Apples Wachstumsmaschine gerät etwas ins Stocken
Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Tue, 03.11.2026 - 00:00
Thema des Tages
Apple prognostizierte, dass sich das margenstarke Dienstleistungsgeschäft im laufenden Quartal weiter verlangsamen und die viel beachtete Bruttomarge weiter sinken werde. Die Apple-Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel nach den Prognosen des Unternehmens, die hinter den Schätzungen der Wall Street zurückblieben, um bis zu 4 Prozent. Die Auswirkungen hoher Speicherkosten lasten schwer auf dem Unternehmen, wie CEO Ternus und Apple-Finanzvorstand Kevan Parekh in der Telefonkonferenz des Unternehmens mitteilten. Oppenheimer-Analyst Martin Yang merkte an, dass die Apple-Aktie mit dem 36-Fachen des für das nächste Jahr erwarteten Gewinns gehandelt werde. Dies stelle einen Aufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt dar, trotz der Tatsache, dass für den Gewinn nur ein Wachstum von 1 Prozent erwartet werde, was langsamer sei als bei den Technologie-Wettbewerbern. Während andere in Rechenzentren investieren, Apple hat seine eigenen Barmittel in Aktienrückkäufe und Dividenden gesteckt. Apple teilte mit, dass sein Umsatz im September-Quartal um 12 Prozent gestiegen sei und damit leicht über den Erwartungen der Wall Street gelegen habe. Die viel beachtete Bruttomarge lag mit 47,9 Prozent ebenfalls knapp über den Schätzungen der Analysten.
Schweizer Aktien
Kursverluste der Indexschwergewichte haben den schweizerischen Aktienmarkt am Montag belastet. Der SMI verlor 0,1 Prozent auf 14.803 Punkte. Gewinnmitnahmen drückten die in der vergangenen Woche gut gelaufenen Pharmaschwergewichte Novartis und Roche um 1,7 und 1,5 Prozent. Die Roche-Aktie war von den Analysten der UBS auf "Neutral" abgestuft worden. Für Novartis hatte die Deutsche Bank eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Auch das defensive Schwergewicht Nestlé (-0,1%) wurde gemieden. Logitech machten nach ihrem Kurseinbruch in Reaktion auf die Quartalszahlen etwas Boden gut und gewannen 0,3 Prozent. Daneben griffen Anleger zu Konjunkturzyklikern und hier besonders zu Aktien des Bausektors. Amrize, Holcim, Geberit und Sika verbesserten sich um bis zu 4,5 Prozent. Unter den Nebenwerten brachen Arbonia um 13,4 Prozent ein. Das Unternehmen hatte seine Prognosen für das laufende Jahr angepasst. Medartis (+6,9%) hatte sich hingegen optimistischer für den Rest des Jahres 2026 gezeigt.
Internationale Märkte
Europa
An den europäischen Aktienmärkten ist es zu Wochenbeginn aufwärts gegangen. Der DAX gewann 0,6 Prozent auf 25.981 Punkte, der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 6.176 Punkte. Kein Belastungsfaktor war die Entscheidung der Rating-Agentur Fitch, den Ausblick für Frankreich auf "negativ" zu senken. Die Absicherungskosten für Frankreich seien auf einem so hohen Niveau, dass viele Risiken bereits als eingepreist gesehen würden, hiess es. Der CAC-40 gewann in Paris 1 Prozent. Bei den Einzelwerten brach die Alstom-Aktie um 26 Prozent ein. Der Eisenbahntechnik-Konzern hatte eine erhebliche Gewinnwarnung herausgegeben und prüft Optionen zum Abbau von Schulden um rund 2 Milliarden Euro, was nach Einschätzung von JP Morgan eine schmerzhafte, aber notwendige Bereinigung darstellt. Auch bei Ryanair ist der Gewinn zurückgegangen gegenüber dem Vorjahr. Grund war wie erwartet der starke Anstieg bei den Treibstoff-Kosten. "Richtig problematisch für Ryanair kann die Lage aber nicht sein, weil sie trotzdem noch Geld für einen Aktienrückkauf haben", so ein Händler. Die Ryanair-Aktie gewann 5,4 Prozent. Für die anderen Airlines zählte nur der aktuelle Fall der Ölpreise: Daher legten Air France-KLM, IAG und Lufthansa um bis zu 4,8 Prozent zu. Die Aktien des Reiseveranstalters Tui kletterten um 5,9 Prozent nach oben.
