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Holcim mit starkem ersten Halbjahr

Von Stefano Gianti
Veröffentlicht am Fri, 31.07.2026 - 00:00

Thema des Tages

Holcim hat im ersten Halbjahr etwas mehr Umsatz und praktisch gleich viel Betriebsgewinn erzielt. Damit hat der Baustoffkonzern mit einer Beschleunigung im Frühling den Bremser des Startquartals wettgemacht. Nun hat Holcim die Prognose fürs Gesamtjahr angehoben. Insgesamt stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 0,7 Prozent auf 7,93 Milliarden Franken, wie der Innerschweizer Konzern am Freitag bekannt gab. Dabei sorgte der starke Franken weiterhin für Gegenwind, der 268 Millionen Franken an Umsatz kostete. Käufe und Verkäufe von Geschäftsteilen minderten den Umsatz um weitere 65 Millionen. Organisch, also aus eigener Kraft, sei Holcim indes um 5,2 Prozent gewachsen, hiess es weiter. Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT verharrte auf 1,44 Milliarden Franken (-0,1 Prozent). Grund waren die Verkäufe von Geschäftseinheiten mit hohen Margen und der starke Franken. Die entsprechende operative Marge sank leicht auf 18,1 Prozent von 18,3 Prozent im Vorjahressemester. Organisch wäre die Marge um 11,5 Prozent gestiegen. In den Zahlen ist das im vergangenen Sommer abgespaltete Nordamerika-Geschäft nicht mehr enthalten, das als eigenständiges US-Unternehmen Amrize in New York an der Börse kotiert ist. Insofern sind die Vorjahreszahlen Pro-Forma-Resultate. Insgesamt hat Holcim die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Schweizer Aktien

Auch am Donnerstag ging es am schweizerischen Aktienmarkt abwärts. Der SMI reduzierte sich um 0,7 Prozent auf 14.392 Punkte. Bei den Einzelwerten schossen die Aktien von Clariant um 16,1 Prozent nach oben. Anleger feierten hier den Sieg vor einem niederländischen Gericht über Shell. Der britische Konzern hatte Clariant und drei andere Unternehmen wegen Verletzungen des Wettbewerbsrechts verklagt. Grund waren Kartellvorwürfe am Markt für Ethylen. Shell schwebten dabei Schadensersatzforderungen um 1 Milliarde Euro vor. Inficon legten nach Zahlen für das zweite Quartal um 6,7 Prozent zu. Der Umsatz erhöhte sich um 18,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Anbieter von Messtechnik und Sensortechnologie verwies dabei auf ein starkes Wachstum in allen wichtigen Märkten und Regionen. Belastend für den SMI waren die teils deutlichen Abgaben bei den Index-Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche. Hier ging es um bis zu 2,3 Prozent nach unten.

Internationale Märkte

Europa
Mit Aufschlägen haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag geschlossen. Der DAX legte um 0,6 Prozent auf 25.612 Punkte zu. Der Euro-Stoxx-50 gewann dagegen 1,5 Prozent auf 6.344 Punkte. In Europa gehörte der Technologie-Sektor mit einem Plus von 1,6 Prozent zu den Gewinnern. ASM International (+9,5%) sowie Infineon (+9,2%) legten deutlich zu. Die Aktie von Adidas schloss 11,5 Prozent tiefer bei 161,25 Euro. Der Sportartikel-Hersteller hatte für das zweite Quartal unter den Erwartungen liegende Zahlen vorgelegt. Symrise (+3,1%) hat im zweiten Quartal ein solides organisches Wachstum von 4,5 Prozent verzeichnet und die Konsensschätzung von 3 Prozent übertroffen, kommentiert Metzler. Aber auch der Ausblick wurde positiv gewertet. Um 20,6 Prozent abwärts ging es mit den Aktien des britischen Schädlingsbekämpfers Rentokil. Die Analysten von RBC sprachen von "durchwachenen" Zahlen mit einem höheren EBITA und bereinigtem Vorsteuergewinn, aber einer Schwäche in Nordamerika. Die Aktie von Mondi (+10,9%) kletterte auf ein Fünfmonatshoch. Zuvor hatte der Verpackungs- und Papierkonzern mitgeteilt, dass sich seine Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr durchgehend verbessert habe. Aeroports de Paris legten um 9,6 Prozent zu, nachdem der Flughafenbetreiber eine Vereinbarung mit dem französischen Staat über seine Investitions- und Preispläne für den Zeitraum 2027 bis 2034 getroffen hat.

