10 Top-Player aus der Glücks-spielbranche

Unternehmen
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In dem stark regulierten Sektor gibt es eine Vielzahl von Akteuren. Doch nur wenige sind global aufgestellt. Hier unsere Auswahl der Unternehmen, die man im Auge behalten sollte. 

FDJ United: Staatlicher Jackpot

GRÜNDUNG: 1976
SITZ: BOULOGNE-BILLANCOURT (FR)
BESCHÄFTIGTE: 5'700
UMSATZ 2025: €3,7 MRD
STOCK EXCHANGE: FDJU

Auch wenn die Française des Jeux, umbenannt in FDJ United, seit dem 21. November 2019 an der Euronext Paris kotiert ist, bleibt sie ein Unternehmen, das dem französischen Staat sehr nahesteht. Paris hält, sorgsam gehütet, 21 Prozent des Kapitals; das Unternehmen geniesst in Frankreich Exklusivrechte für seine Lotterieaktivitäten. Und CEO Stéphane Pallez ist nicht allein Geschäftsfrau, sondern auch eine hochrangige Beamtin mit Abschluss an der École nationale d’administration (ENA). Trotz dieser starken Verankerung strebt das Unternehmen seit einigen Jahren eine internationale Ausrichtung an.

Im Oktober 2024 schloss FDJ United die Übernahme des schwedischen Unternehmens Kindred ab, der Muttergesellschaft von Unibet. Kindred ist ein grosser Player im Bereich Sportwetten und stieg mit der Übernahme zum zweitgrössten europäischen Konzern im Glücksspielsektor hinter dem irischen Unternehmen Flutter auf. Dank dieser Transaktion kann der Konzern nun einen Kundenstamm von 33 Millionen Spielern in rund 15 europäischen Ländern vorweisen und erzielt mittlerweile mehr als 22 Prozent seines Umsatzes ausserhalb Frankreichs (2025 etwa 800 Mio. Euro), also neunmal mehr als 2019.

Um diesen Kurswechsel in Richtung Internationalisierung zu unterstreichen, änderte das Unternehmen, das sich selbst auf seiner Website als «ein Champion des Glücksspiels in Europa» mit dem Slogan «Born in France, Rising in Europe» bezeichnet, im März 2025 sogar seinen Namen: Es machte Schluss mit dem historischen und allzu französischen Namen Française des Jeux und firmiert seitdem unter dem englischsprachigen Namen FDJ United. Dieser strategische Kurswechsel wurde zunächst von den Investoren begrüsst.

Nach dem Börsengang im Jahr 2019 zu einem Preis von 19,5 Euro pro Aktie für Privatanleger und 19,9 Euro für institutionelle Anleger stieg der Kurs bis Juni 2021 auf über 50 Euro. Seitdem hat die Aktie jedoch fast alle ihre Gewinne wieder eingebüsst und notierte Mitte Mai knapp unter der 25-Euro-Marke. Der Grund für diesen Rückgang? Unmittelbar nach der Übernahme von Kindred haben mehGrossbritannien und Rumänien) zusätzliche Steuern und Vorschriften für Glücksspiele eingeführt. Im Geschäftsjahr 2025 kostete die Steuererhöhung FDJ United mehr als 50 Mio. 

Euro, für 2026 rechnet das Unternehmen mit Mehrkosten von fast 90 Mio. Euro. Das schmälert die Margen: 2025 sank der Nettogewinn im Vergleich zu 2024 um 55,9 Prozent auf 176 Mio. Euro, nachdem das Unternehmen mehr als 5,1 Mrd. Euro zu den französischen Staatsfinanzen beigetragen hatte, davon entfielen 4,8 Mrd. auf staatliche Abgaben auf Glücksspiele. Angesichts der Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen regulatorischen Vorgaben empfiehlt eine Mehrheit der Analysten, die FDJ-United-Aktie zu halten. rere europäische Länder (Frankreich, die Niederlande, 

