Von Paul SJOBERG
Veröffentlicht am Mon, 19.10.2026 - 00:00
Lindt & Sprüngli gab am Montag bekannt, dass der CEO der Gruppe Adalbert Lechner das Unternehmen verlässt. Der Verwaltungsrat hat die Suche nach seiner Nachfolge begonnen. Dieter Weisskopf, Vizepräsident des Verwaltungsrats und ehemaliger CEO der Gruppe, übernimmt mit sofortiger Wirkung als Interim-CEO die operative Leitung von Lindt & Sprüngli. Das Unternehmen informierte zudem über einen Führungswechsel in Deutschland und Österreich. Der Verwaltungsrat hat entschieden, dass Lindt & Sprüngli eine neue operative Führung benötigt, um zu beständigem, starkem Wachstum zurückzukehren und seine Marktchancen weltweit wieder effektiv auszuschöpfen.
Am Schweizer Aktienmarkt ist es am Freitag bereits den sechsten Tag in Folge nach oben gegangen. Der SMI legte um 0,3 Prozent zu auf 14.391 Punkte. Erneut fanden sich die beiden SMI-Neulinge Galderma und Sandoz in der Spitzengruppe mit Zugewinnen von 2,3 bzw. 2,6 Prozent. Nestlé verteuerten sich nach einer Hochstufung auf "Overweight" durch JP Morgan mit einem Kursziel von 100 Franken um 1,7 Prozent auf 82,43 Franken. Am Ende im SMI lagen Novartis mit einem Minus von 1,0 Prozent. Alcon büssten 0,7 Prozent ein. Für Givaudan ging es nach kräftigen Vortagesgewinnen nach einer erhöhten Prognose um 0,5 Prozent nach unten. Roche kamen mit einem Minus von 0,1 Prozent davon. Dass Roche die Zulassung der US-Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) erhalten hat, das Medikament Enspryng zur Behandlung einer seltenen Autoimmunerkrankung zu vermarkten, stützte nicht. Es ist zudem bereits die zweite Indikation für Enspryng in den USA.
Europa
Die bereits am Vortag im Handelsverlauf eingesetzte Erholung der Aktien in Europa hat sich am Freitag fortgesetzt. Der DAX stieg um 0,9 Prozent auf 25.623 Punkte, der Euro-Stoxx-50 kam um 0,6 Prozent voran. Tagesgewinner bei den Branchen war der Stoxx-Subindex der Luftfahrt- und Rüstungsaktien mit einem Zugewinn von 1,8 Prozent. Rheinmetall schnellten um 6,3 Prozent nach oben und waren DAX-Tagessieger. In Mailand kamen Leonardo um 4,7 Prozent voran, in Paris Thales um 2,8 Prozent und in London BAE Systems um 2,6 Prozent. Der Index der Autoaktien verbesserte sich um 1,6 Prozent. Für Kauflaune sorgte, dass sich Frankreich und Deutschland auf eine Aufweichung des Verbrenner-Aus verständigt haben. Sollte dies vom EU-Parlament auch so beschlossen werden, könnten weiter Benzin- und Dieselfahrzeuge verkauft werden, solange die Neuwagenflotten vorgeschriebene Grenzwerte einhalten. VW verteuerten sich um 2,8, BMW um 3,5 und Mercedes-Benz um 2,9 Prozent. In Paris gewannen Renault 3,3 Prozent, in Mailand Stellantis 2,8 Prozent. Für Aixtron ging es allerdings um 6,2 Prozent nach oben, nachdem der Kurs am Vortag um über 12 Prozent eingebrochen war. Der Hersteller von Anlagen für die Chipindustrie hatte am Donenrstagabend mitgeteilt, im dritten Quartal Auftragseingang und Margen kräftig und deutlicher als erwartet gesteigert zu haben. Die Kurse britischer Banken litten unter Plänen des britischen Schatzkanzlers, die Bankensteuern anzuheben. Lloyds Banking verloren 0,9, NatWest 1,2 Prozent, Barclays schlossen ganz knapp im Plus.
USA
US-Aktien gaben am Freitag nach, da die Sorge wuchs, dass die KI-Gewinne nicht schnell genug fliessen würden, um die zunehmend teuren Kreditverpflichtungen für CoreWeave und andere aufstrebende Hyperscaler zu bedienen. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 175,28 Punkte oder 0,34 Prozent auf 52.002,41 Zähler. Der S&P 500 verlor 84,62 Punkte oder 1,09 Prozent auf 7.659,44 Zähler. Der Nasdaq Composite brach um 572,99 Punkte oder 2,14 Prozent auf 26.140,03 Zähler ein. Die Aktie von CoreWeave sank 12 Prozent und liegt nun mehr als 50 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Russell-2000-Index für die Nebenwerte-Aktie fiel tiefer in das Korrekturterrain und schmälerte seine Gewinne seit Jahresbeginn auf rund 10 Prozent. Die Nvidia-Aktie sank um 1,4 Prozent auf 214,13 Dollar und Dell Technologies, ein weiterer CoreWeave-Lieferant, gab um 4,6 Prozent auf 451,71 Dollar nach. Die Dell-Aktie verlor in dieser Woche mehr als 22 Prozent ihres Wertes. Dies war der grösste Fünf-Tage-Verlust seit der Rückkehr des Unternehmens an die Börse im Jahr 2018. Die Aktie von Varonis Systems stieg um 2,9 Prozent auf 48,72 Dollar, nachdem sich das in privater Hand befindliche Cybersicherheitsunternehmen Proofpoint bereit erklärt hatte, das Datensicherheitsunternehmen für rund 6,3 Milliarden Dollar zu übernehmen, um seinen Fokus auf KI-Sicherheit zu schärfen. Apple, das bei KI vorsichtiger agiert hat als viele Konkurrenten, legte um 0,4 Prozent auf 343,46 Dollar zu. Die Bestellungen für das faltbare Smartphone iPhone Duo sind stark angelaufen. Der Finanzsektor war ein weiterer Lichtblick, da die Ergebnisse von regionalen Bankholdinggesellschaften wie der M&T Bank und Citizens Financial allgemein stark ausfielen.
Asien
An den ostasiatischen Börsen dominieren am Montag im Handelsverlauf moderate Gewinne. Der Topix in Tokio gibt um 0,1 Prozent nach, an der als besonders stark KI-getriebenen Börse in Seoul geht es für den Kospi um 0,6 Prozent nach oben. Unter den beiden am Freitag schwer gebeutelten Indexschwergewichten Samsung Electronics und SK Hynix erholen sich erstere um 1,0 Prozent, während SK Hynix knapp im Minus liegen. Der Shanghai-Composite zieht um 0,2 Prozent an. In Hongkong wird wegen eines nachgeholten Feiertags nicht gehandelt. Chinas Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze haben im September beide die Prognosen deutlich übertroffen. Brent-Öl verbilligt sich um knapp 2 Prozent auf 107,88 Dollar am Montag in Asien.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zum Wochenschluss um 0,011 Prozentpunkte auf 5,097 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen legte um 0,009 Prozentpunkte auf 5,436 Prozent zu. Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen fiel hingegen um 0,013 Prozentpunkte auf 4,734 Prozent.
Analyse
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