Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Mon, 12.10.2026 - 00:00
Einer der grössten chinesischen Automobilhersteller lässt sich nördlich der US-Grenze nieder. Der chinesische Automobilhersteller Geely plant, im nächsten Jahr mit dem Verkauf von Fahrzeugen an kanadische Kunden zu beginnen, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Geely, gemessen am Absatz einer der weltweit grössten Automobilhersteller, hat mit dem Aufbau eines Vertriebs- und Servicenetzes im Land begonnen und plant, seine ersten Fahrzeuge im Jahr 2027 bei kanadischen Verbrauchern einzuführen. "Kanada stellt einen wichtigen nächsten Schritt im internationalen Wachstum von Geely Auto dar", sagte Bryan Wu, der Geschäftsführer von Geely in Kanada. "Wir treten mit einem langfristigen Engagement in diesen Markt ein und bringen unsere globalen Technologie- und Ingenieurskompetenzen den kanadischen Autofahrern näher." Diese Ankündigung ist das bislang deutlichste Zeichen dafür, dass sich chinesische Automobilhersteller darauf vorbereiten, in Kanada gegen westliche und andere asiatische Autohersteller anzutreten. Anfang dieses Jahres öffnete Kanada den chinesischen Autoherstellern den Markt. Kanada senkte den Zollsatz für bis zu 49'000 chinesische Elektrofahrzeuge erheblich.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag klar höher geschlossen. Nach einer verlustreichen Vorwoche resultierte damit auch über die gesamten fünf vergangenen Tage ein solides Plus. Der SMI legte am Freitag 1,10 Prozent auf 13'787,40 Punkte zu. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 0,9 Prozent. Der Mid-Cap-Index SMIM verbesserte sich um 1,05 Prozent auf 3065,94 Punkte und der breite SPI um 1,06 Prozent auf 19'542,69 Zähler. Als grösster Gewinner gingen UBS (+2,8%) aus dem Handel. Nach einer durchzogenen Woche ergab sich damit immerhin eine positive Wochenbilanz. Dahinter zogen Alcon (+1,8%) und Sika (+1,7%) überdurchschnittlich an. Der Bauchemiekonzern übernimmt die britische Azpects Group und baut damit das Geschäft im Landschaftsbau aus. Mit Holcim (+1,1%) und Geberit (+0,9%) gewannen auch weitere baunahe Werte hinzu. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+1,5%) und Novartis (+1,2%) trugen ebenfalls zum Anstieg des Gesamtmarktes bei. Bei Roche sorgte die Zulassung durch die FDA für die Immuntherapie Tecentriq (Atezolizumab) zur Behandlung einer bestimmten Form von Dickdarmkrebs für etwas Rückenwind.
Europa
Die europäischen Börsen haben sich am Freitag mit freundlicher Tendenz gezeigt. Damit erholten sie sich vom Rücksetzer am Vortag. Der DAX stieg um 1,1 Prozent auf 25.087 Punkte und sprang damit wieder über die Marke von 25.000 Punkten, die er am Vortag unterschritten hatte. Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,8 Prozent zu. Auffallend fest zeigten sich dagegen Softwareaktien. Im DAX schossen SAP um 3,7 Prozent nach oben, in London legten Sage um 4,3 und Relx um 4,8 Prozent zu, in Amsterdam Wolters Kluwer um 4,5 und in Paris Dassault Systemes um 0,7 sowie in Zürich Temenos um 2,5 Prozent. Nemetschek machten sogar einen Satz um 4,9 Prozent. Capgemini gewannen in Paris 3,8 Prozent. Marktteilnehmer spekulierten über eine für Softwareunternehmen günstige Interpretation der Meldungslage um OpenAI. Laut Berichten könnte der Jahresumsatz des ChatGPT-Entwicklers möglicherweise deutlich unter den bisherigen Annahmen ausfallen. Anleger schätzten die Risiken einer schnellen Verdrängung herkömmlicher Software durch KI geringer ein. Mit Abschlägen von 0,2 Prozent partizipierten BASF nicht an der Rally des Gesamtmarkts. Belastend dürfte ein Reuters-Bericht gewirkt haben, wonach laut einem Insider die aktuelle Offerte von BASF für Evonik nicht das letzte Wort ist. Aus Marktsicht wäre das keine echte Überraschung. Evonik gewannen 1,8 Prozent auf 21,36 Euro. Damit blieb das Papier aber noch unter dem aktuellen Gebot von BASF von vermeintlich 22,15 Euro je Anteilsschein.
USA
Die US-Aktie stieg, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, dass die USA den Iran vor den Zwischenwahlen nicht angreifen würden, was die Sorgen über eine Eskalation des Nahost-Kriegs und das damit verbundene Chaos am Energiemarkt dämpfte. Der Dow Jones Industrial Average legte um 423,31 Punkte oder 0,83 Prozent auf 51.654,95 Zähler zu. Der S&P 500 stieg um 46,18 Punkte oder 0,59 Prozent auf 7.811,54 Zähler und schloss nahe seinem Allzeithoch. Der technologielastige Nasdaq Composite kletterte um 172,83 Punkte oder 0,64 Prozent auf 27.366,17 Zähler. Die Aktie von Delta Air Lines fiel um 3 Cent auf 82,17 Dollar, nachdem die Fluggesellschaft aus Atlanta ihre Gewinnwachstumsprognosen für das Jahr unter Verweis auf anhaltend hohe Treibstoffpreise gesenkt hatte. Eine robuste Nachfrage, insbesondere von wohlhabenden Reisenden, habe die Auswirkungen der höheren Kosten teilweise ausgeglichen, sagte Delta-Chef Ed Bastian. Mobilfunkanbieter gaben nach, nachdem SpaceX von Elon Musk einen bedeutenden Schritt in Richtung Brancheneinstieg gemacht hatte. Das Raumfahrtunternehmen vereinbarte den Kauf von Mobilfunkfrequenzen von der Investmentgesellschaft Grain Management für rund 8 Milliarden Dollar. T-Mobile US brach um 13 Prozent auf 148,5 Dollar ein. AT&T fiel um 9,8 Prozent auf 22,18 Dollar. Verizon rutschte um 8,7 Prozent auf 41,65 Dollar ab. Die Sorgen über die Gewinne im Bereich der künstlichen Intelligenz legten sich etwas, da Wall-Street-Analysten sagten, eine reduzierte Umsatzprognose von OpenAI könnte technische Rechnungslegungsfragen widerspiegeln. Der Halbleiterindex PHLX "SOX" fiel um 0,4 Prozent.
Asien
Mehrheitlich mit leicht positiven Vorzeichen zeigen sich die Börsen in Ostasien und Australien zu Wochenbeginn. Der negative Ausreisser ist die Börse in Seoul, wo es nach der Feiertagspause am Freitag für den Kospi um 3,0 Prozent nach unten geht. Hier belasten die Abgaben der beiden Index-Schwergewichte Samsung Electronics (-3,5%) und SK Hynix (-3,9%).
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen entwickelten sich uneinheitlich, blieben jedoch in der Nähe ihrer jüngsten Höchststände, da die Sorgen über die Inflation und die Politik der US-Notenbank anhielten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg zum Wochenschluss um 0,011 Prozentpunkte auf 5,243 Prozent und schloss damit innerhalb von sieben Basispunkten an einem Mehrjahreshoch. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe fiel um 0,01 Prozentpunkte und schloss bei 5,598 Prozent. Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe stieg um 0,036 Prozentpunkte auf 4,789 Prozent.
Analyse
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