Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Fri, 11.09.2026 - 00:00
Adobe hat seine Jahresprognose angehoben und nach eigenen Angaben die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer erreicht. Gewinn und Umsatz stiegen im dritten Quartal. Der Meilenstein des Softwareunternehmens fällt in eine Zeit, in der es sich zunehmend auf den Ausbau seiner "Freemium"-Angebote mit künstlicher Intelligenz konzentriert, um die Nutzerakquise und den langfristigen Umsatz zu steigern. Die Zahl der monatlich aktiven Freemium-Nutzer für die Kreativprodukte des Unternehmens überschritt im Quartal die Marke von 100 Millionen, was einem Anstieg von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Adobe hob zudem seinen Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr an. Das Unternehmen prognostiziert nun ein bereinigtes Ergebnis zwischen 24,45 und 24,50 Dollar je Aktie und einen Umsatz zwischen 26,576 Milliarden und 26,626 Milliarden Dollar. Die gesamten ARR sollen im Jahresvergleich um 10,2 Prozent wachsen. Der Gewinn von Adobe belief sich im dritten Quartal auf 1,83 Milliarden Dollar oder 4,62 Dollar je Aktie, verglichen mit einem Gewinn von 1,77 Milliarden Dollar oder 4,18 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte lag das Ergebnis bei 6,13 Dollar je Aktie. Von Factset befragte Analysten hatten mit 6,08 Dollar je Aktie gerechnet. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 2,3 Prozent auf 243,08 US-Dollar.
Am Donnerstag sank der SMI um 0,5 Prozent auf 13.740 Punkte. Gebremst wurden die Abgaben in der Schweiz durch Aufschläge der defensiven Schwergewichte. Nestlé schlossen hauchdünn im Plus, Novartis erholten sich von ihrem jüngsten Absturz um 0,4 Prozent. Unter anderem hatte HSBC die Titel auf "Halten" von "Reduzieren" hochgestuft. Zudem forderte nach den jüngsten Rückschlägen bei der medizinischen Kandidatensuche ein Grossaktionär Konsequenzen. "Ich halte dieses Gremium nicht für besonders kompetent, was die Aufsicht über das Unternehmen angeht", so Artisan-Partners-Fondsmanager David Samra gegenüber Reuters. Er kritisierte die nicht besonders erfolgreiche Bilanz bei Zukäufen, die Verwendung des Kapitals und das Kompensationsmodell für das Management. Verwaltungsratspräsident Giovanni Caforio müsse Änderungen in der Verwaltung vornehmen. Roche verloren im Sektor 0,6 Prozent, obwohl die US-Gesundheitsbehörde FDA einem Wirkstoff eine vorrangige Prüfung eingeräumt hatte. Von gestiegenen Marktzinsen profitierten Versicherungstitel: Swiss Re kletterten um 0,7 Prozent. Zurich Insurance und Swiss Life bewegten sich kaum und bewiesen damit relative Stärke. Nach einer Hochstufung durch Jefferies stiegen Adecco um 0,9 Prozent. Nach einer gesenkten Prognose durch US-Wettbewerber Cooper verloren Alcon 2,5 Prozent.
Europa
Leichter haben sich die europäischen Börsen am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Nachrichtlich im Fokus stand zunächst die EZB-Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Diese war erwartet worden, nicht unbedingt aber der negative Ausblick auf eine steigende Inflation. Der DAX fiel um 0,8 Prozent auf 25.361 Punkte, der Euro-Stoxx-50 um 0,7 Prozent auf 6.269 Zähler. Hauptverlierer waren europaweit die zinssensiblen Branchen wie Technologie- und Immobilien. Umgekehrt zählten Versicherer zu den Gewinnern. Für Adidas ging es 2,6 Prozent nach unten, nachdem sich Morgan Stanley negativ geäussert hatte. Nach den zuletzt schwachen Geschäftszahlen im Sektor wie von JD Sports, Lululemon und anderen senkten sie bei Adidas die Gewinnschätzungen für 2026 um 8 Prozent. Für Puma ging es um 2 Prozent tiefer. Bei Minen- und Stahlwerten ging es mit den Konjunktursorgen am heftigsten abwärts. Antofagasta fielen um 5,7 Prozent, Glencore um 4,1 Prozent. In Deutschland verloren Aurubis 5,3 Prozent. Bei Stahlhersteller Salzgitter ging es 7,3 Prozent abwärts. DHL kletterten gegen den Trend um 0,9 Prozent nach einem positiven Kommentar von JP Morgan. SAP blieben wie bereits in den vergangenen Tagen volatil, die Aktie verlor 2,8 Prozent.
