Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Tue, 20.10.2026 - 00:00
ABB hat im dritten Quartal 2026 operativ weiter zugelegt. Wie schon in den beiden ersten Quartalen stiegen Umsatz und Auftragseingang zweistellig, wobei letzterer nicht zuletzt wegen der Rechenzentren überragte. Die Gewinnmarge verbesserte sich auf hohem Niveau noch einmal. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 9,70 Milliarden US-Dollar, wie das auf Elektrifizierung, Automation und Antriebstechnik spezialisierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Auftragseingang, also die Basis des künftigen Umsatzes, zog auf vergleichbarer Basis gar um 40 Prozent auf 12,06 Milliarden Dollar noch markanter an und erreichte damit ein neues Rekordniveau. Die operative Marge (EBITA) lag um 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert bei 20,8 Prozent und damit eher im oberen Bereich der Zielspanne von 18 bis 22 Prozent. Den Anstieg führt ABB auf Verbesserungen in zwei der drei Geschäftsbereichen, geringere Verluste im Emobility-Geschäft und niedrigere Aufwendungen beim Konzernaufwand zurück. Der Reingewinn lag bei 1,18 Milliarden Dollar und damit um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. ABB gründet mit Mitsubishi Electric ein Gemeinschaftsunternehmen für Niederspannungsprodukte in Asien-Pazifik. Der Industriekonzern übernimmt für umgerechnet rund 495 Millionen Dollar einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte.
Der schweizerische Aktienmarkt hat sich am Montag besser als die übrigen Börsen in Europa gehalten. Der SMI verlor 0,2 Prozent auf 14.369 Punkte. Von der gesamteuropäisch schlechten Stimmung profitierten die defensiven Schwergewichte nur bedingt, Roche legten wie Nestlé um 0,2 Prozent zu, Novartis gaben 0,4 Prozent ab. Der Pharmakonzern Roche hatte eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung mit der chinesischen Hansoh Pharmaceutical Group geschlossen, deren Gesamtwert 15 Milliarden US-Dollar übersteigen könnte. Alcon half eine Zulassung in den USA nichts, die Aktie schloss 0,3 Prozent tiefer. UBS litten unter den Verwerfungen am europäischen Anleihemarkt, der Kurs sank um 1,4 Prozent. ABB verloren einen Tag vor dem Zahlenausweis des Industriegüterkonzerns 1,3 Prozent. Lindt & Sprüngli notierten 0,1 Prozent tiefer, obwohl der Schokoladenhersteller einen überraschenden Führungswechsel verkündet hatte. Seit dem Absatzeinbruch im Ostergeschäft wegen nicht mehr marktfähiger Preise hatten Investoren eine Erneuerung und Verjüngung der Führungsmannschaft gefordert. Allerdings werde der sofortige Abgang von Konzernchef Adalbert Lechner nun eher als Panikzeichen gewertet, hiess es. Nach einer positiven Studie durch die Citi kletterten Avolta um 2,6 Prozent.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat Montag nach einer kontinuierlichen Talfahrt im Verlauf schwach geschlossen. Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 25.320 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büsste 1,0 Prozent ein. Belastet wurde die Stimmung von den Unruhen in Frankreich. Der Pariser Leitindex CAC-40 verlor 1,1 Prozent. Auch Einzelaktien aus Frankreich standen unter Druck. So fielen die Titel von Carrefour um 2,2 Prozent, nachdem an die 50 Märkte Opfer von Plünderungen geworden waren. "Am längsten dürften Versicherer darunter leiden, wenn die Schadenshöhen für die Zerstörungen bekannt werden", sagte ein Händler. Axa reduzierten sich um 1,6 Prozent, selbst die defensiven Aktien des Telekom-Unternehmens Orange gaben 1,3 Prozent nach. Unter den Einzelwerten ragten Steyr Motors mit 21,4 Prozent Plus hervor. Das US-Rüstungsunternehmen Red Cat Holdings greift nach dem österreichischen Dieselmotorenhersteller und bietet 39 Euro pro Aktie. Rüstungswerte standen unter Druck. Hensoldt, Rheinmetall und Airbus gaben 0,3 bzw. 2,8 und 2,3 Prozent ab. CSG sanken 2,7 Prozent, Thales um 0,9 Prozent.
