Zahlreiche Unternehmen stellen Generika oder Biosimilars her. Hier unsere Auswahl interessanter Titel.
GRÜNDUNG: 1886
HAUPTSITZ: BASEL (CH)
BESCHÄFTIGTE: 23'000
UMSATZ 2025: USD 11,1 MRD.
STOCK EXCHANGE: SDZ
Mehr als 140 Prozent Kursanstieg, Stand Anfang April: Seit der Abspaltung vom Novartis-Konzern und dem Gang an die Zürcher Börse (SIX) im Oktober 2023 hat die Sandoz-Aktie einen kräftigen Höhenflug erlebt. Und das ist vielleicht noch nicht alles. Die Hälfte der Analysten, die den Schweizer Spezialisten für Generika und Biosimilars beobachten, empfiehlt weiterhin den Kauf der Aktie. Die andere Hälfte rät zum Halten. Immerhin kann der Basler Konzern solide Ergebnisse vorweisen. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz gegenüber 2024 um 5 Prozent (bei konstanten Wechselkursen) auf fast 11,1 Mrd. Dollar. Dieser Anstieg wurde hauptsächlich durch die 13 von Sandoz vermarkteten Biosimilars generiert. Der Umsatz dieser Medikamente, die biologischen Präparaten mit abgelaufenem Patent ähnlich sind, stieg 2025 um 13 Prozent auf 3,3 Mrd. Dollar. Die Einnahmen aus den rund 1’300 Generika des Unternehmens stiegen hingegen nur um 2 Prozent auf 7,8 Mrd. Da Biosimilars rentabler sind und weniger unter dem Wettbewerb leiden als Generika, entwickeln sie sich zur Cashcow von Sandoz. Die Investoren reizen die Aussichten des Unternehmens, insbesondere die umfangreiche Pipeline.
Denn der Basler Konzern verfügt über fast 400 Generika und hat 32 Biosimilars in der Entwicklung. Bei Letzteren geht es um Therapien, deren Gesamtmarktvolumen nach Angaben des Unternehmens 400 Mrd. Dollar beträgt. Damit ist Sandoz sehr gut positioniert, um von der Flut an Patenten zu profitieren, die bis 2030 auslaufen werden. Bereits ab 2026 dürfte das Schweizer Unternehmen somit seine ersten Schritte auf dem begehrten Markt für die Behandlung von Adipositas und Diabetes unternehmen, weil in mehreren Ländern, angefangen bei Kanada, das Patent für Semaglutid (von Novo Nordisk unter den Namen Wegovy und Ozempic vermarktet) ausläuft.
GRÜNDUNG: 1984
HAUPTSITZ: HYDERABAD (IN)
BESCHÄFTIGTE: 26'000
UMSATZ 2025: USD 3,8 MRD.
STOCK EXCHANGE: DRREDDY
Diese Übernahme hat es zwar nicht in die Schlagzeilen geschafft und gehört auch nicht zu den bedeutendsten der Branche. Doch sie hat eine Verbindung zur Schweiz: Im Juni 2024 übernahm der indische Generikahersteller Dr. Reddy’s Northstar Switzerland, ein in Nyon VD ansässiges Unternehmen und Tochtergesellschaft der britischen Haleon-Gruppe, für 458 Mio. Pfund sowie zusätzliche Zahlungen von bis zu 42 Mio. Pfund. Auf diese Weise sicherte sich der indische Konzern Nikotinersatzprodukte (Kaugummis, Lutschtabletten und Pflaster) der Marken Nicotinell, Nicabate, Habitrol und Thrive, die in mehr als 30 Märkten in Europa, Japan, Asien und Südamerika vertreten sind.
Klar ist, dass Dr. Reddy’s sein Portfolio über Generika hinaus erweitern und über den heimischen Markt hinaus expandieren möchte. Indien ist übrigens schon lange nicht mehr der wichtigste Absatzmarkt des Unternehmens. 2025 erzielte es immerhin 44,6 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika, im Heimatland Indien dagegen nur noch 16,5 Prozent und in Europa 11 Prozent.
