Von Ludovica SCOTTO DI PERTA
Veröffentlicht am Fri, 24.04.2026 - 00:00
Der Baustoffkonzern Holcim hat im Startquartal weniger umgesetzt und verdient. Aufs Ergebnis drückten der harte Winter in einigen europäischen Ländern und Währungseffekte. Aber auch der Verkauf von mehreren Ländergeschäften belasteten das Resultat. Der Umsatz fiel im ersten Quartal um 4,8 Prozent auf 3,52 Milliarden Franken, wie der Innerschweizer Konzern am Donnerstag bekannt gab. Dabei schlug der starke Franken erneut zu Buche. Dieser kostete 207 Millionen Franken Umsatz. Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT sank um 11,2 Prozent auf 431 Millionen Franken. Grund waren auch hier die Verkäufe von Geschäftseinheiten und der starke Franken. Die entsprechende operative Marge sank auf 12,2 Prozent von 13,1 Prozent im Vorjahresquartal. Organisch wäre der wiederkehrende EBIT um 8,3 Prozent gestiegen. In den Zahlen ist das im vergangenen Sommer abgespaltete Nordamerika-Geschäft nicht mehr enthalten, das als eigenständiges US-Unternehmen Amrize in New York an der Börse kotiert ist. Insofern sind die Vorjahreszahlen Pro-Forma-Resultate.
Am Donnerstag gewann der SMI 1,4 Prozent auf 13.248 Punkte. Im Fokus stand die Nestlé-Aktie, für die es nach Vorlage des Quartalsberichts um 5,9 Prozent rasant nach oben ging. Der Lebensmittelriese übertraf mit seinen Wachstumszahlen für das erste Quartal die Erwartungen. Obwohl der Umsatz auf berichteter Basis zurückging, wuchs er im ersten Quartal auf organischer Das Roche-Papier verteuerte sich um 3,8 Prozent. Der Pharmariese hat seine Jahresprognose bestätigt, nachdem der Umsatz im ersten Quartal dank einer hohen Nachfrage nach innovativen Medikamenten und Diagnostika um 6 Prozent gestiegen ist auf 14,72 Milliarden Franken. Analysten hatten dies auch in etwa so erwartet. Der Kurs des Wettbewerbers Novartis ging mit einem Plus von 0,6 Prozent aus dem Tag. In der zweiten Reihe verteuerten sich Schindler um 2,8 Prozent. Sowohl Aufträge, bereinigtes operatives Ergebnis als auch die Marge des Aufzugsspezialisten fielen im ersten Quartal leicht oberhalb der Markterwartung aus. Trotz des eher schwierigen Marktumfeldes bestätigte das Unternehmen den Ausblick. Für Temenos ging es dagegen um 7,0 Prozent abwärts. Die Aktie wurde in Sippenhaft genommen, nachdem in den USA der Unternehmenssoftwarehersteller ServiceNow mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte. Galderma schnellten nach guten Quartalszahlen des Hautgesundheitsexperten um 6,6 Prozent nach oben.
Europa
Die europäischen Börsen haben am Donnerstag in engen Grenzen uneinheitlich tendiert. Der DAX verlor 0,2 Prozent auf 24.155 Punkte und blieb damit über der 200-Tagelinie. Der Euro-Stoxx-50 gab um 0,2 Prozent nach, der Stoxx-50 stieg dagegen leicht. Im Technologiesektor schossen STMicroelectronics um 14,4 Prozent nach oben, im Sog legten im DAX Infineon um 8 Prozent zu. STMicro hatte starke Zahlen vorgelegt. Zuletzt waren aus dem Sektor bereits überzeugende Zahlen von ASM International gekommen und in Asien hatte SK Hynix Rekordzahlen vorgelegt. Einen schwierigen Tag erlebten die Aktien von Entwicklern von Unternehmenssoftware. Das DAX-Schwergewicht SAP ging mit einem Minus von ist mit einem Minus von 6,1 Prozent aus dem Tag. In Paris verloren Capgemini 5,7 und in London Sage Group 3,9 Prozent.Für L'Oreal ging es nach starken Quartalszahlen um 7,7 Prozent nach oben. Die Nokia-Aktie profitiert mit einem Plus von 6,4 Prozent von einer weiteren Neubewertung und höheren Gewinnschätzungen, nachdem das Unternehmen eine die Erwartungen übertreffende Bruttomarge ausgewiesen und Wachstumserwartungen erhöht hatte. Essilorluxottica sanken um 4,8 Prozent, weil sich das Umsatzwachstum nach einem Boom bei den Verkäufen von Smartglasses im Vorjahr verlangsamt hat. Der französisch-italienische Brillenkonzern verbuchte ein organisches Umsatzwachstum von 11 Prozent, nachdem es zuvor noch 18 Prozent gewesen waren. Renault schlossen nach Erstquartalszahlen 1,3 Prozent im Minus.
