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Abbott legt Rechtsstreit um kontaminierte Säuglingsnahrung bei

Von Igor JOVICIC
Veröffentlicht am Tue, 15.09.2026 - 00:00

Thema des Tages

Abbott Laboratories hat den Rechtsstreit um kontaminierte Säuglingsnahrung mit einem Vergleich beigelegt. Wie das US-Justizministerium mitteilte, hat der Konzern einem Vergleich in Höhe von 385 Millionen US-Dollar zugestimmt. Abbott wurde vorgeworfen, dass in dem Werk tödliche Bakterien in die Nahrung gelangt sind und den Tod von Säuglingen verursacht haben. Der Konzern kommt damit besser weg als von Staatsanwälten gefordert. Sie waren der Ansicht, Beweise für eine strafrechtliche Anklage gegen Abbott zu haben, basierend auf einem Gesetz, das bereits angewendet wurde, um andere Unternehmen wegen des Verkaufs kontaminierter Lebensmittel zu belangen, wie das Wall Street Journal zuvor berichtet hatte. Führende Beamte des Justizministeriums hielten eine strafrechtliche Anklage jedoch für überzogen und stellten die Untersuchung ein. Stattdessen entschieden sie sich für den zivilrechtlichen Vergleich, mit dem Gelder zurückgefordert werden, die das Unternehmen durch den Verkauf von Säuglingsnahrung über staatlich finanzierte Ernährungsprogramme eingenommen hat. Das Ministerium erklärte am Montag in einer Stellungnahme, das Unternehmen habe der Regierung wissentlich Säuglingsnahrung und andere Produkte verkauft, die "in einer Umgebung hergestellt wurden, welche die Produkte einem inakzeptablen Risiko einer Kontamination durch Mikroorganismen aussetzte", was sie weniger sicher machte.

Schweizer Aktien

Mit einem deutlichen Plus hat der schweizerische Aktienmarkt den ersten Handelstag der Woche beendet. Der SMI gewann 0,8 Prozent auf 13.879 Punkte. Angetrieben wurde der Markt von den teils kräftigen Kursgewinnen der drei Index-Schwergewichte. So stiegen Roche um 5,0 Prozent nach einer positiven Studie zu einem Lungenkrebs-Mittel. Novartis erholten sich im Sog um 1,7 Prozent. Von "ausgeprägten Fluchtbewegungen" an Europas Börsen sprachen Händler. Im Tageshoch hatte der Index bereits bei 13.999 Punkten gelegen. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 10 Kursverlierer und 10 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 21,59 (zuvor: 17,99) Millionen Aktien. Unter Druck standen die Aktien aus dem Luxusgüter-Sektor. Hier verloren Richemont 1,1 Prozent, und für die Swatch-Aktie ging es um 2,5 Prozent nach unten. Europäischen Luxusgüterunternehmen könnte ein schwieriges Quartal bevorstehen, so die Analysten von Jefferies. "Die sich herausbildenden Konsenserwartungen für das Quartal im Luxusgüterbereich erweisen sich in diesem dritten Quartal als ein besonders schmerzhafter Prozess", hiess es. Sorgen über eine nachlassende China-Nachfrage und ein eingeschränkter Zugang zu den Reise-Knotenpunkten im Nahen Osten gehörten zu den Herausforderungen, die die Branche weiterhin belasteten.

