By Thomas BIANCATO
Published on 26.08.2026
Anfang dieses Monats gaben Merck und Moderna bekannt, dass ihre experimentelle Melanom-Behandlung eine groß angelegte, spät-stadige klinische Studie erfolgreich bestanden hat – das erste Mal, dass eine auf mRNA basierende Krebstherapie diese Hürde nimmt. Die Nachricht ließ die Moderna-Aktie deutlich steigen und weckte bei Anlegern neues Interesse an einem Unternehmen, das vor allem für seinen COVID-19-Impfstoff bekannt ist.
Die Behandlung, bekannt als Intismeran autogen (auch V940 oder mRNA-4157 genannt), ist kein vorbeugender Impfstoff im klassischen Sinne. Sie wird individuell für jeden Patienten hergestellt: Eine Probe des Tumors wird sequenziert, um seine spezifischen Mutationen zu identifizieren, und diese Information wird genutzt, um eine personalisierte mRNA-Spritze herzustellen, die das Immunsystem darauf trainieren soll, den Krebs zu erkennen und anzugreifen. Sie wird gemeinsam mit Mercks umsatzstarker Immuntherapie Keytruda verabreicht.
In der Phase-3-Studie INTerpath-001 wurden mehr als 1.100 Patienten, die sich einer Operation zur Entfernung eines Hochrisiko-Melanoms unterzogen hatten, nach dem Zufallsprinzip entweder der Kombinationstherapie oder allein Keytruda für etwa ein Jahr zugewiesen. Die Unternehmen berichteten, dass Patienten unter der Kombination deutlich länger ohne Rückkehr ihres Krebses blieben und damit das Hauptziel der Studie – die Verbesserung des rückfallfreien Überlebens – erreichten. Auch ein wichtiges sekundäres Kriterium, das erfasst, wie lange Patienten frei von Metastasen in anderen Körperteilen blieben, wurde erreicht. Merck und Moderna beschrieben das Sicherheitsprofil als konsistent mit früheren Studien, ohne neue Bedenken.
Das Phase-3-Ergebnis baut auf Jahren früherer Daten auf. In der vorangegangenen Phase-2b-Studie senkte die Kombination das Risiko eines Rückfalls oder Todes im Vergleich zu Keytruda allein um etwa die Hälfte und das Risiko einer Fernmetastasierung um deutlich mehr als die Hälfte – Vorteile, die sich auch in den Anfang dieses Jahres vorgestellten Fünfjahresdaten bestätigten. Diese Beständigkeit erklärt zum Teil, warum Analysten dieses Programm so genau verfolgt haben: Krebsbehandlungen, die in kleinen Studien gut abschneiden, enttäuschen im Phase-3-Maßstab häufig – und dies ist die erste personalisierte Neoantigen-Therapie dieser Art, der dieses Schicksal erspart blieb.