Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Mon, 10.08.2026 - 00:00
Die Banca Monte dei Paschi di Siena teilte mit, dass sie Optionen zur Wahrung ihrer Integrität prüfe. Ihr Vorstandsvorsitzender habe die Auswirkungen des 35 Milliarden US-Dollar schweren Übernahmeangebots von Intesa Sanpaolo auf die älteste Bank der Welt und die italienische Wirtschaft in Frage gestellt. Der CEO von Monte dei Paschi, Luigi Lovaglio, sagte am Freitag, das italienische Kreditinstitut verfüge über einen Kapitalpuffer, der ihm Spielraum gebe, um Wachstum zu unterstützen, Aktionäre zu belohnen und strategische Möglichkeiten zu bewerten. Lovaglio sagte, die Bank sehe ihre Beteiligung von 13,3 Prozent am Versicherer Assicurazioni Generali als "nice-to-have" an, sei sich aber bewusst, dass sie das Interesse einer Reihe von Marktteilnehmern geweckt habe. Monte dei Paschi sei auch offen für die Prüfung strategischer Möglichkeiten mit dem Konkurrenten Banco BPM, sollten sich diese ergeben, fügte er hinzu. Monte dei Paschi wurde im Juni zum Ziel eines Bar- und Aktienangebots des grösseren Konkurrenten Intesa. BPM unterbreitete zunächst einen konkurrierenden Fusionsvorschlag, brach die Gespräche aber vergangene Woche ab, nachdem ihr grösster Aktionär, Credit Agricole, Zweifel an den Vorteilen eines Zusammenschlusses geäussert hatte.
Mit einem kleinen Plus hat sich der schweizerische Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel verabschiedet. Der SMI gewann 0,2 Prozent auf 14.552 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich elf Kursgewinner und neun -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 22,72 (zuvor: 18,9) Millionen Aktien. Die Aktien von Amrize brachen um 8,8 Prozent ein. Der aus Holcim (-2,4%) hervorgegangene Zementhersteller hatte Zahlen mit Licht und Schatten veröffentlicht, wie die Analysten von Vontobel kommentierten. Die Umsatzprognose hob Amrize an, die Prognose des bereinigten EBITDA wurde jedoch gesenkt, was mit dem gestiegenen Ölpreis begründet wurde. Im Versicherungssektor schlossen Swiss Life kaum verändert. Swiss Re und Zurich gewannen 1 und 0,7 Prozent. Sie zeigten sich damit unbeeindruckt von Zahlen der deutschen Wettbewerber Allianz und Munich Re, die nicht in allen Punkten überzeugt hatten. Bei Swisscom wurden nach dem Kurssprung vom Donnerstag Gewinne mitgenommen. Die Titel gaben um 2,2 Prozent nach. Unter den SMI-Schwergewichten verbuchten die Pharmawerte Novartis und Roche Gewinne von 0,6 und 0,7 Prozent. Nestle schlossen gut behauptet.