USA
Die US-Aktienmärkte haben zugelegt, da der robuste Quartalsbericht von Microsoft dem Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) neuen Schwung verlieh. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 613,92 Punkte oder 1,19 Prozent auf 52.208,06 und erholte sich damit von einem Einbruch am Mittwoch. Der breit gefasste S&P 500 gewann 121,48 Punkte oder 1,66 Prozent auf 7.437,63. Der technologielastige Nasdaq Composite sprang um 679,24 Punkte oder 2,78 Prozent auf 25.122,18.
Das Bruttoinlandsprodukt der USA - der Wert aller in der Wirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen, bereinigt um Inflation und saisonale Schwankungen - wuchs im zweiten Quartal auf Jahresbasis um 1,5 Prozent. Die Microsoft-Aktie stieg um 16 Prozent auf 451,10 Dollar und verzeichnete damit den grössten prozentualen Zuwachs seit 2008. Die KI-Nachfrage nach Rechenkapazität kurbelte das Wachstum der Azure-Sparte an, und das Unternehmen erwirtschaftete im Gegensatz zum Konkurrenten Meta mehr Barmittel als von Analysten erwartet. Meta erhöhte seine Investitionspläne für das Jahr. Die Aktie des Facebook-Mutterkonzerns fiel um 8 Prozent auf 539,03 Dollar. Intercontinental Exchange, die Muttergesellschaft der New Yorker Börse, hat sich bereit erklärt, MarketAxess, eine elektronische Handelsplattform für festverzinsliche Märkte, für 6 Milliarden Dollar zu übernehmen. Mit Enttäuschung wurden die Geschäftszahlen von Apple aufgenommen. Die Aktie gab im nachbörslichen US-Handel um 5,9 Prozent nach, obwohl das Unternehmen ein Rekord-Drittquartal mit einem Umsatzplus von 16 Prozent gemeldet hat. Allerdings rechnet Apple nach dem KI-Boom mit langsamerem Wachstum und höheren Kosten. Gefeiert wurde dagegen der Geschäftsausweis von Amazon, der Kurs haussiert nachbörslich in den USA um über 10 Prozent dank beschleunigtem Cloud-Wachstum.

Asien
Angeführt von einer starken Erholungsrally in Südkorea zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte am Freitag überwiegend mit Aufschlägen. Der Kospi erholt sich nach dem Einbruch der vergangenen Tage dank einer Hausse der zuletzt arg gebeutelten Halbleiterwerte um 15,9 Prozent. Der Nikkei klettert um 4 Prozent auf 64.360 Punkte. Im Chipsektor ziehen Advantest und Tokyo Electron um 15,1 bzw. 6,1 Prozent an. Der Shanghai-Composite legt um 0,8 Prozent zu, der HSI in Hongkong gibt 0,1 Prozent nach.

Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen um 0,065 Prozentpunkte auf 5,206 Prozent, den höchsten Schlussstand seit dem 12. Juli 2007. Die Rendite der zinssensiblen 2-jährigen US-Staatsanleihen fiel um 0,007 Prozentpunkte auf 4,227 Prozent. Der Kernpreisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), das von der Fed bevorzugte Inflationsmass, sank im Juni leicht auf 3,3 Prozent, lag aber immer noch weit über dem Ziel der Zentralbank von 2 Prozent.

Analyse
Kursziel Forbo: Kepler Cheuvreux erhöht auf 920 (760) CHF - Hold
Kursziel BB Biotech: Julius Bär erhöht auf 48 (45) CHF - Hold
Kursziel Sika: Kepler Cheuvreux erhöht auf 210 (180) CHF - Buy

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