Die Expansionsstrategie zahlt sich offenbar aus. In den letzten fünf Jahren ist der Umsatz von Dr. Reddy’s kontinuierlich gestiegen, mit einem Zuwachs von fast 72 Prozent zwischen 2021 und 2025 – was die Märkte offensichtlich honorieren: Innerhalb von fünf Jahren stieg der Kurs der an der indischen NSE kotierten Aktie, die in New York und Mumbai gehandelt wird, um mehr als 35 Prozent. Die Analysten sind jedoch hinsichtlich der Perspektiven für das Unternehmen sehr geteilter Meinung: 14 empfehlen den Kauf der Aktie, zwölf stufen sie als einen Halte-Titel ein, und elf raten zum Verkauf.
GRÜNDUNG: 1978
HAUPTSITZ: BANGALORE (IN)
BESCHÄFTIGTE: 16'500
UMSATZ 2025: USD 1,95 MRD
STOCK EXCHANGE: BIOCON
Bei seiner Gründung im Jahr 1978 stellte Biocon Enzyme für die Lebensmittelindustrie her. Doch seinen Namen machte sich dieses indische Unternehmen weltweit im Pharmasektor. Der Wandel vollzog sich um die Jahrtausendwende. Damals spritzten sich die meisten Diabetiker in Indien noch Insulin tierischen Ursprungs, während Humaninsulin, hergestellt mithilfe genetisch veränderter Bakterien wie Escherichia coli, in westlichen Ländern bereits seit den 1980er-Jahren erhältlich war. Der Grund: Das wirksamere Humaninsulin war auch deutlich teurer und daher für die lokale Bevölkerung unerschwinglich. Biocon entwickelte daher ein kostengünstiges Humaninsulin – das zweite, das in Indien hergestellt wurde.
Bestärkt durch diesen ersten Erfolg beschloss das Unternehmen, sich ausschliesslich auf den Arzneimittelmarkt zu konzentrieren, und verkaufte 2007 sein Enzymgeschäft für 115 Mio. Dollar an das dänische Unternehmen Novozymes.
Es folgte die Markteinführung zahlreicher weiterer Biosimilars, insbesondere von Trastuzumab (eine Kopie des Krebsmedikaments Herceptin von Roche), das 2017 in den USA und 2018 in Europa als erster von einem Land des Südens entwickelter monoklonaler Antikörper zugelassen wurde. Diese Expansion in die Länder des Nordens wurde kraftvoll fortgesetzt, als Biocon 2022 den Biosimilar-Zweig des US-Riesen Viatris für 3,34 Mrd. Dollar kaufte. Eine Übernahme, die dem indischen Unternehmen einen privilegierten Zugang zu den westlichen Märkten verschaffte. Die Folge: Im Jahr 2023 erzielte Biocon 40 Prozent seines Umsatzes in den Vereinigten Staaten, 46 Prozent in Indien und 8,5 Prozent in Europa.
Im Gesamtjahr 2025 stammen 58 Prozent des Umsatzes von Biocon aus dem Verkauf von Biosimilars, 19 Prozent aus Generika und 23 Prozent aus Forschungsaktivitäten. Eine Mehrheit der Analysten empfiehlt den Kauf der Aktie, die im Jahresvergleich (Stand: 1. April) einen Anstieg von 10 Prozent verzeichnet.
GRÜNDUNG: 1978
HAUPTSITZ: LONDON (GB)
BESCHÄFTIGTE: 9'500
UMSATZ 2025: USD 3,3 MRD.
STOCK EXCHANGE: HIK
Das in Amman gegründete und mittlerweile in London ansässige Unternehmen Hikma, Spezialist für Generika und Biosimilars, verzeichnet seit 2020 ein durchschnittliches Wachstum von 7,4 Prozent pro Jahr. Das Betriebsergebnis stieg in den letzten fünf Jahren jährlich um knapp 5,5 Prozent. Nicht genug für die Märkte: Im Jahresvergleich ist der Aktienkurs Anfang April um mehr als 35 Prozent eingebrochen. Die Ursachen für dieses Minus sind vielfältig. Das Unternehmen verzeichnet insbesondere Verzögerungen beim Bau seines neuen Werks in Bedford, USA, dessen volle kommerzielle Produktion nun für 2028 erwartet wird. So dürfte daher das Umsatzwachstum im Jahr 2026 zwischen 2 Prozent und 4 Prozent liegen, gegenüber 7 Prozent im Jahr 2025, während das bereinigte Betriebsergebnis stabil bleiben dürfte (Prognose zwischen 720 und 770 Mio. Dollar, gegenüber 741 im Jahr 2025). Wie die gesamte Branche steht auch Hikma unter dem allgemeinen Margendruck bei Generika.
