Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Mon, 26.10.2026 - 00:00
Roche will eine von dem Schweizer Pharmakonzern entwickelte Pille zu einer Standardbehandlung für eine fortgeschrittene Form von Lungenkrebs machen. Es ist der erste Vorstoss des Konzerns in ein aufstrebendes Feld innerhalb des Onkologie-Marktes. Roche arbeitet hier an mehreren Medikamenten. Ein Durchbruch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs des US-Biotech-Unternehmens Revolution Medicines brachte das Feld auf das Radar der Investoren, und Roche will mit dem Lungenkrebsmedikament Divarasib in diesen Bereich vordringen. In Studienergebnissen, die am Sonntag auf dem Jahreskongress der European Society for Medical Oncology in Madrid vorgestellt wurden, erklärte Roche, dass sein Medikament das Sterberisiko im Vergleich zu verfügbaren Behandlungen von Amgen und Bristol Myers Squibb um 44 Prozent gesenkt habe. "Die Daten werden die Praxis verändern", sagte Stefan Frings, Deputy Chief Medical Officer von Roche, in einem Interview.
In einem schwachen europäischen Börsenumfeld hat der schweizerische Aktienmarkt am Freitag leichter geschlossen. Der SMI verlor 0,6 Prozent auf 14.462 Punkte. Unter den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursgewinner und neun -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 27,77 (zuvor: 27,74) Millionen Aktien. Anleger hatten in der Schweiz wichtige Geschäftszahlen zu verarbeiten. So hatte Holcim überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt. Der Umsatz lag im dritten Quartal laut JP Morgan über dem vom Unternehmen erhobenen Konsens. Das EBIT bewegte sich 3 Prozent über Konsens. Der Baustoffkonzern hob zudem seinen Ausblick an. Auch die überarbeitete Prognose erscheine konservativ, hiess es im Handel. Der Kurs legte um 5 Prozent zu. Der Sika-Geschäftsausweis überzeugte Anleger dagegen nicht. Das Chemie- und Baustoffunternehmen meldete ein langsameres organisches Wachstum auf Quartalssicht. Die Schwäche der chinesischen Bauindustrie belastete den Umsatz - der Kurs sank um 2,3 Prozent. Im Luxusgütersektor hielt die Flut an negativen Schlagzeilen an. Nun wartete Kering mit schwachen Drittquartalszahlen unter den Erwartungen auf. In der Schweiz gaben Richemont und Swatch um 6,4 bzw. 5 Prozent nach.
Europa
Erneut mit Verlusten haben sich am Freitag die europäischen Börsen gezeigt. Der DAX verlor 0,75% Prozent, der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,6 Prozent auf 6.053 Zähler. Atoss Software fielen um 9 Prozent, die Erwartung an das Umsatzwachstum wurde verfehlt. Für einen Crash von 24,2 Prozent sorgten die Ergebnisse bei Volvo Car für das dritte Quartal. Sie waren laut Bernstein sehr schwach ausgefallen. Dies hätte aber kaum überraschen sollen, da das Unternehmen die Jahresprognose bereits am Monatsbeginn zurückgezogen habe. Die Titel des Autozulieferers Valeo stürzten um 11,5 Prozent ab. Der Umsatz lag nur leicht unter der Erwartung. Der Markt reagiere aufgrund der politischen Lage bei Aktien aus Frankreich aber über, hiess es im Handel. Munich Re erholten sich nach guten Geschäftszahlen und schlossen unverändert. Der Rückversicherer hatte im dritten Quartal die Marktprognose zum Gewinn geschlagen und den Jahresausblick erhöht. Bei L'Oreal ging es um 5,6 Prozent höher. Das deutlich stärkere Umsatzwachstum beflügelte. Holcim legte ebenfalls überzeugende Geschäftszahlen vor, die Aktien stiegen um 5 Prozent. Die Papiere von Sodexo stiegen mit 6,3 Prozent an die Spitze der Kursgewinner im Stoxx-600-Index. Das Kantinenunternehmen hatte bessere Jahreszahlen vorgelegt. Anleger schätzen vor allem die Unabhängigkeit Sodexos von den aktuellen Belastungsthemen wie Inflation, Öl und Konjunktur
USA
Die Wall Street setzte ihre Bewegung hin zu weniger risikoreichen Investitionen fort, da der Ölpreis auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen ist. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 652,82 Punkte oder 1,23 Prozent auf 52215,16. Der S&P 500 verlor 39,75 Punkte oder 0,52 Prozent auf 7623,68 und der Nasdaq Composite gab um 53,52 Punkte oder 0,21 Prozent auf 25955,34 nach. Investoren setzen ihre Umschichtung in weniger volatile Aktien fort. In diesem Monat ist der Sektor für Basiskonsumgüter bislang um 9,6 Prozent gestiegen und befindet sich damit auf dem Weg zu seinem besten Monat seit 26 Jahren. Andere defensive Sektoren, darunter Versorger und das Gesundheitswesen, führen die Gewinne im S&P 500 in diesem Monat an. Der Energiekonglomerat SLB schloss um 7,1 Prozent höher, nachdem der Quartalsumsatz dank einer gewissen Erholung im Nahost-Geschäft des Unternehmens gestiegen war. Die Expansion in Nordamerika sowie das Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft von SLB trugen ebenfalls dazu bei, den Umsatz anzukurbeln. Deckers Outdoor, der Hersteller von Hoka- und Ugg-Schuhen, senkte am Donnerstagabend seinen Umsatzausblick und erklärte, die Kunden würden vorsichtiger werden. Die nachlassende Nachfrage nach Freizeitschuhen beginnt auf den Bereich der Performance-Laufschuhe überzugreifen. Die Aktie von Deckers fiel um 4,9 Prozent und zog die Aktie von konkurrierenden Sneaker-Unternehmen wie On Holding und Nike mit nach unten.
Asien
Zum Start in die neue Woche bewegen sich die Kursausschläge an den Börsen und Ostasien meist in engen Grenzen. In Tokio sinkt der Nikkei-225-Index um 0,1 Prozent. Der breiter gefasste Topix rückt dagegen um 0,4 Prozent vor. In Seoul fällt der Kospi um 0,7 Prozent. An der Börse in Shanghai notiert der Composite-Index 0,2 Prozent höher, während in Hongkong der Hang-Seng-Index um 0,7 Prozent zulegt.
Obligationen
Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe stieg zum Wochenschluss um 0,044 Prozentpunkte auf 4,680 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erhöhte sich um 0,110 Prozentpunkte auf 4,987 Prozent und die Rendite der 30-jährigen Anleihe legte um 0,028 Prozentpunkte auf 5,314 Prozent zu.
Analyse
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