Airbnb hebt Ausblick an – Kurssprung um 10 Prozent
Von Stefano GIANTI
Veröffentlicht am Fri, 06.11.2026 - 00:00
Thema des Tages
Airbnb hat seinen Ausblick für das laufende Jahr angehoben. Das Unternehmen konnte die Abschwächung der Reisenachfrage, die einige seiner Konkurrenten spüren, bislang vermeiden. Airbnb erklärte, die Nachfrage habe im dritten Quartal in allen weltweiten Märkten angezogen. Für das vierte Quartal erwartet Airbnb einen Umsatz von 3,22 Milliarden bis 3,28 Milliarden US-Dollar. Dies läge über den von Analysten prognostizierten 3,16 Milliarden Dollar. Das Bruttobuchungsvolumen werde voraussichtlich im mittleren zweistelligen Prozentbereich steigen, angetrieben durch einen Anstieg der gebuchten Übernachtungen und Erlebnisse sowie der durchschnittlichen Tagespreise. Im dritten Quartal verzeichnete Airbnb einen Gewinn von 1,89 Milliarden Dollar bzw. 3,16 Dollar je Aktie, verglichen mit 1,37 Milliarden Dollar bzw. 2,21 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten laut Factset mit 2,85 Dollar je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 4,87 Milliarden Dollar. Die Plattform für Ferienvermietungen kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 12 Milliarden Dollar an – was im nachbörslichen Handel mit einem Kurssprung der Airbnb-Aktie um 10 Prozent belohnt wurde.
Schweizer Aktien
Etwas leichter hat der Aktienmarkt in der Schweiz den Handel am Donnerstag beendet. Der SMI verlor 0,4 Prozent auf 14968 Punkte. Unter den Einzelwerten verbilligten sich ABB um 4,2 Prozent, nachdem die chinesischen Behörden den geplanten Verkauf der Robotiksparte an die japanische Softbank Group blockiert hatten. ABB hatte den Verkauf an den japanischen Technologie-Investor zu einer Bewertung von 5,375 Milliarden US-Dollar im Oktober vergangenen Jahres vereinbart. Die beiden Unternehmen arbeiten laut ABB "konstruktiv" an der Transaktion. Ansonsten waren Konjunkturzykliker erneut gesucht. Marktteilnehmer berichteten von andauernden Umschichtungen aus Technologiewerten. Holcim, Geberit und Sika verbuchten Kursgewinne von bis zu 1,3 Prozent. Nach Vorlage guter Geschäftszahlen stiegen die Aktien des Rückversicherers Swiss Re um 2 Prozent. Zurich (+1%) und Swiss Life (+0,7%) hielten sich ebenfalls besser als der Markt. Positiv wurden die Zahlen von Swisscom aufgenommen. Die Aktie gewann 3,3 Prozent. Auch die Zahlen von Tecan (+7,1%) kamen gut an. Im Technologiesektor verloren Logitech im SMI 3,3 Prozent. In der zweiten Reihe brachen Ams-Osram um 13 Prozent ein.
Internationale Märkte
Europa
Überwiegend mit Verlusten haben die europäischen Börsen den Handel am Donnerstag beendet. Der DAX notierte zum Handelsende 0,4 Prozent niedriger bei 26.325 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 sank um 0,6 Prozent auf 6.232 Punkte. Für Druck auf die Rüstungsbranche sorgt die Kombination aus gesenkter Rheinmetall-Prognose und dem Wahlsieg der US-Demokraten. Rheinmetall knickten um 16,1 Prozent ein. Renk fielen um 5,2 Prozent. Die Ergebnisse für das dritte Quartal von Renk entsprachen weitgehend den Erwartungen, hiess es von RBC. Leonardo verloren trotz erhöhter Auftragsprognose 3,5 Prozent. Hensoldt (+1,4%) konnten sich der negativen Tendenz im Sektor entziehen. Die Zahlen des Unternehmens hatten die Erwartungen leicht übertroffen; zudem hob Hensoldt die Umsatzprognose an. Einen Kurssprung machten die Aktien von Air France-KLM (+12,1%) nach deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlen. Lanxess sprangen nach den Zahlen für das dritte Quartal um 6 Prozent nach oben. Arcelormittal verloren nach Zahlen für das dritte Quartal 1,1 Prozent. Moeller-Maersk fielen nach Zahlen um 6 Prozent. Der Ausblick sei zwar wegen der erhöhten Frachtraten nach oben genommen worden, dies könnte sich jedoch bei einem Frieden um die Strasse von Hormus schnell ändern, hiess es. Im Fahrwasser verloren Hapag-Lloyd 3,7 Prozent.
