Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Fri, 23.10.2026 - 00:00
Bei Holcim sind im Sommerquartal Umsatz und Betriebsgewinn markant gewachsen. Insgesamt stieg der Umsatz von Juli bis Ende September 2026 um 15,5 Prozent auf 4,66 Milliarden Franken, wie Holcim am Freitag bekannt gab. Dabei kam erstmals seit langem Rückenwind vom Franken, der sich in den letzten Monaten abgewertet hatte. Die Franken-Abschwächung hob den Umsatz um 96 Millionen nach oben. Auch Käufe und Verkäufe von Geschäftsteilen stützten den Umsatz mit weiteren 331 Millionen. Organisch, also aus eigener Kraft, sei Holcim um 5,1 Prozent gewachsen, hiess es weiter. Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT stieg um 16,8 Prozent auf 976 Milliarden Franken. Die Ziele für das Gesamtjahr 2026 hob der Konzern erneut an. Nun erwartet Holcim ein Wachstum des wiederkehrenden Betriebsgewinns um 10 bis 12 Prozent, nachdem bisher ein Plus von rund 10 Prozent angepeilt worden war. Die entsprechende Marge soll weiter steigen. Das Ziel für den Umsatz blieb indes unverändert. Er soll um rund 5 Prozent zulegen. Des Weiteren peilt Holcim wie bisher einen Free Cashflow von rund 2 Milliarden Franken an. Darüber hinaus soll das Geschäft mit recycelten Bau- und Abbruchmaterialien um über 20 Prozent wachsen.
Der schweizerische Aktienmarkt hat am Donnerstag wieder deutlich besser abgeschnitten als das europäische Marktumfeld. Der SMI schloss unverändert bei 14.548 Punkten. Als "überraschend stark" bezeichneten Händler die Geschäftszahlen von Nestlé zum dritten Quartal. Das Unternehmen habe ein stärkeres reales internes Wachstum erzielt, als von Analysten erwartet. Der Kurs stieg um 1,1 Prozent. Roche stagnierten dagegen. Der Pharmakonzern habe enttäuschende bereinigte Umsatztrends offenbart, die Geschäftszahlen für das dritte Quartal dürften Fragen zum Wachstumskurs im nächsten Jahr aufwerfen, hiess es bei Jefferies. Novartis waren dagegen mit plus 1,6 Prozent als defensiver Wert im schwachen Börsenumfeld gesucht. Nach schwachen Geschäftszahlen von Wettbewerber Hermes - vor allem in China - gaben in der Schweiz Richemont 1,8 Prozent ab. Mit aufgekommenen Konjunktursorgen verloren ABB 4,1 Prozent. Galderma zogen indes um 7,1 Prozent an. Laut Vontobel hat das Unternehmen die Umsatzprognose für das Jahr stärker als erwartet angehoben, die Quartalsumsätze hätten die Konsensschätzungen übertroffen. Unter der allgemeinen Technologieschwäche litten Logitech (-0,4%) und andere Sektortitel in der Schweiz. Schindler kletterten nach Zahlenausweis um 8,5 Prozent. Citi äusserte sich positiv und erhöhte das Kursziel.
Europa
Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Der DAX gab 1,1 Prozent auf 25.372 Punkte nach, der Euro-Stoxx-50 verlor 1,9 Prozent. Der europäische Technologiesektor verlor 1,6 Prozent. Der Halbleiterausrüster Lam Research wartete mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Gewinnprognose auf. Die Aktien von Infineon gaben um 6 Prozent nach, Suss verloren 7,7 Prozent und Aixtron 9,8 Prozent. Siemens Energy sanken um 8,6 Prozent und waren damit Tagesverlierer im DAX. Auch für das Hochtief-Papier ging es in dem KI-Strudel um 4,7 Prozent nach unten. In Europa verloren ASML 5 Prozent und STMicro 4,9 Prozent. SAP konnten sich nach positiv aufgenommen Geschäftszahlen dem Abverkauf entziehen und schlossen 3,2 Prozent fester. Der schwedische Finanzinvestor EQT greift nach Qiagen: Gemeinsam mit den Staats- und Pensionsfonds ADIA und CPP haben die Schweden ein freiwilliges Barübernahmeangebot für den Diagnostik- und Laborausrüster unterbreitet. Mit 46,50 Euro je Aktie bietet das Konsortium einen Aufschlag von gut 40 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 8. Juli und bewertet Qiagen mit insgesamt 10,8 Milliarden Euro. Die Qiagen-Aktie gewann 4,9 Prozent auf 44,93 Euro.