USA
Die US-Aktienmärkte zeigten sich uneinheitlich am Montag. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 213,67 Punkte oder 0,41 Prozent auf 51983,98. Unterdessen fiel der breite S&P 500 um 38,67 Punkte oder 0,51 Prozent auf 7541,40, und der technologielastige Nasdaq Composite sank um 272,68 Punkte oder 1,07 Prozent auf 25164,32. Technologieunternehmen verloren erneut an Boden. Zusätzliche Verunsicherung im KI-Sektor brachte die Ungewissheit vor den Zwischenwahlen am Dienstag. Der Chiphersteller Marvell Technology vereinbarte die Übernahme des Herstellers von optischen Netzwerkgeräten Lumentum für rund 80 Milliarden Dollar in Aktien, um einen diversifizierten Anbieter von KI-Hardware aufzubauen. Die Aktie von Marvell rutschte um 13 Prozent auf 171,41 Dollar ab. Lumentum brach um 19 Prozent auf 684,40 Dollar ein. Die Aktie von Oracle gab um 8,8 Prozent auf 119,22 Dollar nach, nachdem der Softwarehersteller Pläne zur Aufnahme von 20 Milliarden Dollar an Fremd- und Eigenkapital zur Finanzierung der KI-Infrastruktur vorgestellt hatte. Die Aktie von CoreWeave sank um 8,6 Prozent auf 50,15 Dollar, ein 52-Wochen-Tief, da Sorgen über die wachsende Verschuldung des Cloud-Computing-Unternehmens auf dem Titel lasteten. Der KI-Entwickler Anthropic verzeichnete im dritten Quartal ein höher als erwartetes Umsatzwachstum, doch ein kostspieliger Rechenzentrums-Deal führte zu einem Betriebsverlust. Der Konkurrent OpenAI hat weniger als die Hälfte der ursprünglich angestrebten 30 Milliarden Dollar für seine jüngste Finanzierungsrunde eingesammelt, da die Nervosität des Marktes bezüglich des KI-Sektors den Appetit der Investoren dämpfte. In anderen Marktsegmenten stieg die Aktie von Marriott International um 4,3 Prozent auf 416,30 Dollar, nachdem der Hotelkonzern ein vierteljährliches Umsatzwachstum gemeldet und dies mit einer starken Nachfrage in Nordamerika und einer Erholung im Nahen Osten begründet hatte.
Asien
Die ostasiatischen Aktienmärkte tendieren auch am Dienstag uneinheitlich. Im koreanischen Seoul sackte der technologielastige Kospi um 3,9 Prozent ab. In Shanghai gibt der Composite-Index um 1,1 Prozent nach. Besser hält sich der HSI in Hongkong, er liegt 0,5 Prozent im Plus. In Japan pausiert das Geschäft an den Finanzmärkten wegen eines Feiertags. Unter den Einzelwerten geht es in der gesamten Region nach dem Rücksetzer bei den Ölpreisen mit den Kursen der Fluggesellschaften nach oben. In Hongkong heben Cathay Pacific um 2,9 Prozent ab, in Sydney Qantas um 6,7 oder in Hongkong Air China um 2,4 Prozent. Unter Druck stehen Aktien von Apple-Zulieferern. Largan Precision fallen um 9,3 Prozent, TSMC um 1,9, Hon Hai (Foxconn) um 2,4 oder LG Innotek um 7,6 Prozent. Der Kurs des Apple-Konkurrenten Samsung Electronics rutscht um 4,2 Prozent ab.
Obligationen
Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen notierten am Montag überwiegend schwächer, da der Rückgang der Ölpreise die Inflationsaussichten dämpfte. Die Rendite der geldpolitisch sensiblen zweijährigen US-Staatsanleihe stieg jedoch um 0,002 Prozentpunkte auf 4,581%. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sank um 0,035 Prozentpunkte auf 4,893%. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe fiel um 0,041 Prozentpunkte auf 5,268%.
Analyse
Kursziel Aryzta: Berenberg senkt auf 60 (70) CHF - Buy
Rating Avolta: RBC senkt auf Sector Perform (Outperform) - Ziel 50 (52) CHF
Rating Roche (Inhaber): UBS senkt auf Neutral (Buy) - Ziel 440 (396) CHF
Erstellt von MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG im Auftrag von Swissquote. Alle Informationen wurden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen und Irrtümer wird keine Haftung übernommen.