Flutter: Der Weltmarktführer

GRÜNDUNG: 2016
SITZ: DUBLIN (IE)
BESCHÄFTIGTE: 28'500
UMSATZ 2025: $16,38 MRD
STOCK EXCHANGE: FLUT

In der glitzernden Welt der Spielhallen ist Flutter Entertainment eine Ausnahmeerscheinung. Während die meisten seiner börsenkotierten Konkurrenten ihren Aktionären grosszügige Dividenden ausschütten, hat der irische Konzern, der mittlerweile an der New Yorker Börse notiert ist, seit 2020 keinen Cent mehr ausgeschüttet. Er zieht es vor, seine Barmittel für umfangreiche Aktienrückkäufe und vor allem zur Finanzierung seiner Expansion durch Übernahmen zu nutzen. Im Mai 2025 gab Flutter beispielsweise bekannt, die Übernahme des brasilianischen Wettanbieters NSX Group für 350 Mio. Dollar abgeschlossen zu haben.

Dieser Kauf folgte auf die Übernahmen des italienischen Unternehmens Snaitech einen Monat zuvor, des serbischen MaxBet im Jahr 2023, des kanadischen The Stars Group im Jahr 2020 sowie des US-Unternehmens FanDuel im selben Jahr. Dank dieser Übernahmen hat sich Flutter in den letzten Jahren zum weltweiten Marktführer im Bereich Sportwetten und iGaming entwickelt und ist heute der einzige wirklich globale Akteur mit einer Präsenz in rund 100 Ländern weltweit.

Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen 42 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika, 22 Prozent in Grossbritannien und in Irland, 17 Prozent in Südeuropa und Afrika, 9 Prozent im asiatischpazifischen Raum und 4 Prozent in Mittel- und Osteuropa. Die verbleibenden 6 Prozent verteilten sich auf den Rest der Welt, insbesondere auf Brasilien. In einer turbulenten Zeit, in der viele verschuldete Staaten die Glücksspielsteuern erhöhen, um ihre Kassen zu füllen, soll diese geografische Vielfalt es Flutter ermöglichen, Risiken zu begrenzen.

Im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 16,38 Mrd. Dollar, was einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber 2024 entspricht, bei einem bereinigten EBITDA von 2,85 Mrd. (+21 Prozent). Das reichte allerdings nicht aus, um den Markt zu überzeugen: Im Jahresvergleich brach die Aktie bis Mitte Mai um 60 Prozent ein. Die Mehrheit der Analysten empfiehlt dennoch den Kauf der Aktie und rechnet mit einer Erholung.

Betsson AB: Schwedischer Spezialist mit schnellem Wachstum

GRÜNDUNG: 1963
SITZ: MALTA (MT)
BESCHÄFTIGTE: 2'900
UMSATZ 2025: €1,197 MRD
STOCK EXCHANGE: BETS-B

Innerhalb von fünf Jahren hat das schwedische Glücksspielunternehmen Betsson seinen Umsatz von 609 Mio. Euro im Jahr 2020 auf 1,197 Mrd. im Jahr 2025 fast verdoppelt. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 13 Prozent in diesem Zeitraum. Dies ist das Ergebnis einer Reihe von Übernahmen in den letzten Jahren, insbesondere von Sportwettenanbietern wie dem peruanischen Unternehmen Inkabet im Jahr 2021, dem nigerianischen BetBonanza (2022) oder dem belgischen BetFIRST (2023). 

Parallel zu diesem externen Wachstum erwirbt Betsson regelmässig neue Glücksspiellizenzen, um in neuen Regionen tätig zu werden. 2025 beispielsweise erhielt das Unternehmen Lizenzen in Brasilien, Paraguay und Polen. Insgesamt verfügt Betsson nun über Lizenzen in 24 Ländern, in denen das Unternehmen seinen Kunden hauptsächlich Online-Casinos (72 Prozent des Umsatzes im Jahr 2025) und Sportwetten (27 Prozent) anbietet.

