Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Wed, 21.10.2026 - 00:00
SpaceX verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatz von 14,6 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 161 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, wie das Unternehmen in der Nacht mitteilte. Das Wachstum bei SpaceX, dem weltweit grössten Raketenunternehmen und Satelliten-Internetanbieter, wurde durch seine KI-Sparte stark beschleunigt, wenngleich das Unternehmen auch in den Bereichen Raumfahrt und Konnektivität Zuwächse verzeichnete. Das Unternehmen wies einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar aus. Die Investitionsausgaben erreichten im Quartal 19,6 Milliarden Dollar, verglichen mit 6,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die SpaceX-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um mehr als 7 Prozent, da der Umsatz die Erwartungen der von Factset befragten Analysten übertraf. Der Umsatz im KI-Geschäft von SpaceX stieg um fast 830 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Das Segment wuchs durch die im Februar erfolgte Übernahme von xAI, dem Startup von Chief Executive Elon Musk, und umfasst Einnahmen aus dem Chatbot Grok sowie der Vermietung von Rechenzentren an andere KI-Unternehmen. Musk hat dieses Geschäft vor kurzem in "SpaceX Super Intelligence" umbenannt. SpaceX und Tesla haben Sonderausschüsse gebildet, um eine potenzielle Fusion zu erörtern, wie Elon Musk am Dienstag mitteilte.
In einem schwachen Börsenumfeld hat der schweizerische Aktienmarkt am Dienstag positiv herausgestochen. Roche (+2,6%), Novartis (+1,9%) und Nestle (+0,7%) zogen an, die defensiven Schwergewichte stützen die eidgenössische Börse. Der SMI kletterte um 0,8 Prozent auf 14.478 Punkte. Die schweizerischen Uhrenexporte legten indes im vergangenen Monat sprunghaft zu und lieferten damit dem Luxussektor Auftrieb. Unter den Sektorwerten legten Richemont und Swatch um 0,4 bzw. 1,1 Prozent zu. Weiter nicht rund lief es für alle KI-verwandten Aktien. Besonders deutlich zeigten das ABB mit minus 5 Prozent. Trotz eines sehr starken Auftragseingangs wurden beim Gewinn je Aktie die Erwartungen deutlich verfehlt. Berenberg bezifferte die Diskrepanz zwischen Istwert und Erwartung mit 17 Prozent. RBC lobte immerhin das Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi Electric. Eine positive Studie von Vontobel hievte Lonza um 1,9 Prozent nach oben. Schwächere Drittquartalszahlen von Solvay belasteten den Chemiesektor, Clariant sanken um 1,3 Prozent. Nach guten Geschäftszahlen und einem verbesserten Ausblick entzogen sich Comet (+4,7%) dem tendenziell negativen Trend im Technologiesektor. Nach Vorlage von Geschäftszahlen zogen Huber+Suhner um 4,1 Prozent an.
Europa
Erholt von deutlich tieferen Kursen im Verlauf sind Europas Börsen am Dienstag aus dem Handel gegangen. Der DAX gab nur 0,1 Prozent ab auf 25.304 Zähler, der Euro-Stoxx-50 sank um 0,4 Prozent auf 6.122 Punkte. Schneider Electric fiel um 3,3 Prozent und Siemens im DAX um 2,2 Prozent. ASML rutschten mit dem Ausstieg aus KI-Aktien weitere 2,7 Prozent ab, Infineon hielten sich mit minus 0,9 Prozent besser. Die Konjunktursorgen belasteten europaweit die Metallwerte. Der Rohstoffsektor stellte zeitweise die schwächste Branche. In Deutschland litt Kupferkonzern Aurubis mit 4,7 Prozent Minus darunter. Im Chemie-Sektor musste Solvay ihre Jahresprognose kassieren, der Kurs verlor 5 Prozent. Ähnlich zurückhaltend war die Reaktion bei den Triebwerksbauern MTU (+0,2%) und Rolls-Royce (-0,7%). Beide notierten lange mit Verlusten von über 2 Prozent, obwohl ihre US-Vergleichsunternehmen RTX (Pratt & Whitney) und GE Aerospace sogar ihre Jahresprognosen erhöht hatten. Gewinner waren Versorgertitel wie Eon mit 2,9 Prozent Aufschlag. Die Gesellschaft plant laut Manager Magazin ein umfassendes Sparprogramm. Für Merck KGaA ging es dank kräftiger Gewinne bei Gesundheitsaktien um 1,4 Prozent höher. Deutsche Börse kletterten vor ihrer Zahlenvorlage um 0,4 Prozent. Anleger hielten eine Erhöhung der Prognose für möglich.
