Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Wed, 01.07.2026 - 00:00
Nike hat im jüngsten Quartal einen erneuten Umsatzrückgang verzeichnet. Grund dafür sind die anhaltenden Schwierigkeiten aufgrund der Schwäche in China. Der Turnschuh- und Bekleidungshersteller teilte mit, die Ergebnisse entsprächen den eigenen Erwartungen. Dies sei der Fall, obwohl man sich einem zunehmend schwierigen Geschäftsumfeld gegenübersähe, in dem der Abverkauf unter Druck bleibe. "Obwohl wir weiterhin mit Gegenwind beim Umsatz konfrontiert sind, sind wir durch die Fortschritte bei den Performance-Produkten ermutigt und konzentrieren uns auf eine konsequente Umsetzung, eine verbesserte Rentabilität und die Skalierung unserer Erfolge, um unser volles Potenzial auszuschöpfen", sagte Chief Executive Elliott Hill. Unter Hill, der 2024 zum Unternehmen zurückkehrte, arbeitet Nike einen Turnaround-Plan ab. In einigen Bereichen hat der Konzern Fortschritte erzielt - unter anderem im Laufgeschäft, im Grosshandel und im Nordamerikageschäft. Hürden gab es jedoch in China sowie bei der Marke Converse und im Sportswear-Angebot. Die Nike-Aktie fiel im späten US-Handel um etwa 4 Prozent.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag knapp behauptet tendiert. Nachdem sich der SMI um die Mittagszeit noch auf einem Allzeithoch tummelte, war er nachmittags etwas abgerutscht. Als Bremser entpuppten sich Schwergewichte wie Swiss Re, Nestle oder Roche mit Einbussen zwischen 0,6 und 1,8 Prozent. Der SMI verlor 0,2 Prozent auf 14.194 Punkte, nachdem er zur Mittagszeit mit 14.288 Punkten noch auf einem Allzeithoch gelegen hatte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 14 Kursgewinner und 6 -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 26,06 (Montag: 19,9) Millionen Aktien. Klares Schlusslicht war mit Logitech der einzige reine Technologiewert im SMI; die Aktie verbilligte sich um 4,8 Prozent auf 75,74 Franken. Belastend wirkte, dass die Bank of America das Papier auf "Underperform" von "Neutral" abgestuft hatte mit einem von 85 auf 70 Franken gesenkten Kursziel. Tagessieger waren ABB mit einem Plus von 2,5 Prozent. Sowohl die Analysten von JP Morgan als auch die der Bank of America hatten ihre Kursziele angehoben. Beide stufen die Aktie weiter mit "Neutral" ein.
Europa
An den europäischen Aktienmärkten ist es am Dienstag deutlich nach oben gegangen. Der DAX gewann 1,5 Prozent auf 24.996 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,6 Prozent auf 6.328 Punkte nach oben. Es war der letzte Handelstag im ersten Halbjahr 2026 - und die Entwicklung der Aktienmärkte in Europa war selten so uneinheitlich. So hat der DAX-Kursindex nahezu eine "Nullnummer" in den ersten sechs Monaten verzeichnet und gehörte damit zu den Schlusslichtern. Der Euro-Stoxx-50 liegt dagegen gut 9 Prozent im Plus. Während der Index in Mailand um 15 Prozent zulegte, brachte es Madrid auf 12,5 Prozent. Auch Wien ist mit plus 21 Prozent weit vorne dabei. Nach einem Pre-Close-Call gewannen Siemens Energy 5,6 Prozent. Bei den Aufträgen impliziere der positive Ton ein potenzielles Aufwärtspotenzial für Gas Services, so die Citigroup. Siemens stiegen nach positiven Analystenkommentaren um 4,4 Prozent. Siemens dürfte ein weiteres starkes Quartal mit einer anhaltend positiven Dynamik sowohl bei Smart Infrastructure als auch bei Digital Industries liefern, hiess es von der Bank of America. Mit einem Plus von 11,3 Prozent stellte die Aktie von SMA Solar den grössten Gewinner im TecDAX. Die Analysten von Jefferies verwiesen auf einen Reuters-Bericht, demzufolge die Trump-Administration Beschränkungen für in China hergestellte Wechselrichter vorsieht - die auch die Kasselaner produzieren. Obwohl der Vorschlag noch geändert oder ganz zu den Akten gelegt werden könnte, würde eine Verabschiedung westlichen Akteuren erheblich zugutekommen.
