Von Nadine PEREIRA
Veröffentlicht am Thu, 09.07.2026 - 00:00
Der Schokoladenhersteller Barry Callebaut hat im dritten Quartal nach mehr als zwei Jahren Flaute wieder mehr Schokolade verkauft. Dank der Rückkehr zu einem positiven Volumenwachstum sieht sich der Konzern auf Kurs zu seinen Jahreszielen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 blieb der Absatz wegen des schwachen ersten Halbjahres allerdings weiterhin unter dem Vorjahr. Von September bis Mai setzte der Konzern insgesamt 1,557 Millionen Tonnen Schokolade und Kakaoprodukte ab, wie er am Donnerstag mitteilte. Das entspricht einem Rückgang um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem das Minus zur Halbjahresperiode noch 6,9 Prozent betragen hatte. Im dritten Quartal allein legte das Volumen dagegen um 5,7 Prozent zu und übertraf damit den Vorjahreswert erstmals seit über zwei Jahren wieder. Damit schnitt der weltweit grösste Schokoladenhersteller beim Absatz leicht besser als von Analysten erwartet ab. Beim Umsatz lag er etwas unter dem Konsens. Für das Gesamtjahr rechnet Barry Callebaut neu mit einem Volumenrückgang von rund 1 Prozent und damit am oberen Ende der bisher prognostizierten Bandbreite von minus 1 bis minus 3 Prozent. Die Prognose eines Rückgangs des wiederkehrenden EBIT im mittleren Zehnprozentbereich in Lokalwährungen wurde bestätigt. Zudem hält der Konzern an seinem Ziel fest, die Nettoverschuldung auf unter das Dreifache des Ebitda zu senken.
Zur Wochenmitte verlor der SMI 1,3 Prozent auf 14.174 Punkte. Besonders Aktien aus dem Bau- und baunahen Sektor standen unter Abgabedruck. Hier ging es für Holcim um 4,0 Prozent nach unten, Sika verloren 5,1 Prozent und Geberit büssten 3,4 Prozent ein. Auch die Papiere von Amrize verloren 1,6 Prozent. Verluste gab es auch bei den defensiven Index-Schwergewichten. Hier ging es für die Aktien von Novartis, Nestlé und Roche um bis zu 1,4 Prozent tiefer. Abgaben verzeichneten auch die Aktien von Richemont (-2,4%) und Givaudan (-3,1%). Die Titel von Partners Group litten unter einem negativen Analysten-Kommentar und verloren 1,9 Prozent auf 663,40 CHF. Barclays hat das Kursziel auf 940 von zuvor 1.200 Franken gesenkt, die Einstufung "Overweight" allerdings bestätigt.
Europa
Das Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte deutlich belastet. Der DAX verlor 2,2 Prozent auf 24.897 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 1,8 Prozent auf 6.205 Punkte. Für den Ibex-35 in Madrid ging es mit einem Minus von 2,7 Prozent noch stärker abwärts. "Wir wollen keine Handelsgeschäfte mehr mit Spanien machen", so Trump beim Nato-Gipfel. Die Aktien des Baukonzerns Acerinox - der wichtige Aktivitäten in den USA unterhält - fielen um 5 Prozent. Tagessieger waren Energietitel dank steigender Ölpreise, deren Subindex um 1,9 Prozent kletterte. BP stiegen um 3,5 Prozent, Repsol und Eni gewannen bis zu 5,1 Prozent. Dagegen zeigten sich die Aktien von Fluggesellschaften mit Abgaben. Air France-KLM fielen um 6,6 Prozent, die Papiere von Ryanair rutschten um 2,6 Prozent ab und IAG um 4,7 Prozent. Die Titel der Lufthansa verloren 6,5 Prozent. Commerzbank fielen um 2,3 Prozent. Inklusive der 3,22 Prozent an Kaufoptionen über Total Return Swaps, die in Aktien getauscht werden können, sind der Unicredit laut Mitteilung 47,59 Prozent an der Commerzbank zuzurechnen. Die Aktien von Unicredit büssten 2,9 Prozent ein. Vivendi brachen um 11,7 Prozent ein. Ein französisches Berufungsgericht hat entschieden, dass Grossaktionär Vincent Bollore keine beherrschende Stellung bei der alten Vivendi SE innegehabt habe und daher auch kein Übernahmeangebot abgeben müsse.