Das Unternehmen verfügt jedoch über eine interessante Pipeline mit mehr als 300 Produkten in der Entwicklung, die laut Hikma ein Marktpotenzial von 90 Mrd. Dollar darstellen. Die Firma vermarktet eine Handvoll Biosimilars wie Denosumab (gegen Osteoporose), das im Herbst 2025 die Marktzulassung der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) erhielt, oder Ustekinumab (entzündliche Erkrankungen), das Ende 2025 auf den Markt kam. Im Laufe des Jahres wurden 84 neue Produkte lanciert, 99 Zulassungen erteilt und 139 Zulassungsanträge eingereicht. Das beruhigt die Analysten, von denen die Mehrheit den Kauf der Aktie empfiehlt.
GRÜNDUNG: 1911
HAUPTSITZ: PETAH TIKVA (IL)
BESCHÄFTIGTE: 37'000
UMSATZ 2025: USD 17,3 MRD.
STOCK EXCHANGE: TEVA
In den USA betraf im Jahr 2020 jede zehnte Generika-Verschreibung ein Medikament von Teva. I In Grossbritannien war es sogar jede fünfte. Seit seiner Gründung vor 125 Jahren hat sich das israelische Unternehmen Teva, das die in der Schweiz bekannte Marke Mepha besitzt, als weltweiter Marktführer für Generika etabliert. Teva konnte seine führende Position seit den 2000er-Jahren durch Übernahmen von Generikaspezialisten wie dem US-Unternehmen Sicor im Jahr 2004 für 3,4 Mrd. Dollar, der Ivax Corporation (7,4 Mrd. Dollar im Jahr 2006), Barr Pharmaceuticals (7,5 Mrd. Dollar im Jahr 2008) und durch das Generikageschäft von Allergan (40,5 Mrd. Dollar im Jahr 2015) systematisch auf- und ausbauen. Ausserhalb der USA kamen 2010 die deutsche Ratiopharm-Gruppe für 3,7 Mrd. Euro und 2011 das japanische Unternehmen Taiyo Pharmaceutical Industry für 934 Mio. Dollar hinzu.
Trotz dieser weltweiten Dominanz sieht sich Teva zunehmend der Konkurrenz durch indische Akteure wie Sun Pharma oder Dr. Reddy’s ausgesetzt. Zwischen 2016 und 2025 sank der Umsatz mit Generika um fast 21 Prozent. Ein Rückgang, der das Unternehmen dazu veranlasst, Wachstum ausserhalb seines Kerngeschäfts durch die Entwicklung innovativer Medikamente zu suchen.
Im Jahr 2025 belief sich der Umsatz mit diesen Medikamenten auf insgesamt drei Mrd. Dollar. Sie sind deutlich rentabler als Generika. Diese Hinwendung zur traditionellen Pharmabranche kommt bei den Märkten gut an: Innerhalb eines Jahres hat die Teva-Aktie um 90 Prozent zugelegt (Stand: 1. April), und fast alle Analysten, die den Titel beobachten, halten weiterhin an ihrer Kaufempfehlung fest. Neben innovativen Medikamenten verfügt Teva mit zehn in der Entwicklung befindlichen Therapien über die zweitgrösste Pipeline an Biosimilars, direkt hinter dem Schweizer Unternehmen Sandoz.
GRÜNDUNG: 2020
HAUPTSITZ: CANONSBURG (USA)
BESCHÄFTIGTE: 32'000
UMSATZ 2025: USD 14,3 MRD.
STOCK EXCHANGE: VTRS
Viatris entstand 2020 aus der Fusion des Generikaspezialisten Mylan mit Upjohn, dem Geschäftsbereich von Pfizer für reife und patentfreie Markenmedikamente, und ist neben Teva und Sandoz einer der führenden westlichen Hersteller von kostengünstigen Medikamenten. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 14,3 Mrd. Dollar. Doch nur gut ein Drittel seiner Einnahmen (5,1 Mrd.) stammt heute aus dem Generikageschäft. Und dieser Anteil sinkt.
