Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Tue, 27.10.2026 - 00:00
Die HSBC Holdings hat einen höheren Nettogewinn für das dritte Quartal ausgewiesen und einen neuen Aktienrückkauf im Wert von bis zu 1 Milliarde US-Dollar angekündigt. Die in London ansässige Bank teilte am Dienstagabend mit, dass der Nettogewinn in den drei Monaten bis zum 30. September im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent auf 7,09 Milliarden Dollar gestiegen sei. Damit verfehlte das Institut jedoch die Schätzung von 7,24 Milliarden Dollar aus einer Analystenumfrage des Datenanbieters Visible Alpha. Die Bank erklärte, die Quartalsergebnisse seien durch das Wachstum der Nettozinseinnahmen im Bankgeschäft und geringere erwartete Kreditverluste gestützt worden. Das Ergebnis des Vorjahres war durch eine Rückstellung in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar für eine Klage im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Schneeballsystem von Bernie Madoff belastet worden. Der Vorsteuergewinn im dritten Quartal stieg im Hongkong-Geschäft, im britischen Geschäft sowie im Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft, während er im internationalen Vermögensverwaltungs- und Premier-Banking-Geschäft zurückging.
Der Schweizer Aktienmarkt hat die Handelswoche mit einem klaren Plus eröffnet. Der Schweizer Leitindex kletterte auch wieder klar über die Marke von 14'500. Der SMI stieg um 0,53 Prozent auf 14'538,95 Punkte und schloss damit nur knapp unter Tageshoch. Das Allzeithoch von knapp 14'670 Punkten ist damit wieder in Sichtweite. 14 der 20 SMI-Titel legten zu und sechs gaben nach. Der breite SPI gewann 0,58 Prozent auf 20'505,91 Punkte und der Mid-Cap-Index SMIM 0,67 Prozent auf 3177,56 Punkte. Unterstützung für den SMI gab es durch Schwergewicht Roche (PS +1,4%). Hier halfen vor allem positive Studiendaten zum Medikament Divarasib im Bereich Lungenkrebs am Wochenende. Dagegen haben Forschungsergebnisse von Novartis (-0,4%) zum MS-Hoffnungsträger Remibrutinib an den Märkten kaum für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen wird am (morgigen) Dienstag auch Zahlen vorlegen. Nestlé (+0,04%) schlossen fast unverändert. Weit oben im SMI landeten Sandoz (+2,1%). Der Generikahersteller und SMI-Neuzugang knüpfte damit an seinen jüngsten Aufwärtstrend an. Seit Jahresanfang haben die Papiere über 40 Prozent an Wert gewonnen.
Europa
Mit Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn den Handel beendet. Der DAX gewann 0,9 Prozent auf 25.411 Punkte, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,8 Prozent auf 6.116 Punkte. Hier belasteten etwas die spanischen und portugiesischen Börsen nach dem Wahlausgang in Brasilien. Der spanische Ibex schloss lediglich 0,2 Prozent höher, der portugiesische PSI verlor 0,8 Prozent. Der französische CAC-40 legte dagegen um 0,8 Prozent zu. Santander und andere spanische Aktien standen an der Madrider Börse unter Druck. Santander fielen um 3,1 Prozent, Telefonica sogar um 6,4 Prozent. Galp Energia rutschten in Lissabon um 10,8 Prozent ab. Belastend wirkt der überraschende Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva über den konservativen Herausforderer Flavio Bolsonaro in der Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien. Bolsonaro hatte die erste Rund noch gewonnen. Die brasilianische Börse stand deutlich unter Druck. Santander und Telefonica sind auf dem brasilianischen Markt stark engagiert - ebenso das portugiesische Energie-Unternehmen Galp. Für die Bayer-Aktie ging es nach der Vorstellung der Zwischenergebnisse der DASL-HiCaP-Studie zu Nubeqa bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom und sehr hohem Rezidivrisiko um 3,6 Prozent nach oben. Nubeqa in Kombination mit Strahlentherapie und Androgendeprivationstherapie habe eine Verbesserung des metastasenfreien Überlebens um 58 Prozent im Vergleich zu alleiniger Strahlentherapie und Androgendeprivationstherapie gezeigt, so JP Morgan.
USA
US-Aktien legten gestern zu, da der Antrag von Anthropic auf einen Börsengang die Sorge vor einer potenziellen Blase im Bereich der künstlichen Intelligenz vor den Technologie-Gewinnberichten und einer geldpolitischen Erklärung der US-Notenbank im weiteren Verlauf der Woche dämpfte. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 146,42 Punkte oder 0,28 Prozent auf 52361,58. Der breite S&P 500 gewann 53,09 Punkte oder 0,70 Prozent auf 7676,77, und der technologielastige Nasdaq Composite legte um 214,04 Punkte oder 0,82 Prozent auf 26169,38 zu. Der KI-Sektor machte einen Teil seiner jüngsten Verluste wett, nachdem der KI-Konzern Anthropic ein S-1-Registrierungsformular für einen Börsengang bei der Securities and Exchange Commission eingereicht hatte. Der Entwickler von KI-Modellen und -Agenten beabsichtigt, in der Woche vom 16. November an die Börse zu gehen, und könnte bei einem Börsengang, der das Unternehmen mit 1,5 Billionen bis 2 Billionen Dollar bewerten würde, 100 Milliarden Dollar oder mehr einnehmen. Meta Platforms stellte einen Plan vor, im Rahmen von Aktienemissionen bis zu 95 Milliarden Dollar einzunehmen, da der Facebook-Eigentümer seine hohen Ausgaben für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz fortsetzt. Die Aktie von Meta fiel um 1,9 Prozent auf 630,56 Dollar, da die Anleger angesichts der aggressiven Investitionspläne von Mark Zuckerberg weiterhin nervös blieben.
Asien
Asiatische Aktien haben sich am Dienstag uneinheitlich präsentiert. Die Anleger schauen vor allem auf den mit Spannung erwarteten Börsengang des KI-Pioniers Anthropic und auf die Zinssitzung der US-Notenbank in dieser Woche.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen entwickelten sich zu Wochenbeginn uneinheitlich, wobei die kurzfristigen Zinsen im Vorfeld der am Dienstag beginnenden geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank stiegen. Die Rendite der geldpolitisch sensiblen zweijährigen US-Staatsanleihe stieg um 0,032 Prozentpunkte auf 4,712 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erhöhte sich um 0,0001 Prozentpunkte auf 4,987 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe sank dagegen um 0,014 Prozentpunkte auf 5,300 Prozent.
Analyse
UBS erhöht Kühne + Nagel auf 230 (225) CHF – Neutral
UBS erhöht Relx auf 3.780 (3.600) GBp – Buy
UBS erhöht Eni auf 32 (30) EUR – Buy
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