USA
Der Dow Jones Industrial Average gab um 36,38 Punkte oder 0,07 % auf 51966,03 nach. Währenddessen legte der S&P 500 um 31,29 Punkte oder 0,41 % auf 7690,73 zu und der technologielastige Nasdaq Composite sprang um 290,85 Punkte oder 1,11 % auf 26430,89 nach oben, womit er einen Teil der Verluste aus seiner schlechtesten Woche seit Juni wettmachte. Die Aktie von CoreWeave fiel in einer volatilen Sitzung um 0,4 Prozent auf 61,12 Dollar. Unter anderen Cloud-Computing-Unternehmen, die Kredite zur Finanzierung der KI-Infrastruktur aufgenommen haben, stieg die Aktie von Oracle um 1,1 Prozent auf 129,59 Dollar. Die Aktie von Nebius legte um 2,9 Prozent auf 170,24 Dollar zu. Die Aktie von Cleveland-Cliffs stieg um 16 Prozent auf 14,10 Dollar, nachdem der integrierte Stahlhersteller für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum aufgrund höherer Metallpreise und einer starken Nachfrage gemeldet hatte. Silgan Holdings vereinbarte die Übernahme des nicht börsennotierten Unternehmens Trivium Packaging, einem Mitanbieter von Metallverpackungen für Konsumgüter, für rund 3,4 Milliarden Dollar. Die Aktie von Silgan stieg um 6 Prozent auf 40,06 Dollar. Die Aktie von Silence Therapeutics verdoppelte ihren Wert mehr als und stieg um 126 Prozent auf 19,58 Dollar, nachdem sich der deutsche Pharmakonzern Merck KGaA bereit erklärt hatte, das Biotech-Unternehmen für rund 1,1 Milliarden Dollar in bar zu erwerben, wobei ein erheblicher Aufschlag für die Gen-Silencing-Technologie des kleineren Unternehmens gezahlt wird.
Asien
An den asiatischen Aktienmärkten grassieren am Dienstag wieder Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und Rentabilität des KI-Booms, entsprechend stehen viele Technologieaktien unter Druck. Besonders augenscheinlich ist dies an der technologielastigen Börse in Seoul, wo der Kospi um 4,3 Prozent einknickt. Auf die Stimmung in Seoul drückt auch ein ernüchterndes Börsendebüt. Die Aktie des KI-Rechenzentrumsinfrastrukturunternehmens Elice startete 16 Prozent unter dem Ausgabekurs, zuletzt lag der Kurs sogar rund 30 Prozent darunter. Die beiden Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix verlieren 2,8 bzw. 4,2 Prozent. Hanmi Semiconductor geben um 4,5 Prozent nach. In Tokio verlieren Kioxia 2,1, Softbank Group 5,9 und Murata Manufacturing 2,5 Prozent, in Hongkong SMIC 1,2 Prozent. Der Topix in Tokio verliert 1,3 Prozent, in Hongkong geht es für den HSI nach der Feiertagspause zu Wochenbeginn um 1,0 Prozent nach unten. In Shanghai kann sich der Composite-Index dagegen knapp behaupten.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zu Wochenbeginn laut Dow Jones Market Data um 0,038 Prozentpunkte auf 5,135 %. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen legte um 0,035 Prozentpunkte auf 5,472 % zu, während die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen um 0,025 Prozentpunkte auf 4,759 % kletterte. Anleiheinvestoren stellen sich auf eine potenzielle Zinserhöhung der US-Notenbank als Reaktion auf den jüngsten, durch Energiepreise getriebenen Inflationsschub ein.
Analyse
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