Europa
Europas Börsen waren etwas fester ins Wochenende gegangen. Gute Konjunkturnachrichten gab es von mehreren Seiten: In China sprangen die Exporte im Juli um fast 24 Prozent zum Vorjahr an, was auf eine Belebung der internationalen Nachfrage deutet. Schon im Wochenverlauf hatten auch in Europa diverse Konjunkturdaten nach oben gezeigt. Selbst in Deutschland sei die Lage besser als die Stimmung, hiess es dazu vom Vermögensverwalter DWS. Wachstumsdaten, Frühindikatoren und Finanzmärkte zeichneten ein robusteres Bild der deutschen Wirtschaft, als die öffentliche Debatte vermuten lasse. Der DAX gewann 0,7 Prozent auf 26.319 Punkte, bei 26.445 Punkten markierte der Index ein neues Allzeithoch. Der Euro-Stoxx-50 verbuchte ein Plus von 0,3 Prozent. An den Anleihemärkten gaben die Renditen nach den US-Daten deutlicher nach. Der Euro stieg auf etwa 1,1560 Dollar. Die Berichtssaison der Unternehmen lieferte am Freitag weitere Zahlen. Daimler Truck (-2,8%) und Munich Re (-1,4%) legten finale Zahlen vor. Der Markt monierte hier zumeist Details. So merkte JP Morgan bei Munich Re an, dass die Einnahmen im Bereich Schaden- und Unfallrückversicherung im zweiten Quartal stärker als vom Markt veranschlagt zurückgegangen seien. Neue Geschäftszahlen kamen von Lanxess (-4,4%) und Allianz (-1,6%). Bei allen Unternehmen sei viel über einzelne Aspekte diskutiert worden, klare Einschätzungen gebe es dazu weiter nicht, hiess es im Handel. Auch die Kommentare der Analysten verloren sich in Detaildiskussionen. So monierte die RBC bei Allianz die Entwicklung im Bereich P&C sowie die Einnahmen des Konzerns. Diese Entwicklung habe man bereits bei Zurich Insurance beobachten können. Bei Brenntag wurde der erneut erhöhte Jahresausblick nicht gewürdigt; die Aktie fiel um 0,9 Prozent.
USA
Die US-Aktienmärkte haben am Freitag zugelegt und die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach. Zuvor waren die Arbeitsmarktdaten für Juli deutlich schwächer als erwartet ausgefallen, was der US-Notenbank Federal Reserve einen Grund liefert, von einer Zinserhöhung im nächsten Monat abzusehen. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 151,83 Punkte oder 0,28 Prozent auf 54.036,93 Zähler. Der S&P 500 gewann 47,68 Punkte oder 0,62 Prozent auf 7.757,64 Zähler, während der Nasdaq Composite um 342,26 Punkte oder 1,30 Prozent auf 26.690,62 zulegte. Nach vorläufigen Daten gab es an der NYSE 1.799 Kursgewinner und 933 Kursverlierer. Die Wirtschaft baute im Juli 23.000 Stellen ab und verfehlte damit deutlich die Erwartungen von Ökonomen, die mit einem Zuwachs von 83.000 Stellen gerechnet hatten. Die Aktie von Airbnb legte um 17 Prozent zu, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. Als Gründe wurden die wachsende Nachfrage und Verbesserungen der Plattform durch Künstliche Intelligenz (KI) genannt. Atlassian schoss um 35 Prozent in die Höhe, nachdem das Cloud-Geschäft stärker als erwartet gewachsen war. Die Aktie von Trade Desk fiel um 22 Prozent, nachdem das Unternehmen einen niedriger als erwarteten Umsatz gemeldet hatte. Die Aktie von Under Armour gab nach, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Jahr gesenkt hatte und nun einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich statt eines leichten Rückgangs erwartet. Die Aktie von Wendy's stieg, nachdem der Umsatz die Erwartungen übertroffen hatte und der Vorstandsvorsitzende ankündigte, dass beim nächsten Quartalsupdate ein strategischer Sanierungsplan vorgestellt werde.
Asien
Die Rekordstände der Wall Street beflügeln am Montag die asiatischen Börsen, die in der Mehrzahl mit Aufschlägen notieren. Der südkoreanische Kospi klettert nach erneuten Volatilitäsunterbrechungen um 0,6 Prozent – erneut geben die Schwergewichte SK Hynix (+1,2%) und Samsung Electronics (+0,1%) die Richtung des Marktes vor.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen zum Wochenschluss. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe sank um 0,086 Prozentpunkte auf 4,657 Prozent.
Analyse
Vontobel hebt Ziel Swiss Re auf 150 (140) CHF an – Buy
UBS hebt Telefonica-Ziel auf 3,90 (3,70) EUR an – Neutral
Citi senkt Ziel Novo Nordisk auf 310 (330) DKK – Neutral
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