Internationale Märkte

Europa
Mit deutlichen Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte am Montag den Handel beendet. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 25.441 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel noch stärker um 1,0 Prozent auf 6.260 Punkte. Er wurde vor allem belastet vom schwachen Halbleitersegment. Unter Druck standen Aktien mit KI-Fantasie. Unter den KI-Infrastrukturausrüstern ging es für Schneider Electric um 6,5 Prozent und Siemens Energy um 8,0 Prozent abwärts. Im Chipsektor sackten Infineon, ASML, Aixtron oder BE Semiconductor zwischen 6,1 und 11,2 Prozent ab. Kursgewinne verzeichneten dagegen Aktien von Softwareunternehmen und solchen, bei denen Software eine wichtige Rolle spielt. Sie litten seit Monaten unter Bedenken wegen disruptiver Wirkungen von KI-Anwendungen auf ihre Geschäftsmodelle. Daher sorgten die Spekulationen über eine Verlangsamung der KI-Entwicklung für etwas Entspannung. SAP gewannen 5,1 Prozent, Nemetschek stiegen um 2,7 Prozent und Dassault Systemes um 5,0 Prozent. Zu den Tagesfavoriten gehörten Pharmaaktien. GSK (+4,7%) hat mit einem Medikament in einer Studie Vorteile für Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs nachgewiesen. Selbst Astrazeneca legten um 3,8 Prozent zu, obwohl die Briten einen Rückschlag bei einer Brustkrebs-Pille in einer klinischen Spätphasenstudie verzeichneten. Laut den Analysten von JP Morgan wurde das aber weitgehend schon erwartet.

USA
Die US-Aktienmärkte gaben nach, nachdem der CEO von Anthropic, Dario Amodei, eine Verlangsamung der Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) gefordert hatte und ein weiterer Anstieg der Öl-Futures Zinssorgen auslöste. Der Dow Jones Industrial Average gab um 152,09 Punkte oder 0,29 Prozent auf 52.421,20 nach. Der S&P 500 verlor 37,00 Punkte oder 0,48 Prozent auf 7.619,98 und der technologielastige Nasdaq Composite fiel um 146,62 Punkte oder 0,56 Prozent auf 26.186,41. Belastend für den Aktienmarkt waren auch Befürchtungen, dass die Ausgaben für KI aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der aufkommenden Technologie gedrosselt werden könnten. Am Aktienmarkt hatte die potenzielle Verlangsamung die grössten Auswirkungen auf Halbleiterunternehmen. Deren Aktie ist über weite Strecken des Jahres 2026 parallel zu den Preisanstiegen für ihre Chips stark gestiegen. Wenn Anthropic, OpenAI und andere das Tempo bei der Entwicklung ihrer KI-Modelle drosseln, könnte dies auch die Nachfrage nach Rechenzentren verlangsamen, was sich negativ auf die Chippreise und den Absatz auswirken würde. Die Nvidia-Aktie rutschte um 3,4 Prozent auf 210,96 Dollar ab. Der PHLX "SOX" Semiconductor Sektorindex gab um 5,9 Prozent nach. Die Aktie von Corning, das die für die Verkabelung von Rechenzentren notwendigen Glasfasermaterialien herstellt, stürzte um 14 Prozent auf 143,60 Dollar ab. Das Family Office DFO Management von Dell-CEO Michael Dell führte ein Konsortium an, das vereinbarte, den Versicherungsmakler Baldwin Group für rund 7,7 Milliarden Dollar in bar und übernommenen Schulden von der Börse zu nehmen.

Asien
Mit Verlusten zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag. Sie folgen damit den negativen Vorgaben der Wall Street. Für den Topix in Tokio geht es um 0,7 Prozent nach unten. Chipwerte geben nur noch leicht nach: Tokyo Electron und Renesas kommen um je ein halbes Prozent zurück, Advantest um 1,8 Prozent. Softbank können sich dagegen um 7,8 Prozent kräftig erholen, Kioxia machen 0,9 Prozent gut.

Obligationen
Die Rendite der zinssensiblen zweijährigen US-Staatsanleihe sank um 0,010 Prozentpunkte auf 4,632 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel um 0,014 Prozentpunkte auf 4,960 Prozent. Im Laufe der Sitzung überschritt die Zehnjahresrendite zum ersten Mal seit 2023 die Marke von 5 Prozent. In der Spitze erreichte die Zehnjahresrendite den höchsten Stand seit dem 19. Juli 2007. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe sank um 0,027 Prozentpunkte auf 5,327 Prozent, beendete den Handel aber dennoch mit dem dritthöchsten Schlussstand des Jahres.

Analyse
MS senkt Stellantis auf Underw. (Equalw.) – Ziel 4,50 (5,70) EUR
BoA erhöht Unicredit-Ziel auf 113 (100) EUR -- Buy
UBS erhöht Campari auf Buy (Neutral) –
Ziel 7 (6,10) EUR


Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.

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