Intel-Aktie stürzt nach enttäuschender Geschäftsprognose zweistellig ab
Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Fri, 30.10.2026 - 00:00
Thema des Tages
Die Aktie von Intel ist am Donnerstag im nachbörslichen US-Handel um mehr als 20 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen enttäuschende Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und eine anhaltende Abschwächung der Verkäufe von Personal Computern prognostiziert hatte. Ein Grossteil des Drucks auf das PC-Segment resultiere aus den anhaltend hohen Preisen für Speicherchips, und das Unternehmen erwarte, dass dieser Druck bis ins Jahr 2028 anhalten werde. Die schwachen Ergebnisse wurden durch Produktionsherausforderungen im Geschäft mit Serverchips noch verschlimmert. Chief Executive Lip-Bu Tan sagte am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass Anfang des Monats ein "unfortunate and tragic" Unfall in einer Fabrik in Kiryat Gat in Israel zu einer mehrwöchigen Schliessung der Anlage geführt habe, was einige Server-Auslieferungen im vierten Quartal beeinträchtigen werde. Tan fügte hinzu, dass die Sparte für Serverchips zudem durch Lieferengpässe ausgebremst werde. Intel prognostizierte für das vierte Quartal einen Umsatz zwischen 15 Milliarden und 16 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn von 25 Cent je Aktie.
Schweizer Aktien
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag zu einem Rekordlauf angesetzt und mit kräftiger Unterstützung von Novartis und der UBS den Handel deutlich im Plus abgeschlossen. Dabei pulverisierte der Leitindex SMI das im August bei 14'670 Zählern gesetzte Rekordhoch, konnte aber die 14'800 Punktemarke nicht bis zum Schluss halten. Den Handel am Donnerstag schloss der SMI mit 1,21 Prozent im Plus bei 14'756,86 Punkten ab, wobei das Intraday-Allzeithoch jetzt bei 14'861,53 Stellen liegt. Eine starke Stütze für den SMI waren die Aktien des Pharma-Schwergewichts Novartis (+2,4% auf 132,30 Fr.), die im Tagesverlauf ebenfalls ein Rekordniveau erreichten. Als Grund für den Kurssprung machten Händler eine Kurszielerhöhung durch JPMorgan auf 145 Franken aus. Die beiden weiteren grossen Werte Roche (+0,7%) und Nestlé (unv.) gingen uneinheitlich aus dem Handel. Die deutlichsten Avancen erzielten Sandoz (+4,4%), die sich von den Vortagesverlusten erholten. Am Mittwoch waren die Papiere nach einer Zahlenenttäuschung um knapp 3 Prozent eingebrochen. Auch die UBS-Valoren hatten am Vortag nach Zahlen an Wert eingebüsst und erholten sich mit einem Plus von 2,9 Prozent davon. Positive Analystenkommentare hätten der Aktie Auftrieb gegeben, hiess es im Handel.
Internationale Märkte
Europa
Mit den Kursen an den europäischen Börsen ist es am Donnerstag nach oben gegangen. Die europäische Zentralbank (EZB) hatte – wie schon am Vorabend die US-Notenbank – wie erwartet das aktuelle Leitzinsniveau bestätigt. Marktteilnehmer verwiesen überdies auf die bislang überwiegend positiv verlaufene Bilanzsaison. Der DAX gewann 1,3 Prozent auf 26.040 Punkte. Der Euro-Stoxx hinkte mit einem Plus von 0,6 Prozent etwas hinterher, gebremst anderem durch schwache Bankentitel. So verloren BBVA nach Zahlenausweis 2,6 Prozent. Negative Vorgaben von ServiceNow drückten derweil die SAP-Aktie um 1,1 Prozent. Die Aktie des US-Softwareunternehmens brach im Verlauf um 26 Prozent ein - Grund waren nicht überzeugende Geschäftszahlen und Ausblick. Nach endgültigen Zahlen gewannen Aixtron 8,5 Prozent, Analysten hoben das positive Momentum beim Auftragseingang hervor. Nach schwachen Geschäftszahlen büssten LPKF dagegen 3,9 Prozent ein. Deutsche Telekom lagen mit Aufschlägen von 1,9 Prozent fest im Markt. Die Geschäftszahlen der US-Tochter T-Mobile US waren besser als erwartet ausgefallen, wenngleich Analysten darauf hinwiesen, dass dies vor allem auf Verschiebungseffekte zurückzuführen sei. Tagesgewinner im DAX waren Adidas mit plus 5,8 Prozent nach endgültigen Zahlen. Der Sportartikelhersteller blickt optimistisch in die Zukunft. Für Henkel ging es nach klar über den Erwartungen ausgefallenen Geschäftszahlen um 1 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat daraufhin den Ausblick angehoben.