USA
Am Donnerstag verzeichnete der US-Aktienmarkt gravierende Verluste. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 1833,06 Punkte oder 3,44 Prozent auf 51523,06. Der breite S&P 500 sank um 334,89 Punkte oder 4,36 Prozent auf 7353,73. Der technologielastige Nasdaq Composite brach um 1421,52 Punkte oder 5,52 Prozent auf 24315 ein. TESLA (-10,8 %), SPACEX (-9 %): Die beiden Unternehmen von Elon Musk setzten am Donnerstag ihren Kursrückgang fort, da die Anleger befürchten, dass die künftige demokratische Mehrheit im Kongress und in Schlüsselstaaten wie Texas den Projekten im Bereich der künstlichen Intelligenz, insbesondere bei Rechenzentren, einen Dämpfer versetzen könnte. ARM HOLDINGS (-13 % für das ADR): Der Chiphersteller vermeldete im zweiten Quartal seines versetzten Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg von 27 %, doch seine Prognosen für das dritte Quartal enttäuschten, insbesondere aufgrund der Abschwächung auf dem Smartphone-Markt. AMAZON (-2 %), UBER (-1,6 %): Der E-Commerce-Riese wird im Rahmen seines Treueprogramms „Prime“ die kostenlose Lieferung von Mahlzeiten über „Uber Eats“ anbieten, während sich der Wettbewerb in der Branche nach der Ankündigung der Übernahme von „Instacart“ durch „DOORDASH“ (-9,4 %) für 17 Milliarden Dollar verschärft, wie das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf einen Verantwortlichen von „Amazon Prime“ berichtete. QUALCOMM (-9,8 %): Der Halbleiterhersteller veröffentlichte im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2026–2027 Ergebnisse, die über den Erwartungen lagen, litt jedoch weiterhin unter dem Rückgang seines Smartphone-Geschäfts. SNAP (-13,9 %): Der Betreiber der Plattform Snapchat hat im dritten Quartal einen über den Erwartungen liegenden Gewinn ausgewiesen, doch das Wachstum bei Umsatz und Nutzerzahlen blieb hinter den Prognosen zurück.
Asien
An den asiatischen Börsen herrscht am Freitag Ausverkaufsstimmung. In Seoul stürzt der Kospi um 4,9 Prozent ab. Die Technologie-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix rutschen um 5,7 bzw. 9,1 Prozent ab. Der Nikkei-225 bewegt sich im Bärenmarktmodus (mehr als 20 Prozent unter seinem jüngsten Hoch von Juni) und sinkt um 5,9 Prozent auf 57.483 Punkte. Sony verlieren 1,7 Prozent. Der Elektronikkonzern hatte am Vortag nachbörslich Geschäftszahlen vorgelegt und nach einem Gewinnsprung die Prognose erhöht- Aber in diesem negativen Marktumfeld spielt das keine Rolle. In China halten sich die Indizes besser, bereits am Vortag hatte Pekings Dirigismus insbesondere den Halbleitersektor gestützt. Der Shanghai-Composite verliert 1,2 Prozent, der HSI in Hongkong 1,1 Prozent.
Obligationen
Am US-Rentenmarkt flammten Inflationssorgen wieder auf. Die Flucht in sichere Häfen drückte die Renditen von US-Staatsanleihen nach unten. Die Rendite der geldpolitisch reagiblen zweijährigen US-Staatsanleihe sank um 0,104 Prozentpunkte auf 4,475 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel um 0,055 Prozentpunkte auf 4,836 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe ging um 0,030 Prozentpunkte auf 5,250 Prozent zurück.
Analyse
Kursziel Clariant: JPMorgan erhöht auf 14 (13) CHF - Overweight
Kursziel Arbonia: UBS senkt auf 5,40 (6,20) CHF - Buy
Kursziel Sandoz: Julius Bär erhöht auf 100 (88) CHF - Buy