Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Fri, 28.08.2026 - 00:00
UBS hat erstmals einen sogenannten Panda Bond im chinesischen Interbankenmarkt begeben. Die fünfjährige Anleihe hat ein Volumen von 2 Milliarden Yuan (240 Millionen Franken) und wurde mit einem Coupon von 1,78 Prozent ausgegeben. Das Finanzinstitut erzielte damit die bisher niedrigste Verzinsung für einen fünfjährigen Panda Bond eines ausländischen Finanzinstituts, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Gleichzeitig sei es der erste Panda Bond, der in China von einer Schweizer Bank emittiert wurde. Die Transaktion sei mehr als drei Mal überzeichnet gewesen, was für ein grosses Interesse der Investoren spreche. "Der Zugang zum tiefen und zunehmend ausgereiften chinesischen Onshore-Anleihemarkt trägt zu einer weiteren Diversifizierung unserer Finanzierungsquellen bei und verbessert die Effizienz und Flexibilität unseres gesamten Finanzierungsprofils", lässt sich Chris Chadie, Head of Issuance and Funding Strategy of UBS, in der Mitteilung zitieren.
Am schweizerischen Aktienmarkt haben am Donnerstag negative Vorzeichen dominiert. Der SMI verlor 1,1 Prozent auf 14.387 Punkte. In der Schweiz trennten sich Anleger gleichermassen von defensiven Aktien und Zyklikern. Belastet wurde der SMI von den drei Schwergewichten Nestlé (-1,7%), Novartis (-2%) und Roche (-1,2%). Den höchsten Kursverlust im Index verzeichneten Givaudan mit minus 2,9 Prozent. Händlern zufolge hatte Morgan Stanley die Aktie des Duft- und Aromenspezialisten abgestuft. Auf der Gewinnerseite standen Partners Group mit plus 2,2 Prozent. Das Unternehmen wird am Montag Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. In der zweiten Reihe profitierten Ams-Osram mit plus 2,1 Prozent von den starken Geschäftszahlen und dem optimistischen Ausblick des US-Chipgiganten Nvidia. Vor allem die überraschend hohe Umsatzprognose des Unternehmens zerstreute Bedenken, dass die Nachfrage nachlassen könnte. Im SMI hielten sich ABB (-0,5%) besser als der Markt. ABB rüstet KI-Datenzentren aus; die Titel wurden somit leicht gestützt von den Nvidia-Zahlen.
Europa
Europas Börsen haben sich am Donnerstagmittag meist leichter präsentiert. Der wenig KI-lastige DAX gewann 0,3 Prozent auf 26.367 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss dagegen 0,7 Prozent im Minus. Für Technologieaktien ging es europaweit kräftiger um 1,8 Prozent nach oben. Infineon gewannen 3,6 Prozent, Aixtron 0,9 Prozent oder STMicroelectronics 3 Prozent. ASML gaben jedoch 0,8 Prozent nach. Siemens Energy und ABB, eigentlich als Ausrüster von KI-Datenzentren ebenfalls potenzielle Nutzniesser einer höheren Nachfrage, konnten Gewinne nicht halten und verloren 0,6 bzw. 0,5 Prozent. Andere Unternehmen aus dem Technologiesektor überzeugten. So setzten starke Salesforce-Geschäftszahlen einen positiven Impuls für die SAP-Aktie. Salesforce hat im zweiten Quartal dank der gestiegenen Nachfrage nach ihren Angeboten für Künstliche Intelligenz und Daten einen höheren Gewinn und Umsatz verbucht und zudem ihre Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic erweitert. Salesforce hat daraufhin die Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr angehoben. SAP gewannen 5,5 Prozent. Die Geschäftszahlen von Pernod Ricard lagen nach Einschätzung von RBC leicht unter den Konsensschätzungen. Für die Aktie ging es an der Pariser Börse um 4,6 Prozent nach unten.
USA
Die US-Aktienmärkte zeigten sich freundlich am Donnerstag. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 105,65 Punkte oder 0,20 Prozent auf 53.569,44. Der S&P 500 legte um 55,29 Punkte oder 0,72 Prozent auf 7.730,99 zu und der technologielastige Nasdaq Composite gewann 411,16 Punkte oder 1,57 Prozent auf 26.541,35 hinzu. Die Nvidia-Aktie stieg um 8,7 Prozent und verzeichnete damit den grössten Zuwachs seit mehr als einem Jahr, nachdem Finanzvorständin Colette Kress für das Geschäftsjahr 2028 des Unternehmens ein Umsatzwachstum von 70 Prozent prognostiziert hatte. Die Anleger waren in den letzten Wochen zunehmend besorgt darüber, ob die mehrjährigen, milliardenschweren Ausgabenpläne der Hyperscaler für Rechenzentren durch das Umsatzwachstum gerechtfertigt sein würden. Salesforce sprang um 23 Prozent auf 252,05 Dollar. Ein robustes vierteljährliches Gewinnwachstum und ein Joint-Venture-Abkommen mit dem KI-Modellhersteller Anthropic beflügelte. Die Aktie anderer Hersteller von abonnementbasierter Software stieg im Sog dessen. Das Cybersicherheitsunternehmen Palo Alto Networks legte um 13 Prozent auf 382,85 Dollar zu. Okta stieg um 29 Prozent auf 172,91 Dollar. Die Adobe-Aktie gewann 5,7 Prozent auf 289,15 Dollar hinzu. ServiceNow legte um 10 Prozent auf 138,43 Dollar zu. Als weiteres Zeichen dafür, dass sich ein Unternehmen auf einen längeren KI-Boom vorbereitet, schloss der Flash-Speicherchip-Hersteller Sandisk eine Vereinbarung mit seinem Partner Kioxia Holdings über eine Investition von mehr als 31 Milliarden Dollar in Japan ab, um den Umfang der Chipproduktion am Heimatstandort von Kioxia zu erhöhen.
Asien
An den Börsen in Ostasien und Australien lässt sich zum Wochenausklang keine einheitliche Tendenz ausmachen. In Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 0,8 Prozent, der breiter gefasste Topix gewinnt 1,1 Prozent. Dagegen verliert der Kospi in Seoul 1,0 Prozent, belastet von den Chip-Schwergewichten SK Hynix und Samsung Electronics, die um 2,1 und 2,3 Prozent nachgeben. An der Börse in Hongkong liegt der Hang-Seng-Index 0,5 Prozent im Plus, der Composite-Index in Shanghai tendiert gut behauptet.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 0,008 Prozentpunkte auf 4,671 Prozent. Die Renditen der bei einer Auktion verkauften siebenjährigen US-Staatsanleihen stiegen auf ein fast zweijähriges Hoch. Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen Staatsanleihe legte um 0,008 Prozentpunkte auf 4,230 Prozent zu. Die Ölpreise waren ein wichtiger Treiber für die jüngsten Bewegungen am Anleihemarkt.
Analyse
Kursziel Stadler Rail: Citigroup erhöht auf 30 (21,50) CHF - Neutral
Kursziel Orior: Research Partners senkt auf 16,20 (16,50) CHF - Halten
Kursziel Stadler Rail: JPMorgan erhöht auf 24,50 (22) CHF - Underweight
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