USA
Die US-Börsen haben nachgegeben, da ein Umsatzrückstand der Google-Muttergesellschaft Alphabet einen der grössten Marktwertverluste einer einzelnen Gesellschaft an einem einzigen Handelstag in der Geschichte auslöste. Dies schürte Zweifel an der Rentabilität der Ausgaben für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz. Der Dow Jones Industrial Average verlor 132,54 Punkte oder 0,25 Prozent auf 52342,56. Der breite S&P 500 rutschte um 23,59 Punkte oder 0,30 Prozent auf 7720,39 ab, und der technologielastige Nasdaq Composite fiel um 365,13 Punkte oder 1,38 Prozent auf 26184,72. Nach zwei Jahren des KI-Booms und einem historischen Höhenflug an der Börse liegt die Messlatte für die Ergebnisse fast unerreichbar hoch. Die Aktie von Alphabet fiel um über 12 Prozent auf 281,73 Dollar, obwohl das Unternehmen einen deutlichen Anstieg des Betriebsergebnisses verzeichnete. Das Wachstum der Google-Sucherlöse schwächte sich jedoch ab, da KI-Suchen weniger lukrativ sind. Der Kurssturz löschte 499,8 Milliarden Dollar des Marktwerts von Alphabet aus, was den zweitgrössten Verlust an einem einzigen Handelstag für ein Unternehmen überhaupt darstellt. In ähnlicher Weise fiel die Aktie des Bergbau- und Baumaschinenherstellers Caterpillar um 9,3 Prozent auf 647,39 Dollar, nachdem der Umsatz im dritten Quartal hinter den Erwartungen der Wall Street zurückgeblieben war. Caterpillar gehört zu den Unternehmen der Old Economy, die vom KI-Boom erfasst wurden. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die Aufträge für Stromgeneratoren, die bei Entwicklern von Rechenzentren beliebt sind, bis ins Jahr 2030 reichen. Die Aktie von Microsoft, einem der ersten grossen Unternehmen, die im Bereich KI vorstiessen, gab um 0,2 Prozent auf 530,14 Dollar nach, obwohl das Unternehmen besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorlegte. Amazon.com verzeichnete das stärkste Umsatzwachstum bei Amazon Web Services seit Jahren. Das reichte jedoch nicht aus, um die Sorgen der Anleger über Künstliche Intelligenz (KI) zu zerstreuen. Die Aktie von Amazon fiel im nachbörslichen US-Handel um 7,3 Prozent.
Asien
Uneinheitlich präsentieren sich die Börsen in Ostasien und Australien am Freitag. An der Börse in Tokio fällt der Nikkei-225-Index um 2,4 Prozent, der breiter gefasste Topix verliert 1,3 Prozent.
Obligationen
Die Rendite der geldpolitisch sensiblen zweijährigen US-Staatsanleihe sank um 0,077 Prozentpunkte auf 4,654%. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um 0,056 Prozentpunkte auf 4,988%. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe sank um 0,033 Prozentpunkte auf 5,327%.
Analyse
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