USA
US-Aktien legten zu und beendeten damit ein Blockbuster-Quartal, das von starken Kursgewinnen im Technologiesektor geprägt war, angetrieben von den Erwartungen hoher Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI). Der S&P 500 und der Nasdaq verzeichneten ihre besten Quartalsergebnisse seit 2020. Der Dow Jones Industrial Average stieg am Dienstag um 136,46 Punkte oder 0,26 Prozent auf 52.319,20 Punkte. Der S&P 500 stieg um 58,93 Punkte oder 0,79 Prozent auf 7.499,36 Punkte, während der Nasdaq Composite um 393,58 Punkte oder 1,52 Prozent auf 26.213,72 Punkte zulegte. Nach vorläufigen Daten gab es an der NYSE 1.285 Kursgewinner und 1.477 Kursverlierer. Die grössten Gewinner des Quartals waren Chip-Aktien. Der PHLX Semiconductor Index kletterte bis Dienstag um 88 Prozent, was sein bestes Quartal in der Geschichte darstellt, angetrieben von Namen wie Micron, Intel und Marvell. Die Aktie von Astera Labs, dem 78 Milliarden US-Dollar schweren Chiphersteller, der letzte Woche in den Nasdaq-100 aufgenommen wurde, hat sich mehr als vervierfacht. Dies stand in scharfem Kontrast zu einigen der grössten Namen der Technologiebranche: Die Aktie von Microsoft fiel allein im Juni um 17 Prozent, dem schlechtesten Monat seit Dezember 2000 auf dem Höhepunkt des Dotcom-Crashs. Die Aktie von Meta beendete das Quartal im Minus. Technologieaktien aus dem Chip-Umfeld legten am Dienstag weiter zu. Die Aktie von Super Micro Computer legte um 4,2 Prozent zu, die von Applied Materials stieg um 4,1 Prozent und die von Sandisk gewann rund 11 Prozent. Ein von Blackrock, Google und Coinbase unterstütztes Konsortium kündigte Pläne zur Einführung eines neuen, durch den Dollar gedeckten Stablecoins namens Open USD an, der noch in diesem Jahr auf mehreren Blockchain-Netzwerken angeboten werden soll. Rund 140 Unternehmen, darunter Visa, Stripe und Mastercard, haben sich für dessen Nutzung angemeldet. Die Aktie von Strategy fiel um 6,2 Prozent und gab damit einen Teil des Anstiegs vom Montag wieder ab, nachdem das auf Bitcoin spezialisierte Unternehmen sein langjähriges Mantra, niemals Bitcoin zu verkaufen, aufgegeben hatte, um das Vertrauen der Anleger zu stärken.
Asien
Zur Wochenmitte lässt sich an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz erkennen. In Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 0,7 Prozent. Unterstützung kommt von der ermutigenden Tankan-Umfrage der japanischen Zentralbank. Der Stimmungsindex der grossen japanischen Industrieunternehmen ist überraschend gestiegen. Gesucht sind Technologie- und Elektronikaktien, die ihren am Vortag gestiegenen US-Pendants nach oben folgen. Tokyo Electron gewinnen 2 und Softbank Group 0,7 Prozent.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen am Dienstag. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe erhöhte sich um 0,045 Prozentpunkte auf 4,420 Prozent.
Analyse
JPMorgan erhöht ABB auf 80 (70) CHF — Neutral
Citi senkt Kering-Ziel auf 266 (268) EUR — Neutral
Bank of America erhöht Ryanair-Ziel auf 30 (26,50) EUR — Buy
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