USA
Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Ende des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran sorgte am Mittwoch für fallende Kurse an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 1,4 Prozent auf 52.207 Punkte. Der S&P-500 fiel um 0,7 Prozent und für die Nasdaq-Indizes ging es ebenfalls um bis zu 0,7 Prozent nach unten. Die Ölpreise reagieren mit starken Aufschlägen auf die Eskalation rund um den Nahen Osten. Für die Intel-Aktie geht es um weitere 4,5 Prozent abwärts. Das KI-Startup Perplexity wird künftig die Vera-CPU von Nvidia einsetzen, womit eine weitere Einnahmequelle für den Teilbereich gefunden wurde. Dies dämpft den Druck auf die Nvidia-Aktie, die sich am Vortag dem Abwärtstrend widersetzt hatte - der Kurs steigt um weitere 0,6 Prozent. AMD und Micron verlieren dagegen bis zu 2,1 Prozent. Apple setzt vermehrt auf in den USA hergestellte Mikrochips und will in den nächsten fünf Jahren mehr als 30 Milliarden Dollar in Broadcom-Produkte investieren. Der iPhone-Hersteller gab bekannt, dass er eine neue Vereinbarung mit seinem langjährigen Partner getroffen hat, mit der die Produktion von mehr als 15 Milliarden Chips auf amerikanischem Boden angegangen wird. Des Weiteren hat Apple eine Klage vor dem Gericht der Europäischen Union verloren. Das Unternehmen hatte eine Entscheidung der EU angefochten, die das Betriebssystem iOS und den App Store als Dienste eingestuft hatte, die unter die EU-Kartellvorschriften fallen. Der Apple-Kurs zeigt sich wenig verändert, Broadcom steigen hingegen um 4,5 Prozent ein. Begünstigt von den kräftig steigenden Ölpreisen ziehen Chevron (+1,9%) und Exxon Mobil (+0,2%) an.
Asien
In Asien zeigten die wichtigsten Börsenindizes am Donnerstag eine uneinheitliche Performance. Gegen 06:30 Uhr am Donnerstag legte der Leitindex Nikkei der Tokioter Börse um 1,7 % auf fast 67'956 Punkte zu. An der Börse in Seoul erholte sich der Kospi-Index und stieg um 0,25 % auf 7'264 Punkte, nachdem er gegenüber seinem Allzeithoch vom 19. Juni um mehr als 20 % eingebrochen war. Die Anleger richteten ihr Augenmerk auf den südkoreanischen Chip-Riesen SK Hynix Inc., der am Donnerstag den Ausgabepreis seiner Aktie für den bevorstehenden Börsengang an der Nasdaq, dem Technologieindex der Wall Street, festlegen wird. Die Aktie gewann am Donnerstagvormittag in Seoul fast 4 %. In Hongkong hingegen gab der Hang-Seng-Index um 0,78 % nach. Der Composite-Index der Börse in Shanghai verlor 0,46 %, während es für den Taiex-Index in Taipeh um 0,11 % nach oben ging.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 0,038 Prozentpunkte auf 4,567 Prozent. Die Rendite der zweijährigen Anleihe legte um 0,040 Prozentpunkte auf 4,200 Prozent zu. Laut CME FedWatch preisen die Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 38,5 Prozent eine Zinserhöhung bis zum Jahresende ein.
Analyse
Barclays senkt Ziel Partners Group auf 940 (1.200) CHF - Overweight
Deutsche Bank senkt Ziel Barry Callebaut auf 960 (1.000) CHF - Sell
Kursziel SIG: Morgan Stanley erhöht auf 15,20 (13,60) CHF - Equal Weight
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