Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Tue, 14.04.2026 - 00:00
Goldman Sachs hat im ersten Quartal von einem starken Handelsgeschäft und einer Reihe von Deals im Investmentbanking profitiert. Die US-Bank steigerte den Gewinn deutlich und übertraf die Erwartungen. Der Nettogewinn stieg um 19 Prozent auf 5,6 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie betrug 17,55 Dollar. Analysten hatten im Factset-Konsens mit 16,47 Dollar gerechnet. Die Erträge kletterten um 14 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Im Segment Global Banking & Markets legten sie um 19 Prozent auf einen Rekordwert von 12,7 Milliarden Dollar zu. Die Einnahmen im Investmentbanking stiegen dabei um 48 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Während die Erträge im Handel mit festverzinslichen Produkten, Rohstoffen und Währungen (FICC) um 10 Prozent auf 4 Milliarden Dollar sanken, stiegen sie im Aktienhandel um 27 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Banken haben zuletzt von einer wachsenden Wirtschaft und massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz profitiert, was im ersten Quartal zu einer Welle von Transaktionen beigetragen hat. Gleichzeitig hilft die Volatilität an den Finanzmärkten den Händlern dabei, Gebühren durch den Kauf und Verkauf von Aktien, Anleihen und Derivaten für Kunden einzunehmen, die ihre Portfolios neu ausrichten wollen.
Das Scheitern der Verhandlungen über eine Beilegung des Iran-Kriegs hat am Montag auch den schweizerischen Aktienmarkt etwas belastet, zumal die Ölpreise wieder kräftig anzogen und über die Marke von 100 Dollar je Barrel stiegen. Der SMI verlor 0,3 Prozent auf 13.141 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursverlierer und acht -gewinner gegenüber, unverändert schloss eine Aktie. Umgesetzt wurden 19,04 (zuvor: 22,11) Millionen Aktien. Swisscom (-2,4%) bildete das Schlusslicht, hinter Geberit (-1,5%) und dem Schwergewicht Nestlé (-1,3%). Der Logistiker Kühne+Nagel (-1,1%) blieb angesichts der Unsicherheiten für die globalen Lieferketten ebenfalls zurückhaltend. Die konjunktursensitiven Holcim (-0,7%) gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Der Schuldspruch gegen die Tochter Lafarge in Paris im Prozess wegen Terrorfinanzierung konnte den Papieren allerdings kaum etwas anhaben. Zur Erholung trugen das Pharmaschwergewicht Roche (+0,5%) und defensive Titel wie Swiss Life (+0,8%) und Zurich (+0,6%) bei. Im Finanzsektor zogen UBS um 1,0 Prozent an.
Europa
Europas Börsen sind am Montag mit kleinen Abgaben in die neue Woche gestartet, nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende ohne Ergebnis beendet wurden. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 23.742 Punkte, im Tagestief stand der Index bei 23.482. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent nach unten. An den europäischen Anleihemärkten blieb es weitgehend ruhig, während die Ängste vor einem Energieschock und beschleunigter Inflation in Japan die Renditen der Staatsanleihen fast auf ein 30-Jahreshoch getrieben hatten. Viele Investoren erwarten, dass die Bank of Japan die Zinsen bereits in diesem Monat anhebt, um zu verhindern, dass höhere Energiepreise die fragile wirtschaftliche Erholung des Landes gefährden. Der Aktienmarkt in Budapest legte nach dem Sieg der Oppositionspartei nach der Parlamentswahl deutlich zu. Der BUX stieg um 5 Prozent. Der Forint notierte gegenüber dem Euro nahe einem Vierjahreshoch. Die Oppositionspartei Tisza hat bei der Wahl am Sonntag einen Erdrutschsieg errungen und damit die 16-jährige Herrschaft von Viktor Orban beendet. Es wird erwartet, dass der Sieg die Beziehungen Ungarns zur Europäischen Union verbessert und möglicherweise blockierte Gelder freigegeben werden. Unter Druck standen europaweit die Fluglinien. Im Falle der Lufthansa (-2,2%) belastete nicht nur der Anstieg des Ölpreises, sondern auch neue Arbeitsniederlegungen, denn nach dem Streik des Kabinenpersonals in der vergangenen Woche streiken am Montag und Dienstag nun die Piloten. Es fallen wieder Hunderte von Flügen aus. Die Aktien von Reiseveranstalter Tui gaben um 1,6 Prozent nach. Air France schlossen 4,2 Prozent leichter.
USA
Die US-Börsen haben am Montag moderate Gewinne verzeichnet und die Stimmung an der Wall Street hat sich trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten leicht aufgehellt. Der in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran gilt derweil noch, was den Verkaufsdruck am Aktienmarkt ebenfalls lindern konnte. Anleger setzten weiter darauf, dass die Kriegsparteien an den Verhandlungstisch zurückkehrten, hiess es aus dem Handel und verwiesen auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Zudem beginnt die US-Quartalszahlen-Saison und bei den Marktteilnehmer überwog die Hoffnung, dass die "Big Tech"-Unternehmen ihre ehrgeizigen Gewinnziele erneut bestätigen werden. Die Spitzenreiter im S&P 500 waren Software-Aktien, die eine kleine Erholungsrallye erlebten, nachdem sie im Verlauf des Jahres aufgrund von KI-Sorgen unter Druck geraten waren. Der Dow-Jones-Index gewann Prozent 0,6 Prozent auf 48.218 Punkte, der S&P-500 sah ein Plus von 1 Prozent und der Nasdaq-Composite stieg um 1,2 Prozent. Den 1.967 (Freitag: 1.160) Kursgewinnern an der Nyse standen 787 (1.570) verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 77 (70) Titel. Zu den grossen Gewinnern gehörte Oracle, die um 12,7 Prozent zulegte. Unter den einzelnen Sektoren an der Börse stand das Segment Reise und Touristik wegen der hohen Ölpreise unter Druck. Unter anderem verloren die Aktien der Kreuzfahrtreederei Carnival 0,8 Prozent. Die Aktien der Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines fallen um 0,8 bzw 1,3 Prozent. Nutzniesser der Ölpreise waren die Aktien der Branchenunternehmen wie Exxon Mobil (+0,1), Occidental Petroleum (+0,2%) oder Diamondback Energy (+0,5%).
Asien
Die Aktienmärkte in Ostasien folgen am Dienstag der festeren Vorgabe der Wall Street. Klarer Tagesfavorit ist die Börse in Seoul. Der stark technologielastige Kospi macht einen Satz um 3,5 Prozent nach oben und markiert ein Rekordhoch. Antreiber sind die Technologieschwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix mit Gewinnen von 3,9 und 7,9 Prozent.
Obligationen
Die Renditen der US-Staatsanleihen gaben nach, da die US-Blockade der Strasse von Hormus nach Aussage von Marktteilnehmern mehr Sorgen um das Wirtschaftswachstum als um die Inflation aufwarf. Die Terminmärkte preisten weiterhin eine längere Zinspause der Fed ein, während die Wetten auf eine Zinssenkung leicht zunahmen. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel um 1 Basispunkt auf 4,292 Prozent.
Analyse
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