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Amazon schliesst Milliardendeal mit Snowflake über Graviton-Chips

Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 28.05.2026 - 00:00

Thema des Tages

Amazon Web Service (AWS) hat einen weiteren Kunden für seine Graviton-Chips gewonnen. Das Cloudspeicher-Unternehmen Snowflake will in den nächsten fünf Jahren 6 Milliarden US-Dollar für den Zugang zu Amazons Graviton-Chips in AWS-Rechenzentren zahlen. Mit dem am Mittwoch angekündigten Deal wird Snowflake einer der grössten Kunden von AWS für CPU-basiertes Computing. Die Snowflake-Aktie stieg nachbörslich um 35 Prozent. AWS hatte Graviton, eine Central Processing Unit (CPU) bzw. Hauptprozessor 2018 auf den Markt gebracht. Da KI-Agenten - autonome Bots, die eine Vielzahl von Aufgaben für menschliche Nutzer erledigen können - immer beliebter werden, ist die Nachfrage nach CPUs stark gestiegen. Dies liegt teilweise daran, dass Agenten eine grosse Anzahl von Prozessoren benötigen, die ihnen helfen, Rechenaufgaben zu orchestrieren oder in der richtigen Reihenfolge anzuordnen. Unternehmen, die CPUs verkaufen, darunter Intel, Advanced Micro Devices und Arm Holdings, haben in den vergangenen Monaten mit der Ausbreitung der agentenbasierten KI steigende Aktienkurse und florierende Umsätze verzeichnet.

Schweizer Aktien

Auch zur Wochenmitte hat der schweizerische Aktienmarkt den Handel mit Aufschlägen beendet. Der SMI verbesserte sich um 0,8 Prozent auf 13.627 Punkte. Mit der Hoffnung auf eine Erholung in China waren europaweit Luxusgüter-Aktien gesucht. Die betreffenden Unternehmen gelten als stark anhängig von der Nachfrage chinesischer Käufer. So waren die Papiere von Richemont mit einem Aufschlag von 5,1 Prozent grösster Gewinner im SMI. Die Aktien von Swatch zogen um 2,8 Prozent an. Deutlich nach oben ging es auch mit den Titel von Amrize (+4,8%) und Givaudan (+2,5%). Gestützt wurde das Sentiment auch von den Aufschlägen bei den beiden defensiven Index-Schwergewichten Novartis und Nestlé, die um 1,0 bzw. 2,1 Prozent nach oben kletterten. Dagegen verloren die Roche-Papiere 0,1 Prozent.

Internationale Märkte

Europa
Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch kaum verändert geschlossen. Der DAX beendete den Handel bei 25.178 PUnkten nach einem Vortagesschluss von 25.185 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 schlug sich etwas besser mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 6.071 Punkte, gestützt durch Luxusgüteraktien. Die betreffenden Unternehmen gelten als stark anhängig von der Nachfrage chinesischer Käufer. LVMH kletterten um 3,1 Prozent, Kering um 4,4 Prozent. Auch Aktien von Lifestyle-Ausstattern waren gesucht. Für Adidas ging 5,4 Prozent nach oben, für Puma um 6,2 Prozent. Mit einem Kurssprung von 19,5 Prozent auf 62,78 Euro zeigten sich AkzoNobel. Wie das Chemieunternehmen mitteilte, hat es ein Übernahmeangebot von Nippon Paint und einem Finanzinvestor abgelehnt. Dieses habe indikativ bei 73 Euro je Aktie gelegen. "Die Übernahmefantasie - egal durch wen - dürfte jetzt eine ganze Weile den Aktienkurs hoch halten", sagte ein Händler. Autowerte stiegen nach gut ausgefallenen Absatzzahlen für Europa. BMW konnte die Zulassungen um 2,4 Prozent, VW um 3,5 Prozent und Mercedes-Benz um 7 Prozent steigern. Mercedes-Benz verteuerten sich um 3,1 Prozent, VW um 2,5 und BMW um 2,3 Prozent. Continental gewannen 4 Prozent. Die Ankündigung in das Raumfahrtgeschäft einzusteigen, trieb die Schaeffler-Aktie an. Das Schaeffler-Papier haussierte mit Aufschlägen von 10 Prozent.

USA
Mit leicht positiven Vorzeichen hat die Wall Street zur Wochenmitte den Handel beendet. Der Dow-Jones-Index gewann 0,4 Prozent auf 50.644 Punkte. Der S&P-500 schloss einen Punkt höher und für den Nasdaq-Composite ging es um 0,1 Prozent nach oben. Weiter im Fokus standen Micron. Die Aktie des Speicherchipherstellers hatte am Vortag mit dem KI-Hype einen Satz um 19 Prozent gemacht, womit die Unternehmensbewertung die Schallmauer von 1 Billion Dollar durchbrach. Nun ging es um weitere 3,6 Prozent nach oben. Die Aktien von Western Digital gewannen 1,1 Prozent. Marvell Technology fielen nach anfänglichen Gewinnen um 4,6 Prozent. Der Anbieter von KI-Hardware wird am späten Abend Geschäftszahlen bekannt geben. Die Aktie hat sich in diesem Jahr dank des KI-Booms bereits mehr als verdoppelt. Dass das Cybersicherheitsunternehmen Zscaler einen vorsichtigen Ausblick für das Geschäftsjahr abgegeben hat, weil steigende Speicherpreise und Veränderungen im Vertriebsteam für Unsicherheit sorgen, wurde mit einem Kursrutsch von 31,5 Prozent quittiert. Boeing (+2,5%) ist bereit, die Produktion der 737-MAX-Modelle auf 47 Jets pro Monat zu erhöhen. CEO Kelly Ortberg sagte, Boeing habe eine "abschliessende Überprüfung" seiner MAX-Produktion bestanden. Die Erhöhung des Produktionstempos ist entscheidend für das Ziel des Konzerns, den Barmittelverbrauch in diesem Jahr einzudämmen. Zudem soll der wachsende Bestand an bestehenden Bestellungen schneller abgearbeitet werden.

Asien
Mit teils deutlichen Abgaben zeigen sich die asiatischen Börsen am Donnerstag. Besonders kräftig fällt das Minus in Seoul aus, wo der Kospi um 4,6 Prozent zurückfällt. In Seoul verlieren die Aktien der Index-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix 5,2 bzw. 2,5 Prozent. In Hongkong geht es für den Hang-Seng-Index um 2,3 Prozent nach unten, der Shanghai-Composite reduziert sich lediglich um 0,1 Prozent. In Tokio fällt der Nikkei-225 um 1,7 Prozent und der S&P/ASX 200 in Sydney verzeichnet einen Abschlag von 1,8 Prozent. Auch in Tokio stehen Technologiewerte unter Druck. Hier verliert die Softbank-Aktie 5,0 Prozent.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt sank die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1 Basispunkt auf 4,48 %. Für etwas Entspannung hinsichtlich der Inflationsbefürchtungen sorgten die fallenden Ölpreise.

Analyse
Kursziel Lem: Vontobel erhöht auf 600 (550) CHF - Buy
Kursziel Comet: UBS erhöht auf 405 (300) CHF - Buy
Kursziel Huber+Suhner: Vontobel erhöht auf 245 (150) CHF - Hold

Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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