USA
Die US-Börsen zeigten sich am Dienstag uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 529,85 Punkte oder 1,02 Prozent auf 52495,88. Der breite S&P 500 legte um 21,84 Punkte oder 0,28 Prozent auf 7712,57 zu, während der technologielastige Nasdaq Composite um 6,07 Punkte oder 0,02 Prozent auf 26424,82 nachgab. Die Aktie von CoreWeave legte in einer weiteren volatilen Sitzung um 1,7 Prozent auf 62,13 Dollar zu. Auf ihrem Tagestief war das Papier des Cloud-Computing-Unternehmens um 6,4 Prozent im Minus. CoreWeave hat Milliarden von Dollar geliehen, um den Ausbau von Rechenzentren zu finanzieren, und Investoren sind besorgt, dass sich das Unternehmen in einer Zeit schnell steigender Zinsen übernommen haben könnte. Salesforce übernimmt die konkurrierende Customer-Engagement-Plattform Braze für rund 5,66 Milliarden Dollar einschliesslich Schulden. Braze sprang um 52 Prozent auf 45,57 Dollar. Die Aktie des diversifizierten Herstellers 3M stieg um 5,8 Prozent auf 171,37 Dollar, nachdem der Hersteller von Post-it-Notizen und einer breiten Palette anderer Waren seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte - ein Zeichen dafür, dass sich seine Investitionen in KI-Technologie auszahlen könnten. Die Aktie von General Motors fiel um 6,8 Prozent auf 77,09 Dollar, nachdem der Detroiter Autobauer mitgeteilt hatte, dass steigende Rohstoff- und Logistikkosten das Ergebnis des dritten Quartals belastet hätten. Die Aktie von Northrop Grumman kletterte um 4,6 Prozent auf 534 Dollar. Der Rüstungskonzern hatte für 2027 ein Umsatzwachstum von 5 Prozent bis 7 Prozent prognostiziert. Die Aktie des Spielzeugherstellers Hasbro sprang um 11 Prozent auf 109,52 Dollar nach oben, nachdem das Unternehmen seine Wachstumsprognosen für das Jahr angehoben hatte.
Asien
Deutlichere Gewinne in Seoul und Aufschläge in Tokio stehen am Mittwoch in Ostasien kleinen Abgaben an den chinesischen Börsen gegenüber. Der Kospi legt in Seoul um 2,7 Prozent zu. In Tokio gewinnt der Topix 0,9 Prozent. In Shanghai und auch in Hongkong geht es mit den Leitindizes dagegen nach unten um 0,3 bzw. 0,4 Prozent. Brent-Öl verteuert sich zu asiatischen Handelszeiten um 1,4 Prozent auf 110,35 Dollar. Für Samsung Electronics und SK Hynix geht es in Seoul um 5,0 bzw. 4,4 Prozent nach oben, für Advantest und Renesas in Tokio um je 1,2 Prozent, für Murata Manufacturing um 1,7, für Kioxia um 1,8 Prozent und für die Aktie des Technologieinvestors Softbank Group um 1,6 Prozent. Nach dem schlecht gelaufenen Börsendebüt des Rechenzentrumsunternehmen Elice Group am Dienstag in Seoul geht es für die Aktie am zweiten Tag um rund 30 Prozent nach oben. Die Aktie liegt damit immer noch gut 10 Prozent unter ihrem Ausgabepreis.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen am Dienstag um 0,019 Prozentpunkte auf 5,116 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe fiel um 0,047 Prozentpunkte auf 5,425 Prozent, während die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen um 0,026 Prozentpunkte auf 4,785 Prozent stieg. Ein leichter Rückgang der Ölpreise dämpfte die Inflationserwartungen geringfügig.
Analyse
Rating Roche: Oddo erhöht auf Outperform (Underperform) - Ziel 440 (300) CHF
Kursziel DKSH: Kepler Cheuvreux erhöht auf 80 (72) CHF - Buy
Kursziel Swiss Re: Royal Bank of Canada erhöht auf 120 (115) CHF - Underperform
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