2025 erzielte die Gruppe 27 Prozent ihres Umsatzes in Lateinamerika, 19 Prozent in Westeuropa, 12 Prozent in den skandinavischen Ländern und 40 Prozent in der CEE-Region (Mittel-, Ost- und Zentralasien). Mit dieser Präsenz in zahlreichen Märkten lassen sich die Risiken verschärfter Glücksspielvorschriften in diversen Ländern begrenzen. Eine Mehrheit der Analysten empfiehlt, die Aktie zu halten, die innerhalb eines Jahres 50 Prozent ihres Wertes verloren hat, insbesondere wegen der Erhöhung von Glücksspielsteuern in mehreren regulierten Märkten. 

Bally’s Intralot: Der griechische Konsolidierer

GRÜNDUNG: 1992
SITZ: PAIANIA (GR)
BESCHÄFTIGTE: 2'800
UMSATZ 2025: €518 MRD
STOCK EXCHANGE: BYLOT

Die Konsolidierung der Glücksspielbranche in Europa ist noch nicht abgeschlossen. Nachdem in den Medien bereits Gerüchte kursierten, veröffentlichte das britische Unternehmen Evoke, Spezialist für Online-Casinos und Sportwetten, am 5. Juni folgende Bestätigung: Evoke habe das Übernahmeangebot seines griechischen Pendants Bally’s Intralot angenommen. Letzteres hatte für diese Übernahme eine Summe von 243 Mio. Pfund offeriert. Die Transaktion stellt eine weitere bedeutende Akquisition für Intralot dar.

Denn im Oktober 2025 schloss das Unternehmen die Übernahme der internationalen Aktivitäten der amerikanischen Bally’s Corporation für 2,7 Mrd. Euro ab und wurde damit zu Bally’s Intralot. Für Evoke ist die Transaktion eine Art Rettungsring. Da Evoke stark vom britischen Markt abhängig ist, gehörte das Unternehmen zu denjenigen, die am stärksten von der Steuererhöhung auf Glückspiele durch die britische Regierung betroffen sind. Seit dem 1. April 2026 stiegen die Steuern auf Online-Casino-Spiele von 21 Prozent auf 40 Prozent. Die Steuern auf Online-Wetten werden im April 2027 von 15 Prozent auf 25 Prozent angehoben, mit Ausnahme von Pferdewetten.

Ein schwerer Schlag für Evoke, zumal das Unternehmen Schulden in Höhe von fast 1,9 Mrd. Pfund angehäuft und seine Rentabilitätsziele verfehlt hat. Die Folge: Der Aktienkurs ist in den letzten Jahren eingebrochen und fiel von mehr als 400 Pence, dem Höchststand im Jahr 2021, auf 35 Pence Mitte Mai, was einem Einbruch von über 90 Prozent entspricht. Vor diesem Hintergrund liess die Bekanntgabe einer Übernahme die Aktie am 5. Juni um fast 20 Prozent in die Höhe schnellen. Die Aktie von Bally’s Intralot bleibt ihrerseits relativ stabil und verzeichnet (Anfang Juni) einen Anstieg von fast 11 Prozent im Jahresvergleich.

Churchill Downs Ein temperamentvolles Pferd

GRÜNDUNG: 1875
SITZ: LOUISVILLE (US)
BESCHÄFTIGTE: 8'700
UMSATZ 2025: $2,93 MRD
STOCK EXCHANGE: CHDN

Es ist ein Name, der alle Liebhaber des Pferderennsports zum Träumen bringt: Churchill Downs. An der Central Avenue im Süden von Louisville gelegen, ist diese legendäre Rennbahn weltweit dafür bekannt, dass dort seit 1875 jeden ersten Samstag im Mai das Kentucky Derby stattfindet – das wichtigste Rennen für dreijährige Vollblüter in den USA. Die Zahlen sprechen für sich: Am 2. Mai dieses Jahres drängten sich mehr als 150’000 Zuschauer auf der Rennbahn zur 152. Ausgabe des Rennens.