USA
Angesichts stockender Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist am Donnerstag an der Wall Street nach den Vortagesgewinnen mit teils neuen Rekordständen wieder etwas Vorsicht eingezogen. Der Dow-Jones-Index büsste 0,4 Prozent auf 49.310 Punkte ein. Der S&P-500-Index kam von seinem Rekordhoch um 0,4 Prozent zurück, der Nasdaq-Composite verlor 0,9 Prozent, wozu sehr schwache Unternehmenssoftwareaktien beitrugen. Als erstes Unternehmen der sogenannten Magnificent Seven berichtete Tesla über das vergangene Quartal. Der Elektroautobauer übertraf zwar die Markterwartungen, prognostiziert jedoch für 2026 rund 5 Milliarden höhere Investitionen als zunächst, insgesamt 25 Milliarden Dollar. CEO Elon Musk sagte ausserdem, dass die Einführung von Robo-Taxis langsam verlaufen werde. Der Kurs gab um 3,6 Prozent nach. Microsoft will bis Ende 2029 rund 18 Milliarden Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur in Australien investieren. Die Aktie fiel um 4,0 Prozent. Meta will die Mitarbeiterzahl verringern und verloren 2,3 Prozent. Texas Instruments übertraf mit den Quartalszahlen die Erwartungen. Der Kurs des Halbleiterkonzerns schoss um knapp 20 Prozent nach oben. Die Kurse anderer Halbleiterhersteller stiegen im Sog ebenfalls. Arm kamen um 4,1 Prozent voran, AMD um 0,6 und Intel um 2,3 Prozent. Broadcom und Nvidia gaben dagegen nach. Der IT-Riese IBM steigerte im Berichtsquartal den Gewinn zwar um 19 Prozent, die Aktie von Big Blue sackte aber trotzdem um 8,3 Prozent ab. ServiceNow stürzten um 17,7 Prozent ab, nachdem der Entwickler von Unternehmenssoftware Quartalsergebnisse vorgelegt hatte, die nicht überzeugen. Im Sog von ServiceNow ging es für andere Branchenwerte ebenfalls steil abwärts. Salesforce rutschten um 8,7 und Workday um 9,4 Prozent ab. Im Rüstungssektor fielen Honeywell um 2,6 Prozent, obwohl das Gewinnwachstum im ersten Quartal besser als erwartet ausgefallen war. Für Lockheed Martin ging es nach verfehlten Erwartungen um 4,6 Prozent abwärts.
Asien
Die Börsen in Ostasien bewegen sich am Freitag überwiegend in negativem Terrain. Die japanische Börse liegt entgegen der regionalen Tendenz leicht im Plus. Der Topix gewinnt 0,1 Prozent. Gesucht sind in Japan Chipaktien, nachdem Intel am Vorabend in den USA beeindruckende Geschäftszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick gegeben hat. Lasertec steigen um 4,3 und Advantest um 3,2 Prozent. In Seoul sinkt der Kospi um 0,4 Prozent. Indexschwergewicht Samsung Electronics fällt um 2,6 Prozent. SK Hynix verlieren im Zuge von Gewinnmitnahmen 1,6 Prozent. An der Börse in Schanghai gibt der Composite-Index um 0,6 Prozent nach. In Hongkong verliert der Hang-Seng-Index 0,2 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 4,33%. Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen mit den Ölpreisen an. Der Dollar war als sicherer Hafen gesucht und auch angesichts der steigenden US-Marktzinsen.
Analyse
Kursziel Temenos: Goldman Sachs erhöht auf CHF 93 (89) - Neutral
Kursziel ABB: Bernstein SG erhöht auf CHF 70 (65) - Market Perform
Kursziel Givaudan: Jefferies senkt auf CHF 3,300 (3,500) - Buy
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