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Exxon Mobil verdient dank hoher Ölpreise mehr, verfehlt aber Erwartungen

Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Mon, 03.08.2026 - 00:00

Thema des Tages

Der durch den Iran-Krieg kräftig gestiegene Ölpreis hat dem US-Ölkonzern ExxonMobil im zweiten Quartal deutlich Auftrieb gegeben. Der bei Analysten im Fokus stehende bereinigte Gewinn je Aktie betrug 3,52 US-Dollar, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Im Vorquartal hatte das Unternehmen nur 2,09 Dollar ausgewiesen. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem höheren Anstieg des Ergebnisses gerechnet. Unter dem Strich fiel in den drei Monaten bis Ende Juni ein Konzerngewinn von gut 14,5 Milliarden Dollar (gut 12,6 Mrd Euro) an. Damit konnte Exxon den Überschuss im Vergleich zum Auftaktquartal mehr als verdreifachen. Exxon reiht sich neben Chevron, Shell und Totalenergies in die Liste der Konzerne ein, die deutlich höhere Gewinne verzeichnen. Die Ölgiganten erzielen von der Rohölförderung über die Raffination bis hin zum Handel höhere Margen. Da der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran Ende Februar stark eingeschränkt ist, sind die Preise für Alternativen zu Rohöl aus dem Persischen Golf in die Höhe gesprungen.

Schweizer Aktien

Der schweizerische Aktienmarkt hat auch zum Wochenausklang nachgegeben und damit den dritten Handelstag in Folge Abgaben verzeichnet. Teilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. Für etwas Belastung sorgte auch der weiter steigende Ölpreis, denn im Iran-Krieg zeichnet sich weiter keine Verhandlungslösung ab. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent kletterte um 1,2 Prozent auf 90,13 Dollar und verzeichnete einen monatlichen Anstieg von rund 20 Prozent. Der SMI reduzierte sich um 0,3 Prozent auf 14.346 Punkte. Bei den Einzelwerten verloren die Titel von Holcim 2,8 Prozent, obwohl der Baustoff-Konzern im ersten Halbjahr ein deutliches organisches Wachstum verzeichnet hat. Holcim zeigte sich zudem optimistischer für das Gesamtjahr und grenzte die Wachstumserwartung für Umsatz und operativen Gewinn auf das obere Ende der bisherigen Prognosespannen ein. Hier könnten Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben, hiess es. Clariant stiegen nach Zahlen für das erste Halbjahr 2026 um 2,8 Prozent. Für die Aktien von Inficon ging es um weitere 3,4 Prozent nach oben.

Internationale Märkte

Europa
Mit leichten Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag den Handel beendet. Der DAX legte um 0,1 Prozent auf 25.629 Punkte zu, nachdem er Tageshoch schon dicht am Rekordhoch bei 25.900 Punkten gelegen hatte. Der Euro-Stoxx-50 gewann 0,2 Prozent auf 6.358 Punkte. Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende zogen alle Börsen in Europa am Nachmittag deutlich von ihren Tageshochs zurück. Etwas bremsend wirkte auch ein erneuter Anstieg im Ölpreis. Hier ging es für einen Barrel der Sorte Brent um 1,0 Prozent auf 89,94 Dollar nach oben. Für etwas Missstimmung sorgte die Inflation im Euroraum. Sie hat sich auf plus 2,9 Prozent im Juli beschleunigt nach 2,8 Prozent im Vormonat. Haupttreiber waren die Energiepreise, die nach dem Auslaufen des Tankrabatts in Deutschland und angesichts der Eskalation im Nahen Osten um 10,0 Prozent stiegen. Ein enttäuschendes Abo-Wachstum von Universal Music Group (UMG) schickte den Kurs um 25,4 Prozent nach unten. Die Ergebnisse für das zweite Quartal hätten nach der Schwäche im ersten Quartal nicht die von vielen erhoffte Erholung gebracht und sähen auf allen Ebenen enttäuschend aus, so Bernstein. Auch die Aktien von UMG-Grossaktionär Vivendi gaben um 19,5 Prozent nach. UMG ist der Hauptgewinnbringer für Vivendi. Saint Gobain gewannen 6,9 Prozent. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um 2,6 Prozent zum Vorjahr an. Dies habe noch über den hauseigenen und den Konsensschätzungen gelegen, hiess es von Davy Research. Wichtig sei vor allem die Belebung der Nachfrageaktivität, denn dies sei das erste Volumenwachstum seit dem ersten Quartal 2022 gewesen.

USA
US-Aktien sind trotz eines Einbruchs der Apple-Aktie gestiegen, da die Gewinne von Amazon die Erholung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) am Laufen hielten. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 276,97 Punkte oder 0,53 Prozent auf 52.485,03 Zähler. Der breit gefasste S&P 500 gewann 52,09 Punkte oder 0,70 Prozent auf 7.489,72 Zähler und der technologielastige Nasdaq Composite legte um 251,68 Punkte oder 1 Prozent auf 25.373,85 Zähler zu. Allerdings nahmen nicht alle Technologieaktien an der Rallye teil, da die Händler Gewinner und Verlierer des KI-Booms ausmachten. Die Apple-Aktie fiel um 7,4 Prozent auf 308,91 Dollar, nachdem die Umsatzprognose des iPhone-Herstellers hinter den Zielen der Wall Street zurückblieb. Das Unternehmen teilte mit, es habe aufgrund von Chip-Engpässen weiterhin Schwierigkeiten, die Nachfrage zu decken. Die Aktie des Speicherchip-Herstellers Micron Technology fiel um 5,9 Prozent auf 823,03 Dollar, nachdem Apple-Chef Tim Cook sagte, die steigenden Kosten für diese Chips seien angesichts eines Mangels an Zulieferern ein Problem. Im Gegensatz dazu sprang die Amazon-Aktie in die Höhe, nachdem die Cloud-Sparte des Online-Megastores ein beschleunigtes vierteljährliches Umsatzwachstum verzeichnete. Wie Microsoft verkauft auch Amazon Rechenleistung an KI-Unternehmen und baut gleichzeitig eigene Rechenzentren. Die Amazon-Aktie stieg um 15 Prozent auf 271,58 Dollar, der grösste prozentuale Anstieg seit 2012.

Asien
Mit Abgaben zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn. Während die Verluste sich überwiegend in recht engen Grenzen bewegen, geht es an der Börse in Südkorea kräftiger nach unten. Hier kommt es nach der Hausse am Freitag, die den Kospi um 18 Prozent nach oben getrieben hatte, zu einer leichten Korrektur. Der Index fällt um 5,0 Prozent. Zum Wochenausklang hatte er den höchsten Tagessprung seit Oktober 2008 verbucht. Die Aktien der beiden Index-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix knicken um 8,3 bzw. 7,1 Prozent ein, nachdem sie am Freitag um 26,8 bzw, 30 Prozent nach oben geschossen waren.

Obligationen
Die Renditen am US-Anleihemarkt bauten ihre Gewinne aus, und zwar im zehnjährigen Bereich um 7 Basispunkte auf 4,73 Prozent. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch die Zinssätze unverändert gelassen. Der Vorsitzende Kevin Warsh lieferte kaum Klarheit über den nächsten geldpolitischen Schritt der Zentralbank.

Analyse
UBS erhöht Ziel Redcare Pharmacy auf 74 (60) EUR – Neutral
UBS erhöht Bachem-Ziel auf 88 (80) CHF – Buy
UBS erhöht ING-Ziel auf 33,20 (31,50) EUR — Buy

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