Das Spektakel wurde zudem im Fernsehen von durchschnittlich 19,6 Mio. Menschen auf NBC und Peacock verfolgt – die höchste Zuschauerzahl in der Geschichte des Rennens. 19 Pferde standen dieses Jahr an der Startlinie – für zwei spannende Minuten Galopp und intensive Emotionen auf Seiten der Wettenden. Hinter diesem zeitlosen Geschäft steht seit jeher dasselbe Unternehmen: Churchill Downs Incorporated. Traditionell hat dieses Unternehmen sein Geschäft auf alles rund um die Rennbahnen konzentriert, mit der Organisation von Pferderennen und den damit verbundenen Wetten. Doch inzwischen wurden die Einnahmen durch die Tochterfirma Twin- Spires, die Online-Pferdewetten verwaltet, sowie durch den Erwerb mehrerer Casinos und anderer Spielstätten in den USA diversifiziert.

2025 machte die Organisation von Pferderennen (Tickets, Sponsoring, TV-Rechte und historische Rennmaschinen) nur noch 50 Prozent der Einnahmen aus, Online-Pferdewetten 18 Prozent und Casinos 35 Prozent. Während die Aktie seit fünf Jahren zwischen 80 und 140 Dollar hin- und her-pendelt – Ende Mai notierte sie unter der 90-Dollar-Marke –, wurde die Dividende seit 15 Jahren stetig erhöht. Alle Analysten, die den Wert beobachten, empfehlen den Kauf der Aktie, da diese derzeit nahe ihrem historischen Tiefstand notiert.

Noch eine kleine Anekdote: Es war das Pferd Golden Tempo, geritten vom Jockey José Ortiz, das das letzte Kentucky Derby gewann mit einem Preisgeld von 3,1 Mio. Dollar. Das Duo legte die 2’012 Meter des Rennens in zwei Minuten und zwei Sekunden zurück. Somit bleibt zumindest der Streckenrekord für ein weiteres Jahr bei Secretariat – einem Spitzenpferd, das 1973 eine Zeit von einer Minute und 59 Sekunden erzielte. 

Bally’s: Der König der Casinos

GRÜNDUNG: 2004
SITZ: PROVIDENCE (US)
BESCHÄFTIGTE: 11'500
UMSATZ 2025: $2,678 MRD
STOCK EXCHANGE: BALY

Fokus auf die angelsächsische Welt. Im Oktober 2025 verkaufte die US-amerikanische Bally’s Corporation ihre internationalen Aktivitäten für 2,7 Mrd. Euro an das griechische Unternehmen Intralot und wurde gleichzeitig mit 58 Prozent dessen Mehrheitsaktionär. Der Konzern bleibt jedoch in seiner Heimat USA weiterhin stark verankert und hat sich mit dem Asper Casino Newcastle (UK), seiner ersten Niederlassung auf dieser Seite des Atlantiks, auch im Vereinigten Königreich etabliert.

In den Vereinigten Staaten besitzt das Unternehmen 19 Casinos in elf Bundesstaaten, 17’700 Spielautomaten, 630 Spieltische und 3’950 Hotelzimmer. Damit ist Bally’s ein Riese im Bereich der stationären Glücksspiele in den USA. Doch die Gruppe versucht, auch im Onlinebereich zu expandieren, mit ihren Plattformen Bally Bet für Online-Sportwetten und Bally Casino (E-Casino). Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen mehr als 55 Prozent seines Umsatzes in physischen Casinos und im Hotelgewerbe – der Rest stammte aus seinen Online-Aktivitäten. Eine Mehrheit der Analysten empfiehlt, die Aktie zu halten.