USA
Die US-Aktienmärkte sind am Donnerstag den vierten Handelstag in Folge gefallen. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 316,56 Punkte oder 0,60 Prozent auf 52.064,10 Zähler. Der S&P 500 verlor 44,66 Punkte oder 0,58 Prozent auf 7.591,70 Zähler und der technologielastige Nasdaq Composite gab um 171,62 Punkte oder 0,65 Prozent auf 26.081,72 Zähler nach. Die Aktie der Hausbau-Unternehmen gaben nach schwachen Wohnungsbaudaten nach, die zeigten, welchen Tribut die steigenden Hypothekenzinsen fordern. Die Verkäufe von Bestandsimmobilien fielen im Juli um 2 Prozent auf eine Jahresrate von 3,98 Millionen. Die Lennar-Aktie fiel um 3,5 Prozent auf 77,90 Dollar.
Die Aktie von Macy's rutschte um 4,7 Prozent auf 20,50 Dollar ab, trotz dass die Kaufhauskette ihre Umsatzwachstumsprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr anhob, nachdem sie ein Wachstum bei allen ihren Marken verzeichnet hatte. Designer Brands, Eigentümer des Schuhgeschäfts DSW, hob seinen Jahresumsatzausblick an und verwies auf einen starken Start in das laufende Quartal. Die Apple-Aktie stieg um 3,6 Prozent auf 326,57 Dollar, nachdem der Analyst Gene Munster, ein Mitgründer von Deepwater Asset Management, sagte, dass die Designvorzüge des neuen faltbaren iPhone Duo eine höher als erwartete Nachfrage nach dem Gerät erzeugen könnten. Die Aktie des Apple-Zulieferers Skyworks stieg um 10 Prozent auf 84,03 Dollar.
Asien
Der jüngst massive Anstieg der Ölpreise sorgt am Freitag an den Börsen in Ostasien für Verkaufsstimmung. Am stärksten reagiert darauf die Börse in Seoul mit einem Minus von 2,5 Prozent. In Tokio verliert der Topix 0,8 Prozent. Der Shanghai-Composite ermässigt sich um 1,8 Prozent, in Hongkong geht es für den Hang-Seng-Index um 0,9 Prozent südwärts.Brent-Öl wird mit 108,45 Dollar gehandelt, 0,8 Prozent höher als am späten Donnerstag. In Seoul verlieren SK Hynix und Samsung Electronics je rund 4 Prozent, in Tokio sacken Kioxia um 8,1 Prozent ab und Advantest um 7,8 Prozent. Softbank büssen 4,8 Prozent ein. Ein spektakuläres Börsendebüt gibt es in Shanghai. Der Aktienkurs der von Tencent unterstützten Shanghai Enflame Technology schiesst gegenüber seinem Ausgabepreis um knapp 180 Prozent nach oben. Das Unternehmen stellt High-End-Chips, Beschleunigerkarten und Software für künstliche Intelligenz (KI) her und wird somit als chinesische Alternative zu Nvidia gesehen. Tencent legen in Hongkong um 1,0 Prozent zu.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen angesichts höherer Inflationsdaten um 0,104 Prozentpunkte auf 4,943 Prozent. Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen Staatsanleihe kletterte um 0,122 Prozentpunkte auf 4,548 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe legte um 0,075 Prozentpunkte auf 5,360 Prozent zu. Aktuell wird eine Zinserhöhung am Zinsterminmarkt mit 72 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist.
Analyse
Vontobel senkt Partners Group auf 860 (940) CHF - Buy
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