USA
US-Technologieaktien brachen stark ein am Donnerstag. Der S&P 500 fiel um 93,74 Punkte oder 1,21 Prozent auf 7663,43. Der technologielastige Nasdaq Composite rutschte um 694 Punkte oder 2,6 Prozent auf 26008,86 ab, was den grössten Rückgang seit Juni bedeutete. Unterdessen legte der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial Average um 11,89 Punkte oder 0,02 Prozent auf 52867,98 zu, da Anleger nach Investitionen suchten, die als sicherer galten. Wichtige Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz gaben aufgrund von Sorgen über die hohen Ausgaben der Technologieunternehmen nach. Meta Platforms fiel um 7 Prozent, nachdem das Unternehmen zusätzliche künftige Ausgabenverpflichtungen in Milliardenhöhe bekannt gegeben hatte. Der Gewinn von Meta verfehlte trotz rasant steigender Umsätze ebenfalls die Erwartungen der Wall Street. Der PHLX Semiconductor Sector Index brach um 6,7 Prozent ein. Die Aktie von Moderna brach um 18 Prozent ein, nachdem Daten zu ihrer Krebsimpfstoff-Studie in den sozialen Medien durchgesickert waren. Spotify trotzte der allgemeinen Marktschwäche; die Aktie schloss mit einem Plus von 11 Prozent, nachdem der Musik-Streaming-Dienst für sein drittes Quartal ein besser als erwartet ausgefallenes Wachstum bei den Premium-Abonnenten gemeldet hatte. Die Aktie des Rüstungskonzerns Lockheed Martin stieg um 7 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Prognose für den Auftragsbestand angehoben und ein jahrzehntelanges Abkommen über die Lieferung von Kampfjets an das Pentagon angekündigt hatte.
Asien
Am Freitag zeigen sich die asiatischen Aktienmärkte uneinheitlich. In Tokio büsst der Topix 1,3 Prozent ein, in Seoul gibt der Kospi um 1,1 Prozent nach. Der Shanghai-Composite kommt um 1,2 Prozent zurück. In Hongkong steigt der HSI um 0,6 Prozent. Unter den Einzelwerten steigen SK Hynix in Seoul nach deutlichen Anfangsverlusten inzwischen um rund 3 Prozent. Der Halbleiterriese hat in Anbetracht des eingetrübten Umfelds Pläne für einen möglichen US-Börsengang seiner Flash-Speicher-Sparte Solidigm ad acta gelegt. Samsung Electronics liegen knapp behauptet im Markt. Brent-Öl notiert am Freitag Morgen in Asien bei 113,73 Dollar. So teuer war es zuletzt im Mai.
Obligationen
Die Renditen von US-Staatsanleihen, die bei steigenden Anleihekursen fallen, gaben am Donnerstag kräftig nach. Die Rendite der zweijährigen US-Anleihe fiel um 0,188 Prozentpunkte auf 4,635 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe sank zum ersten Mal seit einem Monat unter 5 Prozent, während die Rendite der 30-jährigen Anleihe um 0,151 Prozentpunkte auf 5,286 Prozent nachgab. Angesichts der KI-Turbulenzen in dieser Woche weichen US-Anleger auf Anleihen als sicheren Hafen aus.
Analyse
Kursziel Lem: UBS erhöht auf 640 (450) CHF - Neutral
Kursziel ABB: Kepler Cheuvreux senkt auf 74 (80) CHF - Hold
Kursziel Forbo: Kepler Cheuvreux senkt auf 910 (920) CHF - Hold
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