Playtech: Der Softwareanbieter

GRÜNDUNG: 1999
SITZ: DOUGLAS, ISLE OF MAN
BESCHÄFTIGTE: 7'400
UMSATZ 2025: €764 MRD
STOCK EXCHANGE: PTECH

Das Sprichwort ist bekannt: Die Verkäufer von Spitzhacken verdienen oft mehr als die Goldgräber. Das 1999 gegründete britische Unternehmen Playtech ist einer der grössten Anbieter von Software und Dienstleistungen für Betreiber von Online-Casinos und Sport-wetten-Websites. Zu seinen Kunden zählen bekannte Marken wie der Buchmacher William Hill (im Besitz von Evoke) sowie die britischen Sportwettenanbieter Ladbrokes (im Besitz von Entain) und Bet365. Insgesamt beliefert Playtech mehr als 200 Glücksspielanbieter in rund 50 Ländern, in denen das Geschäft reguliert ist. 

Die Aktie des Unternehmens erfuhr zwar nach dem Verkauf seines italienischen Geschäftsbereichs Snaitech an Flutter eine starke Korrektur. Doch diese ist vor allem auf die Ausschüttung einer massiven Sonderdividende an die Aktionäre zurückzuführen, die aus dem Erlös dieser Transaktion finanziert wurde. Seitdem hat sich der Titel wieder erholt: Im Jahresvergleich verzeichnet er einen Anstieg von fast 14 Prozent (Stand: 1. Juni). Und das ist vielleicht noch nicht alles. Eine Mehrheit der Analysten empfiehlt den Kauf der Aktie. 

Evolution AB: Der Experte für Online-Casinos

GRÜNDUNG: 2006
SITZ: STOCKHOLM (SE)
BESCHÄFTIGTE: 22'500
UMSATZ 2025: €2,066 MRD
STOCK EXCHANGE: EVO

In gewisser Hinsicht ähnelt die Tätigkeit von Evolution AB der eines Unternehmens, das Videospiele entwickelt. Die Firma verfügt weltweit über 24 Studios, darunter die drei wichtigsten in Europa, insbesondere in Riga, Lettland, wo zahlreiche neue Online-Casinospiele entwickelt, getestet und auf den Markt gebracht werden. Zu den Flaggschiffprodukten gehören «Live Poker», «Live Roulette» und «Live Baccarat».

Einige Evolution-Studios beschäftigen auch Moderatoren, die ein Spielerlebnis bieten, das dem in physischen Casinos nahekommt – und das in 24 Sprachen. Dank dieser Software zählt Evolution AB grosse Online-Casino-Betreiber zu seinen Kunden, darunter 888casino (Teil der Evoke-Gruppe), DraftKings, Entain und Unibet (FDJ United). Der Grossteil der Einnahmen von Evolution AB stammt aus Provisionen auf die Gewinne, die Online-Casino-Betreiber dank seiner Software erzielen. Das an der Nasdaq in Stockholm kotierte Unternehmen verzeichnete bis zum 1. Juni einen Kursanstieg von 8 Prozent im Jahresvergleich, weist jedoch über fünf Jahre einen Rückgang von 55 Prozent auf. Die Mehrheit der Analysten empfiehlt, die Aktie zu halten.

Entain: Der englische Wettanbieter

GRÜNDUNG: 2006
SITZ: STOCKHOLM (SE)
BESCHÄFTIGTE: 22'500
UMSATZ 2025: €2,066 MRD
STOCK EXCHANGE: ENT

Ein Abstieg in die Börsenhölle. Nachdem die Aktie des englischen Konzerns Entain Anfang August 2025 kurzzeitig die 1’000-Pence-Marke überschritten hatte, sank sie kontinuierlich und notierte Ende Mai nur knapp über der 500-Pence-Marke.Zuvor hatte die britische Regierung ihre Entscheidung bekannt gegeben, die Steuern auf Sport-wetten und Online-Glücksspiele zu erhöhen. Bad News für das Unternehmen, das 29 Prozent seines Umsatzes in England und Irland erzielt – also in Regionen, die für Entain über seine Marken Ladbrokes, Coral und Foxy Bingo nach wie vor einen wesentlichen Markt darstellen.