Im Jahr 2022 verkaufte Viatris seinen Geschäftsbereich für Biosimilars für 3,34 Mrd. Dollar an das indische Unternehmen Biocon. Was die traditionellen Generika betrifft, so sind deren Umsätze rückläufig: Im Jahr 2025 sanken sie im Vergleich zu 2024 um 8 Prozent, während die Einnahmen aus den Markenmedikamenten, die höhere Margen aufweisen, mit 9,2 Mrd. Dollar konstant blieben. Denn Viatris führt renommierte Namen wie Viagra oder Xanax in seinem Portfolio. Um der Billigkonkurrenz aus Asien standhalten zu können, unterhält Viatris vier Produktionsstätten für Generika in Indien. Doch dort häufen sich die Rückschläge für das Unternehmen. Im Februar 2026 brach beispielsweise in seinem Werk in Nashik ein Brand aus, der zur Stilllegung des Standorts führte. Auch wenn die Produktion im April wieder aufgenommen werden soll, hat dieser Vorfall erneut Druck auf Viatris ausgeübt. Bereits im Dezember 2024 hatte die FDA den Import bestimmter Produkte aus einem anderen Standort des Konzerns im Land eingeschränkt, nachdem in den USA Verstösse gegen bundesstaatliche Vorschriften festgestellt worden waren.
Trotz dieses Gegenwinds legte die Viatris-Aktie im Jahresvergleich (Stand: 1. April) um 50 Prozent zu, angetrieben von der Pipeline des Unternehmens mit patentierten Medikamenten. Die Analysten sind sich jedoch nicht einig über das weitere Vorgehen: Sechs empfehlen den Kauf der Aktie, vier betrachten sie als einen Halte-Titel und einer rät zum Verkauf.
GRÜNDUNG: 1954
HAUPTSITZ: NOVO MESTO (SI)
BESCHÄFTIGTE: 12'500
UMSATZ 2025: USD 2,04 MRD.
STOCK EXCHANGE: KRK
In diesen turbulenten Zeiten an den Märkten zeigt Krka eine beachtliche Widerstandsfähigkeit. Seit Anfang 2026 hat die Aktie des slowenischen Pharmaunternehmens an der Börse in Ljubljana um 17 Prozent (Stand: 1. April) zugelegt. Auf Jahresbasis beträgt der Anstieg 40 Prozent. Was unterscheidet diesen Generikahersteller von der Konkurrenz? Krka konzentriert seinen Absatz auf Osteuropa einschliesslich Russland, wo das Unternehmen 2024 34,2 Prozent seines Umsatzes erzielte, sowie auf Mitteleuropa (22,4 Prozent, ohne Slowenien). Westeuropa kommt unter den bevorzugten Märkten erst an dritter Stelle (18,5 Prozent), gefolgt von Südosteuropa (14,2 Prozent). Mit dieser einzigartigen Positionierung entgeht das Unternehmen teilweise einem direkten Wettbewerb mit westlichen Akteuren (Teva, Sandoz und Viatris), aber auch mit indischen Akteuren (Sun Pharma, Aurobindo und Dr. Reddy’s), die sich eher auf Nordamerika und Westeuropa konzentrieren. Darüber hinaus ermöglichen die Produktionsstätten in Slowenien, Kroatien, Polen, Deutschland und Russland die Herstellung kostengünstiger Generika.
Nach den im Januar dieses Jahres veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen erzielte das Unternehmen im Jahr 2025 einen Umsatz von mehr als zwei Mrd. Euro, was einem Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, bei einer für die Branche komfortablen EBITDA-Marge von mehr als 27 Prozent. Die Hälfte der Analysten, die den Wert beobachten, empfiehlt den Kauf der Krka-Aktie. Gut zu wissen: Das Unternehmen erzielt zwar den Grossteil seines Umsatzes mit Generika (83,2 Prozent des Umsatzes im Jahr 2025), ist aber auch in den Bereichen rezeptfreie Medikamente (8,5 Prozent), Tiergesundheit (5,6 Prozent) und Kurorte (2,7 Prozent) tätig.

