieder klar unter die Marke von 40 Franken fielen. Die anstehende Regulierung in der Schweiz gibt weiter zu reden: Der UBS-Investor Artisan Group hatte am Vorabend in einem Brief an den UBS-Verwaltungsrat wegen den drohenden Verschärfungen den Wegzug der Grossbank aus der Schweiz gefordert.
Europa
Mit einem deutlichen Minus haben sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Der DAX verlor 1,0 Prozent auf 24.939 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 1,5 Prozent nach auf 6.175 Punkte. Unter Druck standen vor allem die zinsempfindlichen Sektoren wie Banken und Immobilienwerte. Mit Kursgewinnen von 7,4 Prozent setzen sich die Titel von Capgemini in Paris an die Spitze der Gewinner im Stoxx-600-Index. Das französische Beratungsunternehmen folgte damit den überraschend starken Zahlen von Accenture. "Das verdrängt die diffusen Ängste über Umsatzausfälle durch KI-Konkurrenz", sagte ein Händler. Bei der britischen Werbeagentur-Holding WPP wurde mit 1,8 Prozent Plus die Wiederaufnahme in den FTSE-100-Index gefeiert, denn der Index selbst büsste 1,7 Prozent ein. Die Aktien des Autozulieferers Continental gewannen 0,4 Prozent. Das Analystentreffen vom Vorabend kam gut an, die Marge im Reifen-Geschäft wird von Berenberg und Citigroup um 14,5 Prozent erwartet. Adidas verloren 1,8 Prozent. Hier wurde mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien.
USA
Die US-Börsen haben eine volatile Handelssitzung etwas höher beendet, nachdem sich die Renditen von Staatsanleihen von ihren Mehrjahreshöchstständen zurückgezogen hatten und die Erwartungen für eine weitere Zinserhöhung in diesem Monat nachliessen. Der S&P 500 stieg um 14,91 Punkte oder 0,19 Prozent auf 7666,45, der Dow Jones Industrial Average legte um 20,51 Punkte oder 0,04 Prozent auf 50926,56 zu. Der Nasdaq verzeichnete ebenfalls ein leichtes Plus von 0,04 Prozent oder 10,53 Punkten auf 26871,60. Die Aktie von Mattel legte kräftig zu, nachdem The Wall Street Journal berichtet hatte, dass der Spielzeughersteller das Übernahmeinteresse des Markenlizenzgebers Authentic Brands Group geweckt habe. Die Aktie stieg um 19 Prozent auf 15,04 Dollar. Die Aktie von Micron stieg um 3 Prozent auf 1097,39 Dollar, einen Tag nachdem der Chiphersteller inmitten eines anhaltenden Mangels an Speicherchips einen erneuten Anstieg des Quartalsgewinns und -umsatzes gemeldet hatte. Die Aktie von Disney fiel um 3,4 Prozent auf 101,34 Dollar, nachdem The Wall Street Journal berichtet hatte, dass das Unterhaltungsunternehmen plant, sein Fernsehgeschäft durch Entlassungen und eine Zusammenlegung von Abteilungen umzustrukturieren.
Asien
An den Aktienmärkten in Ostasien und Australien ist die Tendenz am Freitag uneinheitlich. In Tokio geht es nach den teils kräftigen Vortagsgewinnen für den Topix um 1,0 Prozent nach unten.
Obligationen
Die 30-jährige US-Staatsanleihe, die am Vortag ihren höchsten Stand seit Juni 2002 erreicht hatte, ging am Donnerstag um 0,036 Prozentpunkte auf 5,602 Prozent zurück. Die geldpolitisch empfindliche zweijährige Anleihe fiel den dritten Handelstag in Folge, dieses Mal um 0,1 Prozentpunkte auf 4,785 Prozent.
Analyse
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