Auch wenn ein Teil dieser neuen Steuern erst ab dem 1. April 2026 erhoben wurde: Der Markt wartete nicht bis dahin und strafte das Unternehmen gleich ab. Der Aktienkurs fiel Mitte Mai im Jahresvergleich um 30 Prozent und im Fünfjahresvergleich sogar um 66 Prozent. Angesichts dieser Situation kündigte Entain-CEO Stella David über die Medien an, dass sie die Investitionen des Unternehmens im Vereinigten Königreich überdenken und Verkaufsstellen schliessen werde. «Eine weitere Erhöhung der Steuern wird keine zusätzlichen Einnahmen generieren; sie wird den regulierten Markt schrumpfen lassen, Arbeitsplätze vernichten und illegalen Anbietern, die keine Steuern zahlen und niemanden schützen, noch mehr Marktanteile verschaffen», sagte sie in einem Interview mit der Zeitung «The Observer».

Um sein Engagement auf den britischen Märkten zu reduzieren, expandiert Entain seit mehreren Jahren international durch gezielte Übernahmen wie die des neuseeländischen Unternehmens Sportsflare im Jahr 2023. Die USA, wo Entain ein Joint Venture mit MGM unterhält, sowie Australien und Brasilien wurden ebenfalls zu Schlüsselmärkten. Die Mehrheit der Analysten, die Entain beobachten, empfiehlt den Kauf der Aktie, da diese nach dem Kursrückgang der letzten Monate nun unterbewertet sei. 

DraftKings: Der Prognosegigant

GRÜNDUNG: 2012
SITZ: BOSTON (US)
BESCHÄFTIGTE: 5'500
UMSATZ 2025: $6,1 MRD
STOCK EXCHANGE: DKNG

«Wir hatten einen fantastischen Start ins Jahr, unsere Ergebnisse für das erste Quaral haben unsere Erwartungen übertroffen», schwärmte Jason Robins, CEO und Mitbegründer von DraftKings, bei der Präsentation der Unternehmensergebnisse am 7. Mai. In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichnete das US-Unternehmen einen Umsatz von 1,646 Mrd. Dollar, was einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Hauptgrund für dieses Wachstum: die Prognosemärkte. Das 2012 gegründete Unternehmen DraftKings war bis vor Kurzem für seine Aktiviäten im Bereich Online-Sport-wetten, E-Casinos und Lotterien bekannt. Dieses Angebot wurde im Dezember 2025 mit der Einführung seiner Prognose-App erweitert.

In der Schweiz und den meisten europäischen Ländern sind Prognosemärkte verboten. Sie bieten die Möglichkeit, auf so gut wie alles Geld zu setzen: den Ausgang einer beliebten Serie, die Höchsttemperatur im Juli oder das Ergebnis einer Wahl. Seit sie durch die nicht börsenkotierten Unternehmen Polymarket und Kalshi populär wurden, erfreuen sich Prognose-Apps jenseits des Atlantiks grosser Beliebtheit. Obwohl DraftKings erst spät in dieses Geschäft eingestiegen ist, will sich das Unternehmen dennoch einen Platz an der Sonne sichern, indem es sich dank seiner Erfahrung im Bereich Sportwetten und der möglichen Synergien zwischen beiden Geschäftsbereichen auf Sportprognosen spezialisiert. Das überzeugt die Analysten: Die Mehrheit derjenigen, die den Kurs verfolgen, empfiehlt den Kauf der DraftKingsAktie. Der Titel hat jedoch an der Nasdaq zu kämpfen und verzeichnete Anfang Juni einen Rückgang von fast 25 Prozent im Jahresvergleich und von etwa 50 Prozent im Fünfjahresvergleich. 

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